Für sein Zukunftsprojekt Neo-University ist Stefan Selke mit dem Wolfgang-Heilmann-Preis 2021 ausgezeichnet worden. Das teilt die Hochschule Furtwangen mit. Mit der Vergabe wurde explizit Selkes Engagement im Bereich öffentlicher Wissenschaft als Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gewürdigt.

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  • Der Wissenschaftler: Stefan Selke lehrt an der Hochschule Furtwangen Soziologie und gesellschaftlichen Wandel und hat eine Forschungsprofessur zum Thema „Transformative und Öffentliche Wissenschaft“. Schon seit über 20 Jahren beforscht er das Spannungsfeld zwischen Mensch und Technik. Das begründet sich auch in seiner eigenen Laufbahn – nach einem beruflichen Start in der Luft- und Raumfahrttechnik wechselte Selke zur Soziologie und beschäftigte sich 2002 in seiner Doktorarbeit damit, wie viel Technik der Mensch braucht, um sich selbst zu erkennen.
Stefan Selkes Utopie ist jetzt preisgekrönt.
Stefan Selkes Utopie ist jetzt preisgekrönt. | Bild: Neumann
  • Bildungsutopie: Spätestens seit Corona ist der digitale Wandel für die meisten Menschen kein Fremdwort mehr. „Inzwischen protokollieren Menschen ihr Leben digital, Fitness-Uhren zum Beispiel zeichnen Herzrythmen oder Schlafgewohnheiten auf“, erklärt er. Auch dazu forschte der Professor weiter und widmete sich vor rund zehn Jahren als einer der ersten Wissenschaftler bundesweit dem Thema „öffentliche Wissenschaft“. Mittlerweile sieht er sich selbst als interdisziplinären Grenzgänger. Mit der Neo-University, seiner „Bildungsutopie für die Post-Corona-Gesellschaft“ hat Selke den Zukunftsentwurf einer Synthese aus menschlicher und künstlicher Intelligenz entwickelt. In seiner Utopie ermöglichen Bildungsavatare, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind, individuellere, ganzheitlichere und nachhaltigere Lernprozesse.
  • Wolfgang-Heilmann-Preis: Den mit 10.000 Euro dotierten Preis vergibt die Integrata-Stiftung für „herausragende Beiträge zur Umsetzung der modernen Informationstechnologie im Sinne ihrer humanen Nutzung“. Ausgezeichnet werden laut Stiftung „Visionäre und Vordenker, die ambitionierte, grundsätzlich aber auch realisierbare Zukunftsentwürfe für eine digitalisierte Gesellschaft entwickeln“. Der Wolfgang-Heilmann-Preis wurde virtuell von der Schirmherrin und ehemaligen Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin an Stefan Selke übergeben.