Eishockey-DEL-2: Es ist schon ein äußerst schweres Erbe, das Torhüter Jonas Langmann bei den Ravensburg Towerstars angetreten hat. Nachdem mit Christian Rohde (Karriereende) und Matthias Nemec (Wechsel zum SC Riessersee) gleich beide Vorgänger den Platz räumten, ist der 1,89 Meter große Goalie die neue Nummer 1 zwischen den Pfosten des DEL-2-Ligisten.

Nachdem er in den vergangenen Jahren als Backup in Bremerhaven im Schatten nordamerikanischer Torhüter stand, wartet jetzt eine neue Aufgabe mit großer Verantwortung auf den gebürtigen Bad Kissinger. Hierfür hat er sich auch in Sachen Ausrüstung symbolträchtig vorbereitet. Bei einem auf Torhüter-Masken spezialisierten Airbrush-Künstler in Kanada hat er sich seine neue Maske designen lassen. Sie zeigt auf den Seiten die beiden mächtigsten Türme der Ravensburger Altstadt, den Mehlsack und den Blaserturm. „Als mein Wechsel nach Ravensburg klar war, habe ich mal im Internet nach Ideen gesucht, was für die Stadt symbolisch steht“, berichtet Jonas Langmann. Anschließend schickte er dem Künstler ein paar Fotos und schon konnte es losgehen. „Ich bin sehr zufrieden, wie er das Design umgesetzt hat“, betont der Keeper.

Im Idealfall sollen die beiden Türme aus dem späten Mittelalter für eine solide und schwer zu durchdringende Ravensburger Defensive Pate stehen. Auch wenn die bisherige Vorbereitung aus Sicht von Jonas Langmann noch Luft nach oben hat. „Ich denke, dass man die Vorbereitung nicht allzu sehr überbewerten darf“, kommentiert er die 17 Gegentore in den vier Testspielen. „Wir haben elf Neuzugänge, da muss sich die Mannschaft, insbesondere in der Abwehrarbeit, erst noch finden“, sagt der Torhüter. Auch die Kommunikation und Abstimmung mit den Vorderleuten – vor allem direkt vor dem Torraum – müsse noch deutlich besser werden, befindet Jonas Langmann selbstkritisch, und er ergänzt: „Wir haben auf der Gegenseite aber auch viele Tore geschossen, und wenn wir es schaffen, die Gegentorquote zu verringern, sind wir auf einem gutem Weg.“

Gelegenheit, sich in der Defensive zu steigern, bekommen die Towerstars bereits heute um 20 Uhr, wenn zum einzigen Testspiel an diesem Wochenende die Reise zum Schweizer NLB-Meister HC Ajoie auf dem Programm steht. Am Dienstag waren dort die Löwen Frankfurt zu Gast und siegten mit 6:2. Towerstars-Trainer Daniel Naud will da nicht allzu viel von der Leistung des Gegners ableiten: „Dass Frankfurt ein gutes Team ist, haben wir ja beim 3:4 vergangenen Freitag gesehen.“ Respekt hat der Coach vor allem vor der starken ersten Sturmreihe von Ajoie. Hier treffen die Ravensburger Cracks mit Konstantin Schmidt auf einen Deutsch-Schweizer, der in den vergangenen fünf Jahren das Towerstarstrikot getragen hat.