Die Hauptverhandlung des Strafprozesses gegen Mountainbikerin Helen Grobert aus Weilheim-Remetschwiel wegen des unerlaubten Selbstdopings in 21 Fällen wurde vor der Beweisaufnahme ausgesetzt. Die Verhandlung vor dem Amtsgericht Waldshut-Tiengen ist von Richter Rafael Kania neu auf Mittwoch, 2. Dezember, angesetzt worden. Zu diesem Termin soll auch Groberts Arzt, der in der Schweiz praktiziert, geladen werden, gegen den die Nationale Dopingagentur NADA in einem anderen Verfahren ermittelt. Die Unterlagen der NADA zu diesem Verfahren wurden dem Gericht sehr spät übermittelt und lagen Groberts Verteidiger Ferdinand Gillmeister (Freiburg) zum Prozessauftakt noch nicht vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Noch bis einen Tag vor dem Beginn des Prozesses gegen Helen Grobert war der Richter davon ausgegangen, dass das seit 2015 geltende deutsche Antidopinggesetz gar nicht angewendet werden kann, weil die verbotenen Dopingmethoden in der Schweiz durchgeführt wurden und diese zum damaligen Zeitpunkt in der Schweiz noch nicht strafbar waren. Deswegen war für Richter Kania auch eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage denkbar. Staatsanwalt Stefan Fuchs (Freiburg) brachte allerdings ins Spiel, dass Helen Grobert als damalige Sportsoldatin gegen das Wehrstrafgesetz verstoßen habe. Hier wird noch zu klären sein, ob ein Sportsoldat immer im Dienst ist oder das vorgeworfene Dopen in ihrer Freizeit stattgefunden habe und deswegen nicht bestraft werden müsse.

Der Strafprozess geht – im Sportjargon gesprochen – in die Verlängerung. Das Urteil des Sportgerichts ist dagegen bereits gesprochen. So veröffentlichte die NADA im April, dass Helen Grobert zu einer Wettkampfsperre von vier Jahren verurteilt worden ist. Die Mountainbikerin hat aber inzwischen ohnehin ihre Karriere beendet.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €