Die Auflagen für die Kunden stören den Filmgenuss kaum noch und es kommen wieder mehr Besucher ins Kino. Für die Betreiber bedeutet die Einhaltung des Mindestabstands allerdings, dass die Säle schneller belegt sind. Kinobetreiber Bernd Gschöpf hofft auf eine Lockerung beim Mindestabstand durch den Gesetzgeber. Die Corona-Pandemie hat die Kinobranche hart erwischt. Die Lichtspielhäuser musste nicht nur vorübergehend schließen, sondern warten auch auf neue Hollywood-Streifen, die das Publikum wieder in die Säle zieht. Von Mitte März bis 17. Juni hatte das Kino Rheinflimmern wegen der Pandemie geschlossen. Die Kinos durften zunächst nur unter starken Auflagen wieder öffnen.

Mindestabstand und Maskenpflicht

Zum 1. Juli wurden die Auflagen gelockert, so dass einem unbeschwertem Kinobesuch der Besucher nichts mehr im Wege steht. „Für Kunden ist das kein Problem mehr“, meint Kinobetreiber Bernd Gschöpf. Die Kontaktdaten müssen angegeben werden. Im Foyer gilt der Mindestabstand und eine Maskenpflicht. Auf dem Sitzplatz ist das nicht mehr vorgeschrieben. Gruppen bis 20 Personen können zusammen eine Filmaufführung besuchen und zusammen sitzen. Zu anderen Besuchern im Kinosaal muss eine Gruppe aber den Mindestabstand einhalten.

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„Unser Problem sind die 1,5 Meter Abstand im Saal“, sagt Gschöpf. „Das führt zu, dass wir schneller ausverkauft sind.“ In den Sälen kann er je nach Konstellation der Besuchergruppen nur 20 bis 25 Prozent der Plätze belegen. Finanziell würde es sogar reichen, wenn jede Vorstellung so belegt wäre, was aber nicht der Fall ist, da bei unattraktiveren Vorstellungszeiten auch weniger Besucher kommen. Während des Lockdowns musste Gschöpf Corona-Hilfen in Anspruch nehmen, und er geht davon aus, dass es weitere Überbrückungsgelder geben wird. „Bund und Land werden die Kulturorte nicht sterben lassen“, meint Gschöpf. Wichtiger wäre ihm eine Lockerung der Abstandsregel, die eine Belegung mit 50 Prozent und einen Betrieb mit einer schwarzen Null als Ergebnis zuließe. Gschöpf hat einen offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitunterzeichnet, in dem die mittelständischen Filmtheater kurzfristig weitere Hilfen und einen Kinogipfel fordern.

Viele Blockbusters verschoben

Besucher über 60 Jahren kommen im Moment noch nicht ins Kino, das Publikum ist eher jünger. In den letzten Wochen haben die Besucherzahlen langsam wieder zugenommen. Derzeit werden die Filme „Edison – Ein Leben voller Licht“ und „Unhinged – Außer Kontrolle“ sowie die Jugendfilme „Takeover – Voll vertauscht“ und „Meine Freundin Conni“ vom Publikum gut angenommen. Die Starts vieler Blockbuster wurden verschoben. „Es gibt neue Filme, aber derzeit ist es noch etwas mager“, sagt Gschöpf. Er setzt auf den Christopher-Nolan-Film „Tenet“, dessen Start schon ein paar Mal verschoben wurde, und der demnächst anlaufen soll. Am 14. August plant er eine Sondervorstellung des Science-Fiction-Films „Inception“ von 2010 mit 14-minütigem Bonusmaterial. „Sehr empfehlenswert für Christopher-Nolan-Fans“, wirbt Gschöpf.

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Für vielversprechend hält Gschöpf auch den Teenager-Film „After Truth“, der zuletzt in den September verschoben wurde, und den neuen Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“, der im November auf der Leinwand zu sehen sein soll. „Der Rest ist alles auf Dezember verschoben“, sagt Gschöpf. Ein bisschen Reserve an Filmen habe er aber noch.

Auch der Start der Realverfilmung des Disney-Films „Mulan“ wurde schon mehrfach verschoben und soll nun zuerst beim Streamingdienst Disney+ gezeigt werden. „Das ist für das Kino nicht unbedingt Konkurrenz“, sagt er. Als Lösung erachtet Gschöpf, dass die Verleiher auf regionale Starts der Filme setzen, statt auf einen einheitlichen weltweiten Start. „Das gab es früher schon“, sagt Gschöpf. Der weltweite Start wurde erst wegen der Raubkopiererei eingeführt, angesichts der derzeitigen Situation stellten regionale Starts aber eine Option dar. „Die Leute warten auf gute Filme“, meint Gschöpf. „An den regnerischen Tagen hat sich gezeigt, dass die Leute wieder ins Kino gehen.“ Er geht von steigenden Besucherzahlen aus.

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