Traurige Kunde für alle Anhänger des SC Pfullendorf: Hans-Hermann Krane ist tot. Der 82-Jährige war der „Mister Sportclub“ schlechthin – die wohl wichtigste Institution. Ihm und seinem exzellenten Fußball-Sachverstand hat es der SC Pfullendorf zu verdanken, dass er sportliche Höhen erklomm, sich zu einer überregionalen Größe entwickelte und zeitweise als sportliche Nummer zwei hinter dem SC Freiburg eine vorzügliche Adresse darstellte.

Viel Herzblut für den Verein

Krane widmete zwei Drittel seines Lebens und seine ganze ehrenamtliche Kraft diesem Verein. Er steckte viel Herzblut und jede Menge Eigenmittel hinein. Er war die dominante Figur des Sportclubs, seine Redegewandtheit zeichnete ihn aus. Unter seiner Ägide sollte der grandiose Aufschwung 1976 mit dem Aufstieg in die 1. Amateurliga Südbaden beginnen. Krane war stolz darauf, dass er mit seiner Intervention beim Südbadischen Fußballverband dafür sorgte, dass die Brustwerbung des damaligen Hauptsponsors Alno zum ersten Mal einem Amateurverein genehmigt wurde.

Viele Stars gaben sich die Klinke in die Hand

24 Jahre gehörte der SC Pfullendorf der dritthöchsten Liga an, namhafte Trainer und Ex-Profis gaben sich die Klinke in die Hand. Aber auch einigen Talenten aus der eigenen Jugend sollte der Sprung nach ganz oben gelingen.

Hans-Hermann Krane (Mitte) bei der Pressekonferenz nach der 0:1-Niederlage seines SC Pfullendorf am 1. August 2000 gegen den Karlsruher SC. Links neben ihm der damalige KSC-Trainer und heutige Coach der U-21-Nationalmannschaft, Stefan Kuntz, rechts Ex-SCP-Trainer Frank Wormuth.
Hans-Hermann Krane (Mitte) bei der Pressekonferenz nach der 0:1-Niederlage seines SC Pfullendorf am 1. August 2000 gegen den Karlsruher SC. Links neben ihm der damalige KSC-Trainer und heutige Coach der U-21-Nationalmannschaft, Stefan Kuntz, rechts Ex-SCP-Trainer Frank Wormuth. | Bild: Nicole Fischer

1962 hatte der aus Wiedenbrück im Westfälischen stammende, in der Linzgaustadt unternehmerisch tätige Krane seine Kickstiefel für den SC Pfullendorf geschnürt, war sogar Mitte der 1960er Jahre kurzzeitig als Trainer eingesprungen. Acht Jahre später übernahm er nach Überredungskünsten des damaligen Vorsitzenden Hermann Rößler die Funktion des Spielausschussvorsitzenden. Und er führte als gewiefter Manager den SC Pfullendorf auf der Erfolgsleiter kontinuierlich nach oben – zusammen mit dem Vorsitzenden Manfred Walk, dessen Stellvertreter Heinz Kühnlenz und dem Geschäftsführer Manfred Vobiller.

Ein Trio am Ball: Hans-Hermann Krane (Mitte) 1998 und seine Mitstreiter Manfred Vobiller (Geschäftsführer) und Manfred Walk (Vorsitzender).
Ein Trio am Ball: Hans-Hermann Krane (Mitte) 1998 und seine Mitstreiter Manfred Vobiller (Geschäftsführer) und Manfred Walk (Vorsitzender). | Bild: Fischer, Eugen

1980 wurde die neu geschaffene drittklassige Oberliga, 1998 über Aufstiegstrainer Wilfried Ritter die Regionalliga Süd erreicht. Kranes größter Traum, die Zweite Liga, erfüllte sich jedoch nicht, als der SCP im Jahre 2000 an deren Pforte anklopfte. In den Aufstiegsspielen gegen LR Ahlen (1:1) und bei Union Berlin (1:3) fehlte ihnen das Glück.

Riesenerfolg im DFB-Pokal

Aber auch danach setzten die Pfullendorfer weitere Akzente. So im DFB-Pokal, als sie unter Trainer Michael Feichtenbeiner 2006 mit einem 2:1-Erfolg über Arminia Bielefeld die zweite Runde erreichten. Fortan wurde mit dem Rückzug des bisherigen Geldgebers das Budget kleiner, der Verein geriet in wirtschaftliche Schieflage. Und Krane musste im Frühjahr 2011 aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten, gab nach 40 Jahren seinen Posten ab. Krane hinterlässt seine Frau, zwei Söhne und zwei Töchter.

Umarmung zum Abschied: Hans-Hermann Krane (links) bedankt sich bei Marco Konrad, der heute Trainer des SC Pfullendorf ist.
Umarmung zum Abschied: Hans-Hermann Krane (links) bedankt sich bei Marco Konrad, der heute Trainer des SC Pfullendorf ist. | Bild: Fischer, Eugen