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Fußball-Bezirksliga: – Marco Weimann brüllte über den ganzen Platz: „Seid ihr jetzt endlich wach?“ Der Routinier in der Abwehrzentrale des FC Wallbach spürte, dass gegen den FC Schlüchttal etwas ganz gewaltig schief laufen würde, wenn sich seine Elf nicht noch berappelte. Doch in dieser 40. Spielminute war die Partie längst gekippt, obwohl der FC Wallbach noch mit 2:0 führte.

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Die Gäste hatten über links angegriffen, Thomas Lang führte den Ball auf der Seitenlinie. Hinter ihm hob Oliver Eichkorn das Fähnchen, deutete einen Aus-Ball an. Schiedsrichter Dominik Homberger entging das Signal. Thoma flankte und Nico Reichardt köpfte den Ball zum vermeintlichen 1:2 ins Netz. „Ein Wallbacher sagte mir, dass der Ball zuvor im Aus gewesen sei. Ich schaute zum Linienrichter, der nickte – also gab es kein Tor sondern Einwurf“, löste der Unparteiische die Situation auf.

Schiedsrichter Dominik Homberger: „Das Zeichen des Linienrichters hatte ich nicht gesehen. Als der Ball im Tor lag, sagte ein Wallbacher Spieler, dass der Ball zuvor im Aus gewesen sei. Ich schaute zum Linienrichter, der nickte – also gab es kein Tor sondern Einwurf. Eine faire Geste des Schlüchttaler Linienrichters.“
Schiedsrichter Dominik Homberger: „Das Zeichen des Linienrichters hatte ich nicht gesehen. Als der Ball im Tor lag, sagte ein Wallbacher Spieler, dass der Ball zuvor im Aus gewesen sei. Ich schaute zum Linienrichter, der nickte – also gab es kein Tor sondern Einwurf. Eine faire Geste des Schlüchttaler Linienrichters.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Eine Entscheidung, die für den Aufsteiger böse in die Hosen hätte gehen können. Denn fast bis zu diesem Zeitpunkt hatte der FC Schlüchttal nur die Statistenrolle. Die Hausherren agierten nach Lust und Laune, führten klar. Christian Albiez hatte nach neun Minuten getroffen und legte in der 27. Minute für Dan Stengritt zum 2:0 auf. Sechs Minuten zuvor hatte Stengritt schon getroffen, stand aber im Abseits.

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„Eine halbe Stunde lang ist unser Matchplan aufgegangen. Danach gaben wir das Spiel aus der Hand“, schüttelte Trainer Andreas Braunagel den Kopf: „Ich kann nicht verstehen, dass wir in so einer Situation plötzlich so nervös werden.“

Kapitän Matthias Wenk (FC Wallbach): „Wir haben super angefangen. Machen zwei blitzsaubere Tore. Dann haben wir nachgelassen. Nach der Pause haben sie uns den Schneid abgekauft.“
Kapitän Matthias Wenk (FC Wallbach): „Wir haben super angefangen. Machen zwei blitzsaubere Tore. Dann haben wir nachgelassen. Nach der Pause haben sie uns den Schneid abgekauft.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Während der Halbzeit legte Gästetrainer Roberto Wenzler sein freundliches Pokerface ab, redete Tacheles mit seinen Jungs. „Die erste Hälfte war mühsam, der Einsatz fehlte. Wir waren froh, dass es nur 0:2 stand. Es wurde richtig laut in der Pause“, analysierte Pius Blatter nach dem Spiel. Der Kapitän avancierte gemeinsam mit dem nach 54 Minuten eingewechselten Frank Kech zum Matchwinner.

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Als Vorspiel zur Blatter-Show sorgten Michael Selb und Nico Reichardt für den Anschlusstreffer. Selb schlug einen Freistoß vors Tor, Reichardt hatte für seinen Kopfball alle Zeit der Welt, denn zuständig fühlte sich kein Wallbacher für ihn.

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Und so nahm das Unheil seinen Lauf. Der quirlige Kech war kaum zu bremsen und wenn, dann nur durch Foulspiel. Erst zog ihm Ramon Winkler (57.) das Bein weg, später kam ihm Tim Link (84.) in die Quere. Beide Strafstöße verwandelte Pius Blatter souverän.

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Vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit setzte er mit einem Freistoß den Schlusspunkt. Dieses Mal war der ebenfalls eingewechselte Luiz Stein von Link gefoult worden. Blatters Schuss wurde von Dominik Bitzenhofer in der Mauer unhaltbar abgefälscht.

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Für Braunagel war es eine bittere Niederlage: „Grundsätzlich bin ich begeistert, wie weit die Mannschaft nach acht Wochen Arbeit mit dem neuen Spielsystem ist. Wir hätten heute nicht verlieren müssen und auch vor zwei Wochen gegen den SV Jestetten nicht. Und beim 1:1 in Herten verschenken wir zwei Punkte“, haderte er mit dem Spielglück, das in der Tabelle nur einen statt der gefühlten neun Zähler ausweist.

Der dreifache Torschützer Pius Blatter (FC Schlüchttal): „Zur Pause waren wir froh, dass wir nur 0:2 hinten lagen. Der Trainer wurde richtig laut.“
Der dreifache Torschützer Pius Blatter (FC Schlüchttal): „Zur Pause waren wir froh, dass wir nur 0:2 hinten lagen. Der Trainer wurde richtig laut.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias
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FC Wallbach – FC Schlüchttal 2:4 (2:0). – Tore: 1:0 (9.) Albiez; 2:0 (27.) Stengritt; 2:1 (49.) Reichardt; 2:2 (57./FE); 2:3 (84./FE) und 2:4 (86.) alle P. Blatter. – SR: Dominik Homberger (Rheinfelden). – Z.: 80.

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