Noch etwas steif fühlten sich die Gwänli an, die bunten Blätzli-Narrenkleider der Laufenburger Narronen, und mitunter waren sie auch noch etwas staubig, aber die Mitglieder der Narro-Altfischerzunft haben sie nach einem Jahr im Schrank dennoch mit großem Stolz getragen. Sie trafen sich nach dem Tschättern am Abend des Ersten Faißen traditionell zu ihrem Hauptbott, in diesem Jahr auf der badischen Seite im Pfarrsaal Heilig-Geist.

Große Freude: Fabian Baumgartner, Lukas Eichmann und Helmut Riemke (Mitte, von links) wurden in die Zunft aufgenommen. Links Zunftmeister Claus Epting, rechts Vizezunftmeister Dietmar Hoefler.
Große Freude: Fabian Baumgartner, Lukas Eichmann und Helmut Riemke (Mitte, von links) wurden in die Zunft aufgenommen. Links Zunftmeister Claus Epting, rechts Vizezunftmeister Dietmar Hoefler. | Bild: Charlotte Fröse

Claus Epting, Zunftmeister der gastgebenden Zunft aus der minderen Stadt, nahm drei Biedermännern aus dem badischen Laufenburg, Lukas Eichmann, Fabian Baumgartner und Helmut Riemke, den Eid ab und sie in die Zunft auf. Einmal in den Stand eines Narros gehoben, bedeutet dies, dass er immer ein Narro sein wird, denn der Schwur lautet: „Bis an mein selig Ende!“

Großes Engagement: Peter Strittmatter (links) wurde für sein Engagement als Kultureller Beirat in der Vereinigung der Schwäbisch Alemannischen Narrenzünfte (VSAN) geehrt. Jürgen Maier (weiter von links) und Charly Oberle galt der Dank für 25 Jahre närrisches Kasperletheater. Michael Epting wurde als Säckelmeister verabschiedet. Markus Eschbach trat die Nachfolge als Säckelmeister und als „Tanzender Narro“ an.
Großes Engagement: Peter Strittmatter (links) wurde für sein Engagement als Kultureller Beirat in der Vereinigung der Schwäbisch Alemannischen Narrenzünfte (VSAN) geehrt. Jürgen Maier (weiter von links) und Charly Oberle galt der Dank für 25 Jahre närrisches Kasperletheater. Michael Epting wurde als Säckelmeister verabschiedet. Markus Eschbach trat die Nachfolge als Säckelmeister und als „Tanzender Narro“ an. | Bild: Charlotte Fröse

Zur Berichterstattung über das vergangene Jahr hatte sich Claus Epting Verstärkung mitgebracht: in Form des neunmalklugen, frechen und vorwitzigen kleinen Timmy, einer Puppe, zum „Leben“ erweckt von Yannick Epting. Janina Epting lieh im ihre Stimme. So kamen Missgeschicke der Zünftler ans Licht und auch die Elferräte „mit ihren komischen Frisurschonern (Narrenkappen)“ wurden nicht verschont.

Zunftmeister Claus Epting hatte sich, in Form des neunmalklugen, frechen und vorwitzigen kleinen Timmy, närrische Verstärkung mitgebracht.
Zunftmeister Claus Epting hatte sich, in Form des neunmalklugen, frechen und vorwitzigen kleinen Timmy, närrische Verstärkung mitgebracht. | Bild: Charlotte Fröse

Zunftbruder Peter Strittmatter wurde für seine langjährigen Verdienste als Kultureller Beirat in der Vereinigung der Schwäbisch Alemannischen Narrenzünfte (VSAN) mit der Plakette in Form des „Platin-Narro“ geehrt. Strittmatter gab dieses Amt ab. Eine Veränderung gab es auch im badischen Zunftrat: Markus Eschbach trat die Nachfolge von Michael Epting als Säckelmeister an.

Den Stab des „Tanzenden Narro“, er geht der Tschättermusik mit tanzenden und hüpfenden Schritten voran, übergab Ehrenzunftmeister Charly Oberle, der diese Figur vor etlichen Jahren zum Leben erweckte und seither ausfüllte, an seinen Nachfolger Michael Wasmer.

Mit Beifall wurde die neue Fahne der Schweizer Zunftbrüder begrüßt, links Zunftmeister René Leuenberger.
Mit Beifall wurde die neue Fahne der Schweizer Zunftbrüder begrüßt, links Zunftmeister René Leuenberger. | Bild: Charlotte Fröse

Einen Wechsel gab es auch bei den Zunftbrüdern aus der Schweiz. Sie tauschten ihre 72 Jahre alte Fahne, sie gilt als stolzes Zeichen für die Gemeinschaft der Narronen, gegen eine neue ein. Sie gleicht der alten Fahne nahezu aufs „Haar“. Das neue Exemplar ist lediglich etwas größer. Gestickt wurde sie in Handarbeit auf Seide. Im Schaukasten in der Zunftstube wird die alte Fahne ausgestellt werden und ihr „Gnadenbrot“ fisten, wie Zunftmeister René Leuenberger versprach. Pfarrer Klaus Fietz von der Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck weihte die Fahne. Die Laufenburger Tambouren untermalten die Zeremonie mit Trommeln.

Geschenke

Mit Grußworten und Geschenken warteten viele Gäste auf. Paul Knoblauch, Zunftmeister der Heinerich-Wirri-Zunft Aarau war in Begleitung des Säckelmeisters Urs Walter Hunziker ebenfalls wieder unter den Gästen. Im Gepäck hatten sie die bei den Anwesenden begehrten, ausgesprochen leckeren und legendären „Brändli Bomben“.

Ganz zum Schluss der Sitzung und zu vorgerückter Stunde, brachten die Zünftler den Gästen im Saal eine musikalisch-homerische Einlage in Form von drei bestens aufgestellten Herren am Klavier dar. Die Bewirtung der vielen Gäste hatten in bewährter Manier abermals die Waldgeister Rhina übernommen.

Ehrungen

Der Hauptbott am Ersten Faißen wurde für einige Zunftbrüder zu einem besonderen Ehrentag, denn sie wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Die Zunftmeister Claus Epting aus der minderen und René Leuenberger (Junior) aus der mehreren Stadt nahmen die Ehrungen vor.

Seit bereits 65 Jahren tragen Franz Rudigier (D) sowie Charles und René Probst (CH) das bunte Ehrenkleid der Narro-Alt-Fischerzunft. Franz Rudigier und Charles Probst wurden in Abwesenheit geehrt. Für seine 60-jährige Mitgliedschaft in der Zunft wurde Josef Probst (CH) geehrt.

Auf 25 Jahre blicken Michael Wasmer und Frank Schnepf (beide D) zurück. Ebenso wie ihre Zunftbrüder aus der Schweiz: Hannes Burger, André Hug und Martin Schnetzler (letzterer in Abwesenheit) erhielten sie das goldene Abzeichen der Zunft. Für 15 Jahre Mitgliedschaft wurden Christof Berger und Thomas Scherzinger mit Silber geehrt.

Das närrische Kasperletheater öffnete erstmals 1994 für die jungen Narren an der Städtlefasnacht seine Vorhänge. Dahinter agieren seither Charly Oberle, Jürgen Maier und Peter Maier, sehr zur Freude von vielen Kindern. Die Puppen, ein Narro darf dabei natürlich nicht fehlen, sind dabei ebenso selbst gemacht, wie die Stücke selbst geschrieben sind, die stets die Laufenburger Fasnacht im Visier haben. Zunftmeister Claus Epting ehrte die Puppenspieler (Peter Maier in Abwesenheit) für ihr 25-jähriges Engagement.

Die Narro-Altfischerzunft und ihre Bräuche

  • Die Narro-Altfischerzunft wurde 1386 gegründet. Auch die zwanghafte Trennung der Zunft durch den Frieden von Lunéville im Jahr 1801 konnte die Zunft nicht wirklich entzweien. Die Laufenburger Narronen feiern bis heute die Fasnacht in Laufenburg gemeinsam und grenzüberschreitend. Offiziell gibt es sowohl in der Schweiz wie im Deutschen eine eigne Zunft mit einem eigenen Zunftmeister. Der Große Zunftrat, er besteht aus den Zunfträten der Mehreren und der Minderen Stadt, fällt Entscheidungen gemeinsam.
  • Der Hauptbott, die Hauptversammlung der Zunft, findet jedes Jahr abwechselnd auf der deutschen oder der Schweizer Seite statt. Die Veranstaltungen der Fasnacht sind grenzüberschreitend. In die Zunft werden traditionell nur männliche Mitglieder aufgenommen.
  • Der Verband: Die Zunft ist Gründungsmitglied der seit 1924 bestehenden Vereinigung der Schwäbisch Alemannischen Narrenzünfte (VSAN).
  • Der Zunftrat der minderen Stadt: Zunftmeister Claus Epting, Vizezunftmeister Dietmar Hoefler, Säckelmeister Markus Eschbach, Zunftschreiber Axel Fischer, Zunftbeirat Dieter Kern.

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