Reitsport: Die Verunsicherungen durch die Corona-Pandemie werden immer größer, und machen auch vor dem Reitsport nicht halt. Nur: Die Pferde können nicht, wie anderes Sportgerät, einfach in die Ecke gelegt werden. Vielmehr müssen die Pferde versorgt und bewegt werden, allein schon aus tierschutzrechtlichen Gründen. Die ersten Turniere und Reitertage in der Region sind bereits abgesagt.

Die FN (Fédération Équestre Nationale) hat dazu klare Regeln ausgegeben, wie sich die Reiter in Zeiten der Corona-Krise zu verhalten haben. Die persönlichen Kontakte sind auf ein Minimum zu reduzieren, die Zwei-Personen-Regel ist einzuhalten, ebenso der Mindestabstand von 1,5 Metern. Zudem soll sichergestellt sein, dass sich so wenig Menschen wie möglich am Hof begegnen, Besucher keinen Zutritt mehr haben, und nur notwendiges Personal und Besitzer bei den Pferden sind. Nur maximal vier Reiter sollten sich laut FN zeitgleich in einer Reithalle aufhalten.

Eines bereitet jedem Stallbetreiber Sorgen: „Das Schlimmste wäre, wenn beispielsweise ich krank werden würde oder in Quarantäne müsste“, sagt Claus Steidinger, Pächter beim RuF Donaueschingen.

Auch der regionale Turnierkalender wurde schon kräftig durcheinander gewirbelt. Die beiden Reitertage des RuF Donaueschingen sind bereits abgesagt. Ganz bitter für die regionalen Reiter ist die Absage des Frühjahrsturniers auf dem Reitzentrum Frese am 25. und 26. April. Mit dieser regionalen Veranstaltung wollte man dem schleichenden Sterben von Reitturnieren in der Region entgegenwirken, doch nun macht die Corona-Krise der Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung. „Um zu entscheiden, ob wir das Turnier im Herbst nachholen, müssen wir die weitere Entwicklung abwarten. In einer solch dramatischen Zeit hat die Gesundheit Priorität, da ist alles andere zweitrangig“, sagt Christian Frese.

Turnierchef Christian Frese weiß im Moment noch nicht, wie groß das Fest der Pferde im Sommer sein wird.
Turnierchef Christian Frese weiß im Moment noch nicht, wie groß das Fest der Pferde im Sommer sein wird. | Bild: Roger Müller

Apropos Reitzentrum Frese: Das Fest der Pferde (30. Juli bis 02. August) auf den Immenhöfen ist aktuell ebenfalls im Standby-Modus. „Die Vorbereitungen laufen schon seit Monaten, doch wir machen bei den Sponsoren momentan keine Akquise. Niemand weiß, wie es in den nächsten Wochen und Monaten weitergeht“, sagt Turnierchef Frese. „Wir haben aktuell keinen richtigen Plan. Es könnte auch sein, dass das Fest der Pferde in diesem Jahr kleiner wird oder die Preisgelder reduziert werden. Wir müssen abwarten, was die nächsten Wochen bringen.“

Der SÜDKURIER ist Medienpartner beim „Fest der Pferde„ und produziert seit vielen Jahren eine exklusive Beilage für die Veranstaltung.

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Das größte Pferdesportspektakel der Region ist im August das CHI-Turnier im Donaueschinger Schlosspark. Wie Turnierveranstalter Kaspar Funke von der Escon Marketing mitteilte, laufen hier zwar schon die Planungen. „Allerdings sind wir auch nicht schlauer als der Rest der Welt und warten die Entscheidungen, die fallen werden, momentan noch ab.“

Nachdem auch der CHIO Aachen, das bedeutendste Reitturnier der Welt, seinen Termin vom 29. Mai bis 7. Juni nicht halten wird, kann sich Funke durchaus vorstellen, dass der neue Termin auf eines der Wochenenden der verschobenen Olympischen Spiele stattfinden könnte und beispielsweise die Gespann-Fahrer nicht in Donaueschingen am Start sein werden. Funke: „Wir müssten unser Turnier dann auf kleinerer Flamme austragen. Und die Reduzierung der Preisgelder würde auch bei uns Diskussionsgrundlage sein.“

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Momentan steht beim Reitsport ohnehin alles kopf. So wurden die deutschen Meisterschaften der Spring- und Dressurreiter im sauerländischen Balve von Anfang Mai auf 17. bis 20. September verlegt. Auch die Landesmeisterschaften im Springen und der Dressur im Juli in Schutterwald wurden nun abgesagt. Als Grund wird fehlende Planungssicherheit in der aktuellen Situation genannt. Im April will man mit dem Verband überlegen, ob es einen Nachholtermin im September geben kann. Der RFV Rottweil hat das Dressur- und Springturnier im Mai bereits ersatzlos gestrichen.