Herr Stark, Sie haben vor Kurzem einen Profivertrag beim 1. FC Heidenheim unterschrieben. Ist für Sie ein Traum wahr geworden?

Absolut. Davon habe ich immer geträumt, seit ich Fußball spiele. Diesen Traum haben natürlich viele. Aber als ich in der D-Jugend zum FC 03 Radolfzell gewechselt bin und in die Fördergruppe aufgenommen wurde, habe ich das erste Mal gespürt, dass das nicht nur ein Kindheitswunsch bleiben muss, sondern wirklich wahr werden könnte. Jetzt bin ich unter drei Jugendspielern von insgesamt 14, die es aus dem Nachwuchs-Leistungszentrum in den Profikader geschafft haben. Das macht schon stolz.

Julian Stark beim Telefonat mit dem SÜDKURIER.
Julian Stark beim Telefonat mit dem SÜDKURIER. | Bild: privat

Was hat Ihnen das Training in der Fördergruppe des FC 03 Radolfzell in Kooperation mit dem SC Freiburg gebracht?

Die besten Spieler aus verschiedenen Altersklassen sind da dabei. Man wird gefordert und gefördert, in jeder Hinsicht. Und das Training unter Rolf Dietrich und Dominik Krall war immer qualitativ sehr hochwertig. Das hat mir viel gebracht, auch wenn meine ersten Jahre in Radolfzell nicht einfach waren, da ich körperlich noch Defizite hatte. Im letzten Jahr habe ich mich dann durchsetzen können.

„Tooor!“: Julian Stark bejubelt einen Treffer für den 1. FC Heidenheim.
„Tooor!“: Julian Stark bejubelt einen Treffer für den 1. FC Heidenheim. | Bild: Ortwin Rill

Und dann kam der Wechsel nach Heidenheim. Wie ist der Verein auf Sie aufmerksam geworden?

Die hatten mit Maurice Swiderski schon einen Spieler, der vom FC Radolfzell gekommen war. Nach den guten Erfahrungen mit ihm haben die Heidenheimer sich weiter in Radolfzell umgeschaut – und mich entdeckt.

Mit 16 Jahren haben Sie dann das Elternhaus verlassen und sind nach Heidenheim gezogen. Eine schwere Entscheidung?

Für die Entscheidung habe ich nicht lange gebraucht. Das war doch mein großer Traum, wieso hätte ich da zögern sollen? Der Anfang in Heidenheim war dann allerdings nicht einfach. Ich habe da außer Maurice niemanden gekannt, alles war neu und ungewohnt. In den ersten Wochen war das Heimweh schon groß. Aber rückblickend muss ich sagen, dass es absolut die richtige Entscheidung war. Nicht nur in sportlicher Hinsicht, auch was mein Leben anbelangt. Weg von daheim, selber kochen, die Wäsche machen – das hat mich auch persönlich weitergebracht.

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Haben Ihre Eltern Sie bei Ihrem Traum vom Profifußball unterstützt?

Sie waren immer für mich da. Allein, um mich viermal in der Woche ins Training zu fahren. Dass meine Eltern hinter mir stehen, sieht man auch an der Tatsache, dass mein Vater bei jedem, wirklich bei jedem Junioren-Bundesligaspiel, das ich für Heidenheim gemacht habe, dabei war – auch auswärts in Frankfurt oder Elversberg.

Der 1. FC Heidenheim hat keine zweite Mannschaft. Wie groß sehen Sie die Chance, tatsächlich in der 2. Liga oder bei einem möglichen Aufstieg sogar in der Bundesliga spielen zu können?

Ich weiß, dass es nicht einfach für mich werden wird. Momentan konzentriere ich mich auf mein Abi. Ich hoffe aber, dass ich mich danach in Testspielen in der Vorbereitung zur neuen Saison bewähren und diese Chance nutzen kann. Ich fühle mich richtig wohl beim 1. FC Heidenheim. Da geht es zwar sehr familiär zu, es ist aber ein Top-Verein mit großer Professionalität und ehrgeizigen Zielen.

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Haben Sie im Fußball ein Vorbild?

Leon Goretzka. Er ist ein ähnlicher Spielertyp wie ich. Mich begeistert, wie er aus dem Zentrum nach vorne stößt und für Torgefahr sorgt. Als Kind war ich aber großer Fan von Rafael van der Vaart. Daher kommt auch meine Liebe zum Hamburger SV.

...der gerade in Heidenheim 1:2 verloren hat. Für wen hat da Ihr Herz geschlagen?

Für Heidenheim natürlich. Wir haben dadurch die Chance gewahrt, in die Bundesliga aufsteigen zu können. Das wäre der absolute Wahnsinn!

Können Sie jungen Fußballern einen Tipp geben, wie sie den Traum vom Profifußball erreichen können?

Das Wichtigste ist, immer hart zu trainieren. Und weiterzumachen, wenn irgendjemand sagt, du schaffst es nicht. Rückschläge gehören dazu, die hatte ich auch. Wenn man aber an sich selbst glaubt, kann man alles schaffen.

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