Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern und Existenzen zu retten, hatte der Bund Rettungspakete in Milliardenhöhe geschnürt. Eines dieser Werkzeuge zur Unterstützung von Wirtschaftsunternehmen sind die Corona-Sonderprogramme der Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Von Corona gebeutelte Unternehmen können über ihre Hausbanken hier Schnellkredite zu besonders günstigen Konditionen beantragen, bei denen die KfW die Haftung übernimmt. Je nach Größe des Unternehmens gab und gibt es verschiedene Programme.

Doch wie hat sich diese Unterstützung in der Praxis erwiesen? Wie viel Geld ist davon von Unternehmen in der Region in Anspruch genommen worden?

Wie viel Geld fließt in die Region?

Antworten geben die beiden Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) und Felix Schreiner (CDU) für ihren gemeinsamen Wahlkreis Waldshut: Demnach flossen bis Ende Juni dieses Jahres rund 92,2 Millionen Euro an KfW-Corona-Hilfen als Kredite für Unternehmen in das Gebiet zwischen Schwarzwald und Hochrhein. Für die parlamentarische Staatssekretärin „ein starkes Zeichen für die wirtschaftliche Bedeutung des Wahlkreises“, Schreiner nennt dies eine „eindrucksvolle Summe“.

Doch der Wahlkreis Waldshut ist nicht gleichzusetzen mit dem Landkreis Waldshut. Denn von den 92,2 Millionen ist es nur etwas mehr als die Hälfte des Betrags, nämlich rund 46,4 Millionen Euro KfW-Corona-Hilfen, die Unternehmen im Landkreis Waldshut erhalten.

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So schlüsselt Schwarzelühr-Sutter auf, dass rund 45,7 Millionen an Unternehmen in den betreffenden Gemeinden im Nachbarkreis ausgezahlt werden. In den gesamten Nachbarkreis Breisgau-Hochschwarzwald fließen etwa 110 Millionen Euro KfW-Gelder, inklusive des Betrags für die Walshuter Wahlkreis-Gemeinden.

Wie viele Unternehmen haben KfW-Kredite beantragt?

Nach Aussagen der KfW haben bis Juni dieses Jahres 273 Unternehmen im Wahlkreis Waldshut Kredite der unterschiedlichen Programme in Anspruch genommen. Die Gesamtsumme von 92.184.500 Euro verteilt sich wie folgt:

  • 208 Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler erhielten KfW-Unternehmerkredite KMU in Höhe von insgesamt 44.300.500 Euro.
  • 15 Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern und länger als fünf Jahren am Markt erhielten KfW-Unternehmerkredite in Höhe von insgesamt 33.190.000 Euro.
  • 30 Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern erhielten KfW-Schnellkredite 2020 in Höhe von insgesamt 11.329.000 Euro.
  • 20 Existenzgründer erhielten ERP-Gründerkredite Universell KMU in Höhe von insgesamt 3.365.000 Euro.

Wie bewerten die Abgeordneten diese Unterstützung?

Die parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter hebt den Sinn der KfW-Kredite hervor: „Im Verbund mit den weiteren Maßnahmen des Bundes – etwa dem Kurzarbeitergeld, zinsloser Stundung von Steuern oder den Soforthilfen des Bundes in Höhe von 50 Milliarden Euro – eröffnen sie Unternehmerinnen und Unternehmern die Chance, ihre Lebensgrundlage durch die krisengebeutelte Zeit zu bringen und den Wahlkreis Waldshut wirtschaftlich zu stärken.“

Auch der CDU-Abgeordnete Felix Schreiner sieht die Kredite als wichtigen Baustein: „Gemeinsam mit den vorliegenden Hilfsinstrumenten muss alles dafür getan werden, dass Unternehmen – vor allem aber auch Arbeitsplätze – gesichert werden können.“

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