Landschaftspflege ist mehr als nur Tierhaltung, und der Landschaftspflegeverein Menzenschwand kein, wie er oftmals unzutreffenderweise genannt wird, reiner Geißenverein. Im Gegenteil, auch über die Offenhaltung der Landschaft durch Tierhaltung hinaus wird großen Wert auf die Landschaftspflege gelegt. So wurde erst kürzlich ein Wildbienen-Lehrpfad am Kretzenrain eröffnet, im kommenden Jahr soll eine Blühwiese mit Insektenhotel hinzukommen.

Hier geht‘s lang: Der Wildbienenpfad beginnt am Parkplatz Kretzenrain in der Nähe des Menzenschwander Pistenbullengarage.
Hier geht‘s lang: Der Wildbienenpfad beginnt am Parkplatz Kretzenrain in der Nähe des Menzenschwander Pistenbullengarage. | Bild: Christiane Sahli

Über Bienensterben wird immer wieder berichtet, als Grund wird außer Krankheitserregern, der industriellen Landwirtschaft mit Pestizideinsätzen und Monokulturen, Luftverschmutzungen und Klimawandel auch das Wegbrechen von Lebensräumen genannt. Letzteres hat auch die Vorsitzende des Menzenschwander Landschaftspflegevereins, Anja Kaiser, beobachtet. Als sie vor rund 30 Jahren nach Menzenschwand gekommen sei, habe es noch viele Blühwiesen gegeben, erinnert sie sich. Heute wird aber immer früher gemäht, so dass Blühpflanzen kaum noch Gelegenheit zum Aussamen haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch schnell wachsende Neophyten verhindern das Wachstum der Blühpflanzen. Und der Rückgang der Insekten zieht weiteres nach sich: Es gibt immer weniger Vögel, die sich von Insekten ernähren, Probleme für das Ökosystem sind vorprogrammiert. Die vier Infotafeln des Wildbienen-Lehrpfades, der am Wanderweg Kretzenrain oberhalb der Pistenbullygarage entlangführt, vermitteln Wissen über die Wildbienen und ihrer Lebensweise. Rund 580 Wildbienenarten gibt es in Deutschland, erfährt man. Dargestellt werden darüber hinaus die Lebensräume und das Brutverhalten. Kann man Wildbienen helfen? Auch auf diese Frage gibt es Antworten, von der Gartengestaltung bis hin zu Nisthilfen und dem Verzicht auf chemische Mittel und Pestizide im Garten.

Das könnte Sie auch interessieren

Und Anja Kaiser hat noch weitergehende Tipps: Als Nahrung für Wildbienen eignen sich besonders Thymian, Lavendel, Salbei, Bartnelke, Mädchenauge, Schnittlauch und Disteln, sagte sie. Und man sollte auf pollenlose Pflanzen, wie sie inzwischen vermehrt angeboten werden, verzichten. Die Tafeln wurden von Grafikerin Lara Wertenbruch gestaltet, die Holzkonstruktion wurde in Eigenarbeit erstellt, schließlich hat Anja Kaiser mit Ehemann Christoph einen „Holzwurm“ zu Hause. Rund 1000 Euro (ohne Arbeitszeit) kosteten die Infotafeln, die über Spendengelder des Anfang des Jahres verstorbenen stellvertretenden Vorsitzenden des Landschaftspflegevereins, Hans-Wilhelm Peters, finanziert wurden. Denn Peters war die Landschaftspflege immer ein besonderes Anliegen.

Blühwiese mit Insektenhotel

Im kommenden Jahr wollen die Aktiven des Vereins im Bereich des Lehrpfades eine Blühwiese mit Insektenhotel anlegen, um den Insekten einen neuen Lebensraum zu bieten. Aber auch darüber hinaus wird einiges für den Schutz der Wildbienen getan. So wird beispielsweise beim Ausmähen der Zäune darauf geachtet, Pflanzen, die Nahrung für Insekten bieten, wie etwa Disteln, stehen zu lassen. Was für das kritische Auge ungepflegt erscheinen, erweist sich für die Insekten indes als Segen. Auch die Eseltouren nutzt Anja Kaiser, die Teilnehmer, zumeist Kinder, aufzuklären. Denn was man nebenbei erzählt, bleibt bei den Kindern meist hängen, weiß sie aus Erfahrung.