Fußball-Bezirksliga: – Am frühen Abend kam die halbwegs beruhigende Nachricht, was den kleinen Grenzverkehr gerade mit dem Kanton Zürich aber auch mit dem Elsass betrifft. Die Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikogebieten wird ausgesetzt. Das bestätigt am späten Abend auch der Südbadische Fußballverband (SBFV) in einer Medienmitteilung.

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Zunächst war die Sachlage so, dass Personen bei ihrer Einreise ab Samstag, 0 Uhr, einen maximal 48 Stunden alten, negativen Corona-Test vorlegen müssen, um eine 14-tägige Quarantäne in Deutschland zu vermeiden. Unter anderem wären der SV Jestetten und der SV Lottstetten betroffen – zahlreiche Spieler dieser Vereine leben in der Schweiz.

Nun aber zog offenbar Ministerpräsident Winfried Kretschmann selbst die Reißleine: Er traf eine entsprechende Absprache mit seinen Amtskollegen aus Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, und dem Saarland, Tobias Hans, um noch vor dem Wochenende Klarheit zu schaffen. Gemeinsam gaben sie am Freitagnachmittag bekannt: „Wir stehen in einem engen interregionalen Austausch mit unseren Partnern und setzen auf eine grenzüberschreitende Pandemiebekämpfung. Deshalb haben unsere drei Länder beschlossen, dass die sogenannte 24-Stunden-Regelung entlang der jeweiligen Grenzen zu den Nachbarländern gelten soll.“ Es dürfe keine Einschränkung im Grenzverkehr geben, betonten die Minister. Allerdings sagen die Ministerpräsidenten nicht, wann die Regelung in Kraft tritt. Noch am Nachmittag baten Mitarbeiter der Landesregierung auf Twitter um Geduld.

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Auch Schweizer Medien sowie der Südwestrundfunk (SWR) melden am Abend, dass Personen aus Risikogebieten weiterhin – ohne negativen Test – über die Grenze dürfen. Aber eben nur für maximal 24 Stunden. Allerdings melden auch diese Medien lediglich, dass die Regelung ab Samstag gelten „soll„.

Der Südbadische Fußballverband (SBFV) hatte am Freitag ebenfalls auf die Neuausweisung des Elsass sowie mehrerer Schweizer Kantone – unter anderem des Kantons Zürich – als Risikogebiet reagiert. Sollten durch die Quarantäne-Bestimmungen mehr als sieben Stammspieler ausfallen, könne die Partie ohne Weiteres verlegt werden.

Der Verband verweist auf den Absatz 2, Satz 3 unter Paragraf 45 der Spielordnung, der kurzfristige Spielverlegungen ermöglicht. Ein Hinweis, der keinem der aktuell betroffenen Verein viel genutzt hätte. Meist handelt es sich lediglich um wenige Spieler in der Mannschaft, die im Elsass oder in einem der betroffenen Schweizer Kantone leben.

Das sagt die SBFV-Spielordnung

Der SBFV schrieb am Freitag in einer Presseerklärung, dass „Spieler mit Wohnsitz in einem Risikogebiet vorerst nicht eingesetzt werden können/dürfen. Dies gilt für Amateure, aber auch für Vertragsspieler.“ Sollte die von den Ministerpräsidenten angekündigte Regelung über Nacht in Kraft treten, dann wäre diese SBFV-Anweisung hinfällig.

„Personen, die sich gesetzeskonform in Deutschland aufhalten, dürfen natürlich am Spielbetrieb teilnehmen“, betont Thorsten Kratzner, Pressesprecher des SBFV, ohnehin schon am Nachmittag im Gespräch mit dem SÜDKURIER: „Wir werden auch keine Corona-Tests vor Spielbeginn einfordern. Wer also den Test bei der Einreise vorlegen kann und entsprechend nicht in Quarantäne muss, darf auch spielen.“

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Michele Masi, Trainer des mit drei im Kanton Zürich lebenden Spielern betroffenen Bezirksligisten SV Jestetten, atmet angesichts der nun angekündigten Regelung zwar durch, betont aber ausdrücklich, dass der Verein zwar seine Spieler einsetzen möchte, aber nicht um jeden Preis: „Es geht in erster Linie darum, dass diese Spieler gesund sind, dass wir die geltenden Regeln einhalten und das Virus von allen Beteiligten fern halten. Die Gesundheit aller hat für uns höchste Priorität.“

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SV Lottstetten mit zehn Spielern betroffen

Heftiger hätte es den Nachbarverein SV Lottstetten, der mit dem SV Altenburg eine Spielgemeinschaft in der Kreisliga B-4 bildet, getroffen: „Bei uns spielen mindestens zehn Fußballer aus den beiden Aktivmannschaften, die in Rafz, Rheinau oder anderen Gemeinden aus dem Kanton Zürich wohnen“, sorgt sich Oliver Langner aber nicht nur um die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs: „Wenn der Fußball wieder ruht, dann wird es finanziell eng für uns. Die Heimspiele finden derzeit in Altenburg statt, im Frühjahr sollten sie in Lottstetten sein. Wird der Spielbetrieb wieder eingestellt, fehlen erneut Einnahmen. Das wird unser Verein kaum mehr verkraften.“

SBFV-Pressesprecher Thorsten Kratzner: „An eine Aussetzung des Spielbetriebs wird im Moment noch nicht gedacht.“
SBFV-Pressesprecher Thorsten Kratzner: „An eine Aussetzung des Spielbetriebs wird im Moment noch nicht gedacht.“ | Bild: Imago

SBFV plant keine Einstellung des Spielbetriebs

Thorsten Kratzner versichert allerdings: „Wir sind noch lange nicht soweit, dass wir an die Einstellung des Spielbetriebs denken. Der Verband wird alle Möglichkeiten nutzen, die Saison durchzuspielen. Aber was die Zukunft bringt, können auch wir nicht absehen.“ Schon im Gespräch mit unserer Zeitung hatte Kratzner eine gewisse Hoffnung in die Politik gesetzt und auf die von der Politik diskutierte und nun auch offensichtlich beschlossene „Grenzregion-Regelung“.

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