Pfullendorf – "In süßer (Vor-)Freude" bereitet sich die Narrenzunft Stegstrecker als Ausrichterin auf das Landschaftstreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) der Landschaft Bodensee-Linzgau-Schweiz vor, das am 2. Februar 2020 stattfindet. "Pfullendorf in dulci jubilo" (lat. Pfullendorf in süßer Freude) lautet das verheißungsvolle Motto für das große Landschaftstreffen, das während der Hauptversammlung der Pfullendorfer Zunft am Mittwoch bekannt gegeben wurde.

Während einer Klausurtagung, die am 14. und 15. April in Hayingen stattfand, brachten die 25 Teilnehmer aus Vorstand, Narrenrat, Beirat und Mitgliedern der Zunft das "Landschaftstreffen aufs Gleis", wie es Geschäftsführer Rainer Bosch formuliert. Während der Klausurtagung wurde auch das Motto "Pfullendorf in dulci jubilo" festgelegt. "Über ein dreiviertel Jahr hinweg haben wir uns Gedanken zum Motto gemacht. Es sollte ein Motto sein, mit dem wir uns als Narrenzunft Stegstrecker identifizieren können", schildert Zunftmeister Andreas Narr. Eine Passage aus dem Pfullendorfer Narrenmarsch "und ist in dulci jubilo ein Narr zur rechten Zeit" gab die Vorlage dazu.

Bei den Stegstreckern sind, neben dem regulären Jahresverlauf mit Aktivitäten und Festen, acht Arbeitsgruppen mit der Vorbereitung des Landschaftstreffens beschäftigt. Andreas Narr sagt: "Wir wollen bei diesem Landschaftstreffen die Pfullendorfer Fasnet zeigen und alles mit Herz machen." Bei der Klausurtagung in Hayingen unterstützten zwei Zunftmeister aus Munderkingen die Stegstrecker mit ihren Erfahrungen. Vor zwei Jahren hatten sie ein Landschaftstreffen in etwa derselben Größenordnung ausgerichtet. Mit rund 50 000 bis 70 000 Euro müsse die Pfullendorfer Narrenzunft für das Landschaftstreffen 2020 in Vorleistung gehen, schilderte Säckelmeister Frank Hellstern. Der Gewinn in Höhe von 12 000 Euro aus der Ausrichtung der VSAN-Hauptversammlung zu Jahresbeginn in Pfullendorf und das Wetterglück in den vergangenen Jahren bei den traditionellen Stadtsee-Festen, die die Zunft alljährlich veranstaltet, "helfen dabei in die Startlöcher", wie Geschäftsführer Rainer Bosch und Andreas Narr betonen.

Die Stadt Pfullendorf feiert im Jahr 2020 "800 Jahre Stadtrechte". Am 2. Juni 1220 wurde das Stadtrecht verliehen. Während des ganzen Jahres 2020 seien verschiedenste Veranstaltungen und ein buntes Programm unter anderem mit historischen Vorträgen geboten. Die Pfullendorfer Vereine würden in das Programm eingebunden, blickt Bürgermeister Thomas Kugler in die Zukunft. In das Veranstaltungsprogramm für 2020 ist das große Landschaftstreffen der VSAN eingebunden und setze somit zu Beginn des Festjahres einen Glanzpunkt. "Die Fasnet gehört einfach zur Stadt", so Kugler. Die heimische Fasnet sei ein gutes Bindeglied und ziehe Weggezogene wieder nach Pfullendorf zurück.

Mit einer schlagkräftigen Mannschaft sind die Stegstrecker gut aufgestellt. Im Rahmen der Hauptversammlung wählten die Mitglieder Andreas Narr für weitere drei Jahre zum Zunftmeister und bestätigten Kassierer Frank Hellstern im Amt. In den Narrenrat wählten sie erneut die bisherigen Narrenräte, Martin Restle, Christof Ritter, Dirk Tannheimer, Michael Bartella, Florian Walch, Steven Jones, sowie die Neu-Narrenräte Rolf Wohlwender, Sascha Klaiber und Roland Renner. In den Beirat rückten Ute Eichholz und Christian Seminara nach.

Narren geehrt

Den höchsten Orden der Zunft, den Stegstrecker-Orden für 25-jährige Vereinszugehörigkeit, verliehen die Stegstrecker an Oliver Scherzinger, Dietmar Traub, Thomas Mohr, Michael Seelmann-Eggebert, Beate Liegmann, Heike Gäng, Patrick Klaiber, Marcell Klaiber und Jürgen Weikert. Der Zunftorden (20 Jahre) ging an Michael Rahm, Michael Scherer, Martina Restle, Rosmarie Wenzel, Marlies Rossknecht und Patrick Miller. Santo Seminara, Maria Thiel, Sonja Axt, Elfriede Perlak, Karin Ruther, Anette Haas und Claudia Walch erhielten den Hänseleorden für fünf Jahre Mitgliedschaft. (sah)

"Ich kam, sah und blieb."

Thomas Mohr, 51 Jahre, wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Narrenzunft Stegstrecker mit dem Stegstrecker-Orden, der höchsten Auszeichnung der Pfullendorfer Zunft, geehrt.

Warum sind sie bereits so lange in der Narrenzunft?

Ich kam, sah und blieb. Die 25 Jahre Vereinszugehörigkeit vergingen wie im Flug. Die Schneller-WM (Weltmeisterschaft) 2003 war ein persönlicher Höhepunkt für mich, und die Schifffahrt von Überlingen nach Lindau 2017.

Wie sind sie in die Narrenzunft Stegstrecker gekommen?

Als ich 1989 wegen der Bundeswehr von Meersburg nach Pfullendorf gekommen bin, lernte ich meine heutige Frau Heike Mohr, frühere Kühnlenz, kennen. Die ganze Familie Kühnlenz war aktiv im Narrenverein und närrisch. Mein Schwiegervater Heinz Kühnlenz war lange Jahre Narrenmutter und Geschäftsführer der Zunft. 1993 bin ich in die Zunft eingetreten.

Warum fiel ihre Wahl auf die Schnellergilde?

Ich hatte Vorkenntnisse aus Meersburg im Schnellen. So stand für mich von Anfang an fest, dass ich zur Schnellergilde gehe. Die Schnellergilde hat eine super Kameradschaft. Wir gehen gemeinsam durch dick und dünn, unternehmen das ganze Jahr, auch außerhalb der Fastnacht, etwas. Das eigentliche Schnellen macht richtig Spaß.