Eishockey: Kommt er oder kommt er nicht? Die Personalie Jamie MacQueen sorgt in und um Schwenningen derzeit für mächtig Gesprächsstoff. Nachdem der Kanadier im November trotz bärenstarker Scorer-Quote und Zwei-Jahresvertrag überraschend aussortiert wurde, ist es mittlerweile wieder ein Thema, dass er seinen laufenden Vertrag in Schwenningen doch noch erfüllen wird.

Sportmanager Christof Kreutzer wollte diese Entwicklung nicht bestätigen, dementierte sie allerdings auch nicht. „Jamie MacQueen hat bei uns noch einen Vertrag für die kommende Saison. So lange er einen Vertrag hat, gehört er auch zu unserer Mannschaft. Alles andere ist Spekulation“, sagte Kreutzer. Normalerweise eine Aussage, die darauf hindeutet, dass der Kanadier künftig wieder für die Schwenninger auf Torejagd geht. Kreutzer fügte allerdings an: „Wenn ein Verein kommt und Jamie MacQueen haben will, werden wir uns das Ganze anschauen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Die Vorgeschichte mit MacQueen wirft die Frage auf, was sich gegenüber vorherigen Aussagen von Schwenninger Verantwortlichen nun geändert hat, denn bislang bestand wenig Hoffnung, dass der 31-Jährige noch einmal das Wild Wings-Trikot tragen wird. Wenn ein Verein seinen Top-Torjäger bereits nach einem Drittel der Saison „vom Hof jagt“, dürfte Schwerwiegendes vorgefallen sein.

Als die Wild Wings im November 2019 bekannt gaben, dass sie Jamie MacQueen freistellen, meinte Geschäftsführer Christoph Sandner: „Wir benötigen Mitarbeiter und Spieler, die sich zu 100 Prozent mit den Wild Wings identifizieren und abseits sowie auf dem Eis als Leader und Vorbild vorangehen.“ Auch Trainer Niklas Sundblad machte den MacQueen-Fans zwei Monate später wenig Hoffnung. Auf die Frage nach einer möglichen Rückkehr antwortete er im Januar: „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass MacQueen nicht mehr bei uns spielen wird.“

Seit diesen Aussagen ist einige Zeit vergangenen. Durchaus denkbar, dass der neue Schwenninger Sportdirektor Christof Kreutzer in den vergangenen Wochen eine wichtige Rolle spielte, als es darum ging, ob die Schwenninger mit dem Kanadier doch noch auf einen gemeinsamen Nenner kommen. „Jamie MacQueen ist natürlich ein guter Spieler. Ich weiß allerdings auch, dass dies aufgrund der vergangenen Saison ein brisantes Thema ist“, so Kreutzer.

Das könnte Sie auch interessieren

MacQueen ist einer der Topverdiener im Schwenninger Kader. Wenn die Wild Wings ihn nicht mehr wollen und sich kein neuer Verein findet, wäre dies eine teure Angelegenheit für einen Klub, der ohnehin finanziell Jahr für Jahr knapp wirtschaften muss.

Laut Mike Bühler, dem Berater von MacQueen, hatten auch andere Vereine Interesse am Angreifer. „Das waren allerdings nur lose Anfragen“, so Bühler. Er sieht allerdings auch keinen Handlungsbedarf: „Jamie hat für kommende Saison einen gültigen Vertrag in Schwenningen. Deshalb ist für uns aktuell alles geregelt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Gibt es keinen anderen Verein, der sich die Dienste des Kanadiers sichern will, hätten die Wild Wings einen Spieler auf der Gehaltsliste, der nicht spielt, aber den Etat wesentlich belastet. Somit ist nachvollziehbar, dass die Verantwortlichen abwägen, ob ein MacQueen-Comeback Sinn macht.

Wie wertvoll der 31-Jährige für die Offensive der Wild Wings sein kann, zeigt ein Blick in die Statistik. Obwohl er bis zu seinem vorzeitigen Abschied im November lediglich 17 Spiele absolviert hatte, war MacQueen nach den 52 Hauptrundenspielern mit elf Treffern der drittbeste Schwenninger Torschütze in der Saison 2019/20. Seine Defensivqualitäten auf dem Eis waren allerdings des Öfteren sehr überschaubar. Auf jeden Fall dürfte das Thema „Jamie MacQueen und seine Schwenninger Zukunft“ weiterhin brisant und spannend bleiben.

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.