Das Pech, welches diese Veranstaltung begleitet, ist fast schon so traditionell wie das Bruderschaftsfest in Urach selbst.

Vor einem Jahr prognostizierte Pfarrer Martin Schäuble bereits: „Dieses Bruderschaftsfest wird uns in Erinnerung bleiben“. Und er sollte Recht behalten. Auch ein Jahr später steht das Bruderschaftsfest in Urach immer noch im Zeichen der Corona-Pandemie. Selbst das Wetter scheint sich anzupassen.

Philipp Schönstein, Dirigent des Musikvereins Urach, spielt die Orgel beim Bruderschaftsfest.
Philipp Schönstein, Dirigent des Musikvereins Urach, spielt die Orgel beim Bruderschaftsfest. | Bild: Harmut Ketterer

Wie im letzten Jahr regnete es auch dieses Jahr wieder. Statt Festgottesdienst und Prozession musste die würdige, aber abgespeckte Messfeier in der Pfarrkirche Allerheiligen stattfinden. Und wieder mit einer begrenzten Zahl von 36 Gottesdienstbesuchern. Trotz dieser Umstände freute sich der Pfarrer, dass viele das Bruderschaftsfest mitfeierten, und dass die zur Verfügung stehenden Plätze ausgenutzt waren. In der Predigt spannte der Geistliche einen weiten Bogen. So wurde die Bruderschaft Maria Trost im Jahre 1673 gegründet, als die Menschen unter Hunger und Pest leiden mussten. Trost im Glauben an Maria wurde gesucht. Heute, so der Pfarrer, stehen wir vor einer neuen Epoche.

Noch niemals hat die Menschheit so gelebt wie heute, doch das geht auf Kosten der Erde. „Wir steuern auf eine Klimaveränderung und Klimakatastrophe zu und wir müssen uns fragen, wie wollen wir leben, wenn wir eine Zukunft haben wollen“, so Schäuble. Der Pfarrer warb mahnend um den Glauben. Es gilt nicht nur die schöne, liebgewonnene Bruderschaftstradition zu feiern, sondern auch zu leben. Der Glaube an Maria sollte uns Kraft geben, damit wir nicht auf Kosten anderer unsere Lebensweise gestalten. Menschen brauchten Vorbilder und dazu gehöre Maria, so Schäuble am Ende der Predigt.

Freuen durften sich die Gottesdienstbesucher über kräftige Orgeltöne, welche die gesungenen Lieder umrahmten. Philipp Schönstein, Dirigent des Musikvereins Urach und ausgebildeter Kirchenmusiker bediente gekonnt und effektvoll die Kirchenorgel. Eigentlich hätte Schönstein mit den einheimischen Musikern bereitgestanden, das Bruderschaftsfest musikalisch im Freien zu umrahmen, doch es regnete und mit zwölf Grad war es auch zu kalt.

Nachdenkliche Worte äußerte Pfarrer Martin Schäuble bei seiner Predigt beim Bruderschaftsfest in Urach.
Nachdenkliche Worte äußerte Pfarrer Martin Schäuble bei seiner Predigt beim Bruderschaftsfest in Urach. | Bild: Harmut Ketterer

Ergänzend sei erwähnt, dass das Bruderschaftsfest immer am letzten Sonntag im August oder am ersten Sonntag im September begangen wird. Bevor die Schlusslieder gesungen wurden, dankte Pfarrer Schäuble allen, die geholfen haben, dem Bruderschafsfest einen würdigen Charakter zu geben.