Der Großvater ist schuld, dass Nico Waibel mit 16 Jahren Schiedsrichter wurde. Opa Rolf Futterer schlüpfte selbst vor knapp einem halben Jahrhundert ins schwarze Gewand der Unparteiischen. Das familiäre Vorbild und dann im Clubheim ein Flyer, mit dem neue Schiedsrichter gesucht wurden, das passte.

Eine Charakter-Schulung fürs Leben

Nico Waibel spielte damals noch selbst in der Jugend, doch nachdem er erstmals Schiedsrichter-Luft geschnuppert hatte, sortierte er ein Jahr später seine Prioritäten neu und konzentrierte sich auf den Dienst mit der Pfeife: „Ich finde die Loyalität und die Gemeinschaft bei den Schiedsrichtern echt top.“ Es sei eine Charakter-Schulung fürs Leben, bei der man früh lerne, hinzustehen, Entscheidungen zu treffen und zu „verkaufen“.

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Die Laufbahn des 21-Jährigen verlief gut, auch wenn er der Pandemie Tribut zollen musste. So zog Nico zwar 2019 bereits in den Leistungskader der Kreisliga A, musste aber nach zwei abgebrochenen Corona-Spieljahren bis 2022 warten, ehe er in die Bezirksliga aufstieg. Diesen Aufstieg sieht er auch als bisherigen Höhepunkt seiner SR-Tätigkeit, ebenso die ganze Spiele als Assistent in mehreren Gespannen: „In nahezu jedem Spiel gibt es schöne Erlebnisse.“

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Das eine herausragende Negativerlebnis blieb dem für den SV Boll-Krumbach-Bietingen pfeifenden jungen Mann bislang erspart. Aber „wenn der Respekt auf dem Sportplatz nachlässt und es zu Beleidigungen kommt, dann ist das immer unschön.“ Sich selbst schätzt er als kommunikativen und sachlichen Typen ein, der sich darum bemüht, Spiele „ohne großes Tamtam“ zu leiten.

Aus jedem Spiel etwas lernen

Sich weiterzuentwickeln und stets Neues hinzuzulernen, so formuliert Nico Waibel vorrangig seine Ziele als Schiedsrichter, viele Spiele pfeifen und aus jedem etwas lernen, „gut leiten und weiterhin Spaß haben.“ Neues zu lernen, das gehört in jeder Beziehung zu seiner Lebensplanung, im Beruf wie im Sport: „Ich habe dieses Jahr meine Ausbildung zum Disponenten bei einem Möbelhaus abgeschlossen. Auch hier möchte ich mich fortbilden.“ (kha)