Vor rund acht Jahren fanden zwei Gemeindearbeiter von Klingnau nahe Waldshut 2,6 Kilogramm Goldbarren, als sie ein Stück Wiese neben einem Fußgängerweg mähten. Am Dienstag hat wieder ein Gemeindemitarbeiter bei solchen Unterhaltsarbeiten einen speziellen Fund gemacht, und das nur rund 100 Meter Luftlinie entfernt von der Stelle des Goldfundes.

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Konkret handelt es sich diesmal um einen Forstwart. Er fand einen Sprengkörper im Achenbergbach. Die Meldung ging bei der Polizei um 10.30 Uhr ein. Aller Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen weiteren Fund im Sprengkörper-Fall von Klingnau. „Wenn tatsächlich ein Zusammenhang besteht, wird unser Bericht zum neuen Fund an die Bundesanwaltschaft übergeben“, sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei.

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Die Bundesanwaltschaft führt das Strafverfahren gegen einen 43-jährigen Schweizer aus dem Ort. Er hat gestanden, die Sprengkörper hergestellt und zwei gezündet zu haben. Die weiteren will er allerdings verloren haben, wie er der Aargauer Zeitung sagte. Zudem will er die zwei im Wald und nicht in den Reben gezündet haben.

Fundort weiträumig abgesperrt

Einmal mehr rückten Spezialisten vom Forensischen Institut in Zürich am Dienstag nach Klingnau aus: Sie bargen das Objekt mit einem Sprengstoffroboter. Nach einem zweistündigen Einsatz am Fundort an der Flüestrasse transportierten sie um 13 Uhr den Knallkörper in einem Anhänger ab und brachten ihn ins Labor nach Zürich.

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„Die Polizei sperrte den Fundort weiträumig ab“, erzählt ein Anwohner. „Polizisten forderten uns auf, unsere Wohnungen nicht zu verlassen und die Fenster zu schließen. Sie informierten uns, als die Luft wieder rein war. Das lief professionell ab.“

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Laute Knalle in der Nacht hatten die Bevölkerung in Klingnau sowie in Nachbargemeinden während mehrerer Wochen im Februar und März aufgeschreckt. Anfang Juni hatte sich die Lage längst beruhigt, die Knalle waren schon fast wieder vergessen. Da kam es kurz nacheinander zu drei Funden von Sprengkörpern, die mit den Knallen im Zusammenhang standen. Den ersten brachte ein Bürger auf den Polizeiposten im Klingnauer Städtchen. Sogleich wurde dort ein Alarm ausgelöst. Der Polizeiposten wurde weiträumig abgesperrt. Das sorgte für großes Aufsehen. Anfang Juli kam es zu einem weiteren, vierten Fund.

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Einer der ersten drei Knallkörper wurde einige hundert Meter oberhalb vom dienstäglichen Fundort entfernt im selben Bachbett gefunden. Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass dieser fünfte Knallkörper bachabwärts gespült worden ist, nachdem er vor mehreren Monaten im Bach entsorgt worden war. Die Bundesanwaltschaft führt das Strafverfahren wegen Gefährdung ohne verbrecherische Absicht (Fahrlässige Gefährdung). Der Strafrahmen dafür reicht von einer Buße bei leichten Fällen bis zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren bei schweren Fällen. Zum Stand der Ermittlungen hat sich die Bundesanwaltschaft bisher inhaltlich nicht geäußert.