Furtwangen – Die Narren mussten zweimal hinschauen: es war nicht die „Bob-Martha“, die ihnen Speckbrote servierte. Unter Kittelschurz und grauem Dutt verbarg sich vielmehr Elke Schön. Die Museumsleiterin war ins Outfit der früheren Arche-Wirtin geschlüpft für die Alte Fasnet. Die Gäste schwelgten in Erinnerungen und amüsierten sich bestens an diesem Abend. Bernhard Kuner hatte in seinen Erinnerungen und im Archiv gekramt, und so erlebten die Besucher ein amüsantes Sammelsurium von Büttenreden, Bildern und Geschichten aus früheren Fasnetsjahren.

Die Proklamation von 1961 verlas Markus Kuner, im Original trug „Fritz von der Schwarzen Katz“ sie seinerzeit vor. Damals nannte sich der Narrenrat noch Elferrat, die Mitglieder trugen grüne Umhänge.

Elferrat auf der Rakete

Fotos riefen Umzüge von damals in Erinnerung, zum Beispiel den Elferrat, der auf einer Rakete durch Furtwangen zog. Einige besonders gelungene Büttenreden wurden vorgespielt, so aus den 80er Jahren die lebhafte Klage des damaligen Zunftmeisters Gerhard Stoll über sein Amt – in geschliffenen Versen formuliert.

1991 nahm Robert Scherer das Trio „Fritz, Jacques und der Wehrle Roland“ aufs Korn, in der Arche trug sein Sohn Andreas Scherer den Beitrag vor. Voller Selbstironie fielen Christel Besenfelders Überlegungen zur Minirock-Mode aus. Andrea Klausmann besang Furtwanger Kommunalpolitik Mitte der 80er Jahre, ursprünglich war das ganze ein Trio mit Gerhard Stoll, Robert Scherer und Dieter Löhe. Unvergesslich auch die Büttenreden von Helmut Böhler. Dieses Mal spielte Siegfried Pahling die Rede vom Beckerbeck vor, der im Rössle einen Geldbeutel verloren hatte.

Mit Anekdoten würzte Bernhard Kuner den Abend. Auf der Harmonika begleitete Andreas Kuner das Programm. Vom Narrenmarsch zum Auftakt über Lieder zum Mitsingen und Schunkeln bis zu einfühlsamer Begleitung fand er den richtigen Ton.