Für Sascha Stauch ist es fast wie ein Heimspiel. Der gebürtige Waldshuter ist Co-Trainer der Schweizer U21-Nationalmannschaft. Und diese trifft am Freitag um 19 Uhr in Schaffhausen im Rahmen der EM-Qualifikation auf die Slowakei. Drei Punkte sind Pflicht, wie Stauch betont. „Wir wollen die Tabellenführung verteidigen. Unterschätzen dürfen wir den Gegner aber nicht, die Slowaken waren bei der Auslosung immerhin in Lostopf 2, wir nur in Lostopf 4.“

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Dennoch sind die Schweizer Favorit. Immerhin besiegten die Eidgenossen im vergangenen November auch Gruppenfavorit Frankreich mit 3:1, die Bilanz mit vier Siegen aus den ersten vier Spielen ist makellos.

Für Stauch selbst ist das Spiel in Schaffhausen aber gleichzeitig eine spezielle Rückkehr. Denn in der Saison 2002/2003 spielte der Dribbelkünstler im Trikot der Schaffhauser in der Nationalliga B, der damals zweithöchsten Spielklasse der Schweiz. Stauch war Stammspieler und brachte gute Leistungen. Doch nach der Saison war bereits Schluss in Schaffhausen. Wieso? Der Waldshuter wurde zum zweiten Mal Vater, Geld gab es damals nur wenig zu verdienen in Schaffhausen. „So entschied ich mich für meinen Job als Produktmanager in Wangen. Diese Führungsposition war nicht zu vereinbaren mit dem Fußball“, so Stauch.

Eine harte Entscheidung damals. Doch sechs Jahre später führte ihn der Weg abermals nach Schaffhausen – als Spielertrainer bei der Spielvereinigung Schaffhausen. Auch hier blieb er nur ein Jahr. Nach dem Abstieg von der 1. Liga, der dritthöchsten Spielklasse der Schweiz, in die 2. Liga interregional trennten sich die Wege.

Immer am Ball: Sascha Stauch bei einem Gespräch mit SÜDKURIER-Sportredakteur Matthias Scheibengruber für einen Beitrag in unserem Fußball-Magazin.
Immer am Ball: Sascha Stauch bei einem Gespräch mit SÜDKURIER-Sportredakteur Matthias Scheibengruber für einen Beitrag in unserem Fußball-Magazin. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Für Stauch waren das einschneidende Erlebnisse. „Aber so läuft es halt im Fußball“, sagt der 46-Jährige lapidar. Denn trotz dieses Misserfolgs führte sein Weg danach stetig nach oben. Über sechs Jahre war Stauch danach beim FC Aarau in leitenden Positionen tätig, unter anderem arbeitete er als Nachwuchskoordinator, Sportvorstand und Interimstrainer bei den Profis.

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Seine Akribie und sein strukturiertes Arbeiten brachten ihm schließlich im Mai 2017 einen Job beim SchweizerischenFussballverband im Bereich der Spielanalyse und der Spielentwicklung ein. Im Februar 2018 wurde Stauch dann Co-Trainer der U21-Nationalmannschaft. Außerdem betreut er seit August 2018 die U16-Nationalmannschaft hauptverantwortlich als Cheftrainer. „Die Arbeit macht mir richtig Spaß, die Jungs ziehen alle voll mit“, sagt Stauch begeistert.

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Einziger Wermutstropfen sind die aktuellen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Bei der Schweizer A-Nationalmannschaft hat es im Vorfeld der Spiele in der Nations League den ersten Corona-Fall gegeben, Torwarttrainer Patrick Foletti wurde positiv getestet. Auch deshalb ist man beim Zusammenzug der U21-Mannschaft in Schaffhausen extrem vorsichtig. „Wir dürfen nicht raus in die Stadt, für uns gibt es derzeit nur das Stadion und das Hotel“, offenbart Stauch. Auch dort haben alle Spieler ein Einzelzimmer, der Kontakt untereinander soll möglichst beschränkt werden. Und zum Spiel sind auch keine Fans zugelassen, das U-Nationalteam wird vor einer Geisterkulisse spielen. „Es wäre toll gewesen, in ein volles Stadion einzulaufen. Aber wir nehmen die Situation so an, wie sie ist und geben unser Bestes“, sagt Stauch.

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