In den Kirchen der Raumschaft herrschte in diesen sonderbaren Tagen auch rund um Ostern eher ein klein wenig Tristesse. Wo sonst bereits vor Ostern Hochbetrieb war, trafen sich entweder keine oder nur wenige Gläubige und dann mit Voranmeldung. Am Gründonnerstag gab es nur für die Katholiken der Raumschaft eine Messe. Am Karfreitag trafen sich Katholiken und Protestanten in geringer Zahl in ihren jeweiligen Gotteshäusern, um dem Leiden und Sterben Jesu vor rund 2000 Jahren zu gedenken. Die Katholiken trafen sich in Schonach, wo der evangelische Pfarrer Markus Ockert predigte, schon zuvor hatten sich die evangelischen Christen in ihrer Triberger Kirche zu einer seelsorglichen Feier getroffen, wo Ockerts katholischer Kollege Andreas Treuer die Predigt hielt.

Nur mit Maske

Am Karsamstag versammelten sich nach 21 Uhr, mit medizinischen Mund-Nasen-Bedeckungen, einige katholische Christen der Seelsorgeeinheit „Maria in der Tanne“ vor der Stadtkirche. Dort wurde das Osterfeuer von Pfarrgemeinderats-Mitglied Rainer Buderath entzündet. Die Besucher der Stadtkirche konnten kleine Kerzen erwerben, die dann zunächst die Kirche ein wenig erhellen sollten.

Rasselnde Rätschen

Da nach der Liturgie die Glocken noch immer schweigen mussten, kamen einige junge Gemeindeglieder vor die Kirche, um mit laut rasselnden Rätschen die Osternachtsfeier anzukündigen. Ganz allmählich füllte sich die Kirche mit rund 70 Gläubigen – normalerweise sind es fast zehnmal so viele. Sie alle mussten sich zu ihren Plätzen geleiten lassen, zu Einzel-, Paar-, und Familienplätzen. Nur wenige Ministranten hatten sich im Altarraum versammelt, dazu zwei Frauen für die Lesungen. Am Osterfeuer wurde die Osterkerze entzündet. Beim Einzug in die dunkle Kirche erhellten nur wenige kleine Kerzen den großen Raum, bevor Mesner Thomas Mayer ringsum weitere Kerzen entzündete. Das Loblied der Osternacht sang der Diakon, danach lasen ehrenamtliche Lektorinnen zwei Lesungen aus der Bibel.

Nur das Allernötigste

„Wir wollen die Osternacht auf das Allernötigste begrenzen“, hatte Pfarrer Andreas Treuer bereits im Vorfeld angekündigt. Nach dem Evangelium von der Auferstehung Jesu gingen dann alle Lichter an und der Osterjubel begann mit der wundervollen Stimme von Verena Schwer – Singen in der Kirche ist ansonsten untersagt. Josef Spath begleitete, oftmals gemeinsam mit dem Trompeter Andreas Hehl, die Lieder mit der Orgel. Die Osternacht wurde mit der Feier der heiligen Eucharistie abgeschlossen.

Musikalisch umrahmt wird die Messe in der katholischen Stadtkirche von Sängerin Verena Schwer, dem Trompeter Andreas Hehl und dem Organisten Josef Spath.
Musikalisch umrahmt wird die Messe in der katholischen Stadtkirche von Sängerin Verena Schwer, dem Trompeter Andreas Hehl und dem Organisten Josef Spath. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Am Ostersonntag feierten sowohl die Katholiken als auch die Protestanten in ähnlich eingeschränkter Form. Da in der Schonacher St.-Urban-Kirche mehr Gläubige Platz fanden, wurde die heilige Messe dort zelebriert. Indes feierten ihre evangelischen Brüder im Glauben in ihrer Schönwälder Kirche den Ostergottesdienst. Melanie und Tony Rombach sangen zu den Klängen der von Hermann Joos aus St. Georgen gespielten Orgel. Pfarrer Markus Ockert predigte zum leeren Grab aus dem Evangelium nach Matthäus. Am Ostermontag feierten dann nur noch die katholischen Christen – erneut stark eingeschränkt – in der rund 1000 Seelen fassenden Schonacher Kirche. Sie feierten die frohe Botschaft der Auferstehung des Herrn, des ersten Tages der neuen Schöpfung, wie Pfarrer Andreas Treuer sagte. Dazu sorgte Irina Hilser mit einigen wenigen Mitgliedern der Chorgemeinschaft für die musikalische Gestaltung der österlichen Messe.