In der Ortsdurchfahrt von Schwörstadt gilt aufgrund des Lärmschutzes seit knapp einem Monat Tempo 30. Der Schwörstädter Manfred Henle hatte damit nicht gerechnet und mit Gemeinderat Jörg Schmidt vor mehr als einem Jahr gewettet, dass Tempo 30 nicht eingeführt werde. Die Wette verlor er und vom Sinn dieser Tempo-30-Zone ist er auch nicht überzeugt.

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Die Lokalpolitik liegt Manfred Henle am Herzen und er hat auch keine Scheu, Wetten auf den Ausgang oder die Dauer von Projekten einzugehen. Weitere Wetten von ihm laufen etwa noch mit dem Rheinfelder Oberbürgermeister Klaus Eberhardt zum Radweg Schwörstadt-Riedmatt oder dem Bundestagsabgeordneten Armin Schuster zur Fertigstellung der Autobahn 98. Gegen den CDU-Gemeinderat Jörg Schmidt hat Henle nun eine Wette verloren und überbrachte den Wetteinsatz von 25 Litern Weißwein.

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Nachdem zunächst die Schwörstädter Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat den Wettvorschlag Henles abgelehnt hatte, ging Schmidt darauf ein. Im Mai 2019 wetteten sie darum, ob auf der Ortsdurchfahrt Tempo 30 eingeführt werde. Mittlerweile gilt diese Geschwindigkeit fast von einem Ortseingang bis zum anderen.

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Anlass der Wette war ein von der Gemeinde beauftragtes Gutachten, mit dem festgestellt wurde, dass Tempo 30 lediglich über den Lärmschutz begründet werden könne. Die Wette hat Henle zwar verloren, die Einrichtung von Tempo 30 hält er dennoch für Unsinn. Von einem Fenster bei ihm zuhause nimmt er Lärmmessungen und Verkehrszählungen vor.

Er setzt auf seine Zahlen

Henle sagt, seine Zahlen würden belegen, dass das Tempo keinen messbaren Unterschied beim Lärm mache. Nach wie vor messe er zwischen 50 bis 65 Dezibel, je nach Fahrzeug. Aber die Verkehrsbelastung im Dorf sei gestiegen, meint Henle, da die Fahrzeuge für die 1,6 Kilometer lange Strecke durch das Dorf statt 2:45 Minuten nun 4:10 Minuten benötigen. Das entspreche einer zusätzlichen Verkehrsbelastung von 40 Prozent, hat Henle ausgerechnet. Zudem sei der Verkehr nun dichtet, wodurch das Ausfahren auf die Straße und ihr Überqueren für Fußgänger schwieriger sei.

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Schmidt sieht es nicht so. „Ich bin überzeugt, dass es sinnvoll war, dass wir das im Dorf gemacht haben. Nicht nur wegen des Lärms, sondern auch wegen der Sicherheit“, sagt Schmidt. Er hat Zweifel daran, dass Henle so genau messen könnte. Schmidt sagt, er habe schon Rückmeldung bekommen, dass sich die Leute auch sicherer auf der Straße fühlen würden.

Henle beglich nun seine Wettschuld. „Ich bin auch zufrieden damit, eine Wette zu verlieren, aber ich sehe keinen Sinn darin, da es keine Lärmreduktion gebracht hat“, beharrt Henle auf seiner Einschätzung. Als guter Verlierer stieß er aber mit Schmidt auf ein Gläschen an.