Fußball, Bezirksliga: Abstiegskampf, Entscheidungsspiel, Derby – die Partie zwischen dem FC Kluftern und dem SV Bermatingen wurde schon im Vorfeld des vergangenen Spieltags mit reichlich Spannung erwartet. Punktgleich auf der schmalen Kante zwischen erstem Abstiegsplatz und sicherem Ufer balancierend, trennte beide Mannschaften nur die Tordifferenz – musste da überhaupt noch für zusätzliche Motivation gesorgt werden? „Natürlich gab es vor dem Spiel eine kleine Ansprache an die Jungs“, meint der Klufterner Spielertrainer Ingo Backert. „Aber ich musste nicht viel sagen. Jeder Einzelne wusste, worum es geht.“ Auch sein Gegenüber Michael Fink stimmt zu: „Die Lage vor dem Spiel hat für sich selbst gesprochen. Da gab es niemanden, der nicht die nötige Motivation mitgebracht hat.“

Dass Kluftern beim 4:2-Heimsieg das bessere Ende für sich hatte, will Backert nicht überbewerten. „Es ist noch nichts entschieden, und wir müssen die Konzentration hochhalten“, dämpft er eventuell zu früh aufkommende Euphorie. Über den Big Point im Abstiegskampf kann er sich trotzdem freuen. „Endlich konnten wir mal wieder einen Sieg einfahren“, zeigt er sich erleichtert. „Das ist das, was uns gefehlt hat. Wichtig war, dass wir – im Gegensatz zu den letzten Spielen – von Anfang an hellwach waren.“ Der dreifache Punktgewinn sei ein „Sieg der Einstellung“ gewesen.

Backert selbst konnte dabei auf dem Feld mit gutem Beispiel vorangehen. „Spielertrainer zu sein hat sicher seine Vor- aber auch Nachteile“, gibt er Einblick. „Aber wir haben mit Robert Irmer einen super Mann an der Seitenlinie, der auch selbstständig wechseln darf und mit dem ich mich während der Partie kurz abspreche.“ Reger Gesprächsbedarf bestand dann spätestens ab dem 2:3-Anschlusstreffer der Bermatinger zehn Minuten vor Schluss. „Da ist dann noch mal Spannung aufgekommen“, so Backert. „Bermatingen hat alles nach vorne geworfen und viele lange Bälle geschlagen. So einer kann dann schon mal durchrutschen. Aber in der Nachspielzeit haben wir mit dem 4:2 alles klargemacht.“

Michael Fink, ebenfalls Spielertrainer, aber durch eine Verletzung verhindert, trauert den Möglichkeiten aus diesem letzten Aufbäumen nach. „Wir hatten die eine oder andere Chance auf den Ausgleich, Kluftern hätte sich da nicht beschweren dürfen“, meint er. „Im Endeffekt hat aber die individuelle Qualität den Ausschlag gegeben. Die haben dann vielleicht doch die besseren Einzelspieler gehabt.“ Doch auch für ihn ist mit der Niederlage im „Alles-Oder-Nichts-Spiel“ noch keine endgültige Entscheidung im Abstiegskampf gefallen. „Es ist noch alles offen und es sind noch neun Punkte zu vergeben“, stellt er klar. „Natürlich sind die Köpfe jetzt erst einmal unten und das ist auch in Ordnung – aber es kommen wichtige Spieler zurück, und wir werden voll angreifen!“ (jaw)