Video: Scheibengruber, Matthias

Fußball-Bezirksliga: – Erstaunlich still war es hinter der Kabinentür des FC Erzingen. Kurz nach dem 4:1-Heimsieg über Aufsteiger FC Hochrhein waren die Spieler mit Trainer Klaus Gallmann in der Umkleide verschwunden – von Jubel und Siegesgeheul keine Spur: „Ich habe die Gelegenheit genutzt, die vergangene Woche nochmals anzusprechen“, war dem Trainer des FC Erzingen keinerlei Euphorie ob des klaren Sieges anzumerken.

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Der FC Erzingen hatte in der Partie gegen den über den Kalten Wangen angereisten Aufsteiger einiges aufzuarbeiten. „Den Spielern steckte das 1:8 beim FC Zell durchaus noch in den Klamotten“, merkte Gallmann an: „Einige haben sogar noch Tage später überall grüne Trikots gesehen.“

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„Ich musste vor dem Spiel nicht viel erzählen“, berichtete Gallmann von einer eher spartanischen Vorbereitung: „Wir haben uns relativ kurz vor Anpfiff getroffen, dann habe ich elf Namen an die Tafel geschrieben und die Spieler raus geschickt.“

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Wenn der Trainer schweigt, dann will er der Mannschaft offensichtlich etwas sagen. Und die nicht ausgesprochene Botschaft kam an. Besonders an der Leistung von Shaban Limani war das zu erkennen. Vor Wochenfrist ist Zell hatte er sich bereits nach 13 Minuten mit einer Verletzung in die Kabine verabschiedet. Auf Training musste er verzichten, der Einsatz des Torjägers stand in der Schwebe.

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Doch der 24-jährige Stürmer biss auf die Zähne, „tanzte“ nach zehn Minuten leichten Fußes durch die Abwehr des FC Hochrhein. Mit einem trockenen Schuss ließ er Simon Krause, der einmal mehr für Lukas Stelter zwischen den Pfosten stand, keine Abwehrchance.

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In der Folge spielte nur der FC Erzingen, setzte Akzente: „Wir waren nicht am Spiel beteiligt, geschweige denn in der gegnerischen Hälfte“, platzte Philip Brandl nach gut 25 Minuten endgültig der Kragen: „Traut euch mal etwas zu“, rief der Trainer des FC Hochrhein quer über den Platz und schien damit seine Mannen geweckt zu haben.

Shaban Limani im Video-Interview
Shaban Limani im Video-Interview | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Plötzlich zogen die Gäste am Gashebel, nötigten FCE-Schlussmann Loris Bendel zu Rettungsaktionen bei Chancen für Fabio Kech und Nick Schupp. Kurz danach legte Kech – im vergangenen Jahr noch beim FC Erzingen aktiv – für Timo Keslinke ab und prompt lag der Ball im Tor. Unmittelbar danach verhinderte Loris Bendel mit einer weiteren Parade gegen Simon Lauber gar den Rückstand auf eigenem Platz.

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Doch so schnell der Aufsteiger aus seiner Lethargie erwacht war, so schnell verabschiedete er sich wieder aus dem aktiven Spielgeschehen. Der FC Erzingen holte sich das Kommando zurück: „Das waren maximal zehn Minuten, in denen wir das Spiel nicht kontrolliert haben“, befand denn auch Klaus Gallmann: „Auch wenn mir manches nicht so gut gefallen hat. Vom fußballerischen Eindruck aber war es eine sehr gute Antwort auf das Zeller Debakel.“

Spätestens in der Nachspielminute vor der Pause war dann aber klar, dass es dem FC Hochrhein nicht zur Überraschung reichen würde. Luigi Lentisco bekam an der Strafraumlinie den Ball und setzte sich gegen teilnahmslos beobachtende Abwehrspieler zum 2:1 durch.

Francesco Melina im Video-Interview
Francesco Melina im Video-Interview | Bild: Scheibengruber, Matthias
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„Ich habe in der Pause versucht, der Mannschaft nochmal Mut zuzusprechen“, zuckte Philip Brandl nach Spielende enttäuscht die Schultern: „Aber das hat offensichtlich nichts genutzt.“ Kurz nach dem Wechsel verpasste Nico Maier nach Zuspiel von Timo Keslinke vor dem Erzinger Tor die letzte gute Möglichkeit zum Ausgleich.

Im weiteren Verlauf der Partie dominierte der FC Erzingen, erspielte sich etliche Chancen. Zwar musste Simon Krause gegen Shaban Limani und den eingewechselten Valentin Loparco noch zwei Mal hinter sich greifen. Doch mit seinen Paraden verhinderte er eine noch deutlichere Niederlage.

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Der FCH-Schlussmann verdiente sich sogar Szenenapplaus von den Gastgebern, als er in der 72. Minute einen satt geschossenen Freistoß von Gianpierre Notarpietro gekonnt gegen den Pfosten lenkte.

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Vor dem Endspurt des Fußballjahres 2019 erlitt der FC Hochrhein nach zuletzt ansprechenden Auftritten einen herben Rückschlag. „Es war aber auch eine undankbare Aufgabe für uns, ausgerechnet nach dem 1:8 von Zell gegen den FC Erzingen spielen zu müssen. Da war doch klar, dass sie auf Wiedergutmachung drängen“, zog Philip Brandl seine Bilanz nach dem mutlosen Auftritt.

Einziger Lichtblick war das Comeback von Philipp Jedlicka, der nach 53 Minuten für den angeschlagenen Simon Lauber kam und sein Saisondebüt feierte: „Es steht uns noch gegen den VfB Waldshut zur Verfügung und verabschiedet sich dann wieder aus beruflichen Gründen in die USA„, so Brandl: „Er hat sich trotz der langen Abwesenheit nahtlos eingefügt. So einer fehlt uns – wie auch Thomas Wehrle – an allen Ecken und Enden.“

FC Erzingen – FC Hochrhein 4:1 (2:1). – Tore: 1:0 (10.) Limani; 1:1 (27.) Keslinke; 2:1 (45.+1) Lentisco; 3:1 (75.) Limani; 4:1 (88.) Loparco. – SR: Leonardo Vallone (Albbruck). – Z.: 180.

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