Fußball-Bezirksliga: – „Wir haben es jetzt einfach mal mit dem Sportplatz in Riedern versucht“, so Sportchef Oliver Eichkorn über die „rettende Idee“ des FC Schlüchttal, seinen „Heimfluch“ in der Bezirksliga zu beenden. Seit dem Wiederaufstieg im Sommer 2019 war es der Elf von Trainer Roberto Wenzler nicht gelungen, auf eigenem, Terrain einen Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Letztmals wurde in der Bezirksliga am 12. Mai 2018 beim 3:2 gegen den FC Wehr gejubelt. Nun wurde die „schwarze Serie“ sogar mit dem höchsten Bezirksliga-Sieg des Clubs zu den Akten gelegt.

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Den höchsten Bezirksliga-Sieg überhaupt läutete – wie kann es anders sein – der neue Torjäger vom Dienst in den Reihen des FC Schlüchttal ein: Nico Reichardt traf bereits nach acht Minuten zur Führung für die Gastgeber. In der Folge boten sich beide Teams ein Spiel auf Augenhöhe vor gut 150 Zuschauern hoch über dem Ortsteil Riedern.

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„Entscheidend dürften wohl unsere beiden Treffer vor und nach der Pause gewesen sein – und die Glanztat von Simon Hepp“, analysierte Eichkorn die denkwürdige Partie. Marvin Kalt sicherte noch vor dem Seitenwechsel das 2:0, unmittelbar nach Wiederanpfiff durften die Gastgeber das 3:0 durch Thomas Lang bejubeln.

Ein von Timon Baumgärtner an Adrian Fischer verursachter Strafstoß hätte dem Spiel durchaus nochmal eine Wende geben können, doch Hepp schnappte sich den von Ali Kassem geschossenen „Elfer“ und hielt somit nicht nur die „Null“ fest, sondern auch den ersehnten Sieg. Überhaupt, so BFC-Sportchef Riza Bilici, sei der „kleine Torwart der Größte“ gewesen. „Er hat zwei, drei gute Chancen unserer Elf zunichte gemacht.“

Servet Ay-Güven, Co-Trainer von Bosporus FC Friedlingen: „Wir mussten zahlreiche Stammspieler ersetzen. Das klappt mit unserem Kader nicht so einfach. Für Zico Struss stand erstmals Kevin Thudium, der kurzfristig vom TuS Stetten zu uns gekommen ist, zwischen den Pfosten. Er war ein guter Rückhalt und hat noch Schlimmeres verhindert.“
Servet Ay-Güven, Co-Trainer von Bosporus FC Friedlingen: „Wir mussten zahlreiche Stammspieler ersetzen. Das klappt mit unserem Kader nicht so einfach. Für Zico Struss stand erstmals Kevin Thudium, der kurzfristig vom TuS Stetten zu uns gekommen ist, zwischen den Pfosten. Er war ein guter Rückhalt und hat noch Schlimmeres verhindert.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Spätestens mit dem 4:0 durch Marvin Kalt war der Widerstand von Bosporus FC Friedlingen gebrochen, in den letzten Minuten schraubte Reichardt seine persönliche Ausbeute nach sechs Spielen auf nunmehr acht Tore. Der spielende Co-Trainer Servet Ay Güven – kurz vor Schluss mit Gelb-Rot vom Platz gestellt – suchte nicht nach Entschuldigungen, aber nach einer Erklärung: „Wir mussten zahlreiche Stammspieler ersetzen. Das klappt mit unserem Kader nicht so einfach“, zählte er unter anderem die Absenzen von Pajtim Ademaj, Daniel Mundinger, Mohammad Kassem und Zico Struss auf: „Für Zico stand erstmals Kevin Thudium, der kurzfristig vom TuS Stetten zu uns gekommen ist, zwischen den Pfosten. Er war ein guter Rückhalt und hat noch Schlimmeres verhindert.“

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Für Riza Bilici war der Auftritt des letztjährigen Aufsteigers in Riedern trotzdem ein Unding: „Wir haben eine gute Mannschaft auf den Platz gebracht, hatten auch gute Ersatzspieler dabei. Aber das Team kam weder mit dem Wetter, dem Platz noch dem Gegner zurecht“, bemängelte der Sportchef vor allem aber die Einstellung: „Bei 90 Prozent der Spieler hat sie gefehlt.“ Bilici kündigte Redebedarf an: „Spielen wir gegen den SV Herten am Sonntag auch so, wiederholt sich dieses Ergebnis bestimmt.“

Deniz Aytac, Trainer von Bosporus FC Friedlingen: „Was sich unser Sportchef Riza Bilici, der nach der Pause als Linienrichter agierte, anhören musste, geht einfach nicht. Im Rückspiel werden wir auf jeden Fall freundliche Gastgeber für den FC Schlüchttal sein.“
Deniz Aytac, Trainer von Bosporus FC Friedlingen: „Was sich unser Sportchef Riza Bilici, der nach der Pause als Linienrichter agierte, anhören musste, geht einfach nicht. Im Rückspiel werden wir auf jeden Fall freundliche Gastgeber für den FC Schlüchttal sein.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Redebedarf hatte nach dem Spiel auch Trainer Deniz Aytac, dem verbale Ausfälle aus den Zuschauerreihen nicht gefallen haben: „Was sich Riza Bilici, der nach der Pause als Linienrichter agierte, anhören musste, geht einfach nicht“, ärgerte sich der Friedlinger Trainer vor allem, dass von den Offiziellen des FC Schlüchttal nicht reagiert worden sei: „Da hätte ich ein konsequentes Eingreifen erwartet.“ Für das Rückspiel kündigte Aytac, der die multikulturelle Struktur seiner Elf heraus hob und betonte, dass gerade in der heutigen Zeit ein Zusammenhalt der Nationen geboten sei, eine entsprechende Reaktion an: „Wir werden auf jeden Fall freundliche Gastgeber für den FC Schlüchttal sein.“

Oliver Eichkorn, Sportchef des FC Schlüchttal: „Ja, es gab unschöne Worte – aber auch von der anderen Seite. Wir haben allerdings auch keinen Grund gesehen, Konsequenzen zu ergreifen.“
Oliver Eichkorn, Sportchef des FC Schlüchttal: „Ja, es gab unschöne Worte – aber auch von der anderen Seite. Wir haben allerdings auch keinen Grund gesehen, Konsequenzen zu ergreifen.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Für Oliver Eichkorn war der Zwischenfall, der eine mehrminütige Unterbrechung des Spiels erfordert hatte, nicht so bedeutend, als dass er hätte Konsequenzen ziehen müssen: „Ja, es gab unschöne Worte – aber auch von der anderen Seite.“ Schließlich hätte der Schiedsrichter die Spielführer gebeten, für Ruhe zu sorgen: „Die trat dann auch ein“, so Eichkorn: „Die beiden Linienrichter haben die Seiten gewechselt. Dann war das Thema erledigt.“

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