Rasanter als das Coronavirus selbst verbreiten sich im Internet dazu passende Fake News, also gefälschte Nachrichten. Das fand das US-Außenministerium heraus. Einem Bericht der Washington Post zufolge, der die Analyse des Global Engagement Centers vorliegt, sind mehr als sieben Prozent aller Twitter-Beiträge zu Corona falsch. Das entspricht einer Zahl von mehr als zwei Millionen. Untersucht wurden fast 30 Millionen veröffentlichte Tweets im Zeitraum vom 20. Januar bis 10. Februar. Der Analyse-Fokus habe auf Ländern außerhalb der USA gelegen.

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Verantwortliche um Aufklärung bemüht

Mit falschen Tipps und Verschwörungstheorien, die auf Social Media-Plattformen häufig geteilt werden, wollen Nutzer ihre Reichweite vergrößern, vermuten Experten. Dem möchten die Sozialen Netzwerke sowie offizielle Stellen entgegenwirken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa startete vor Kurzem eine Kampagne zur Bekämpfung von Fake News zum Coronavirus. In den sozialen Medien räumt sie mit Mythen und Gerüchten auf. Facebook hat derweil in Deutschland ein Banner geschaltet, das Nutzer auf die Webseite des Bundesgesundheitsministeriums weiterleitet.

Supermärkte entlarven Falschnachrichten

Stark von den Auswirkungen der Corona-Angst betroffen sind Supermärkte – Stichwort Hamsterkäufe. Deshalb sind sie auch besonders anfällig für Fake News. Im Layout des Nachrichtenportals „Focus Online“ wurde erst jüngst darüber informiert, dass Lebensmittelmärkte wie Aldi, Lidl, Rewe und Kaufland sich auf veränderte Öffnungszeiten geeinigt hätten: Montags sei von 8 bis 10 Uhr geöffnet und freitags von 8 bis 10 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Das entsprach nicht der Wahrheit.

Neue Öffnungszeiten für Lebensmittelmärkte? Diese angeblich von „Focus Online“ verbreitete Information ist falsch.
Neue Öffnungszeiten für Lebensmittelmärkte? Diese angeblich von „Focus Online“ verbreitete Information ist falsch. | Bild: Screenshot

Der Handelsverband Deutschland reagierte in Person von Hauptgeschäftsführer Stefan Genth unmittelbar auf die Falschnachricht. Es sei ihm zufolge nicht geplant, die Öffnungszeiten im Einzelhandel einzuschränken. Genth dementierte in Sozialen Netzwerken verbreitete Meldungen in aller Deutlichkeit. Auch Aldi, Lidl, Rewe und Kaufland gaben Entwarnung und widersprachen den Fake News.

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Fallbeispiel aus Baden-Württemberg

Zu Falschmeldungen kann es immer und überall kommen. Ein Beispiel aus der Region hat sich im Februar ereignet. Als Screenshot machten diese Fake News vor allem im Chatdienst Whatsapp die Runde: „Die Lage hat sich deutlich verschärft. Der Corona Virus breitet sich im Süden (Baden-Württemberg) schlagartig aus, es wird gezwungen ab morgen 29.02.2020 ab 8:00 Uhr ist Mundschutzpflicht im Raum Göppingen und Esslingen. Die Zahl der Infizierten in Esslingen und Göppingen wird auf über 10.000 geschätzt. Es wird empfohlen zuhause zu bleiben und nicht mehr zur Arbeit zu gehen. In Plochingen und Esslingen gibt es bereits 8 Todesfälle.“ Nichts daran war wahr.

Diese Online-Berichterstattung der Wochenzeitung „Die Zeit“ wurde manipuliert.
Diese Online-Berichterstattung der Wochenzeitung „Die Zeit“ wurde manipuliert. | Bild: Screenshot

Tipps zur Überprüfung von Nachrichten

Stößt man im Internet auf ebensolche Meldungen, sollten bei jedem die Alarmglocken angehen. Hinweise darauf, dass Informationen falsch sind, können beispielsweise Rechtschreib- und Kommafehler sein. Außerdem sollte man sich die Quelle immer genauer anschauen. Im Fake-Beispiel aus Baden-Württemberg klaute sich der Urheber das Layout der Wochenzeitung „Die Zeit“. Ein Artikel mit dem Text des Screenshots war auf der dortigen Internetseite aber nicht zu finden. Stattdessen informierte einer der vermeintlichen Autoren: „Derzeit kursieren offenbar Screenshots eines Artikels im Netz, die unsere Optik verwenden und falsche Nachrichten zum Coronavirus verbreiten.“ Auch ein Blick auf Suchmaschinen wie Google lohnt sich. Zudem informieren seriöse Medien, Behörden oder Ministerien regelmäßig, darüber hinaus gibt es womöglich Mitteilungen der örtlichen Stadtverwaltungen.

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