Um den Brauch der Wurstbrätprobe wieder aufleben zu lassen, kamen sieben Mitglieder der Narro-Altfischerzunft 1386 Laufenburg unter der Leitung von Zunftmeister Claus Epting in die Metzgerei Stepanek nach Luttingen, um Metzgermeister Rainer Stepanek das Rezept für das Brät der Narrenwürste, das streng gehütet wurde, zu überbringen.

Das Rezept der Fasnachtswürstle der Narro-Altfischerzunft 1386 Laufenburg in alemannischer Mundart.
Das Rezept der Fasnachtswürstle der Narro-Altfischerzunft 1386 Laufenburg in alemannischer Mundart.

Wie Zunftmeister Klaus Epting bei dieser Gelegenheit erklärte, wurde die erste Wurstbrätprobe Anfang der 1960er Jahre in der Metzgerei Baumgartner in Laufenburg von Metzgermeister und Zunftbruder Alfred Baumgartner (1907 bis 1985) zubereitet. Am Vormittag des dritten Faißen trafen sich der Zunftrat und ein verdienter Zunftbruder damals in der Wurstküche der Metzgerei Baumgartner. Hier prüfte der Zunftrat kritisch und mit wachsamem Auge, ob es dem Zunftmetzger gelungen war, ein „währschaftes Brät“ für die Wurst herzustellen, die am Fastnachtsdienstag beim Narrolaufen ausgeworfen wird. Nach einer harten und ausgiebigen Prüfung wurde das Brät als „sehr gut“ für die Narrenwürste zugelassen. Nach Alfred nahmen sich auch Kurt und Alex Baumgartner dieses Brauches für die Zunft an. Seit der Schließung der Metzgerei Baumgartner im Jahr 2005 konnte keine Brätprobe mehr veranstaltet werden.

Große Fußstapfen

Rainer Stepanek dankte der Narro-Altfischerzunft für das Vertrauen, das man in seine Metzgerei als Nachfolger gesetzt hat und versprach, in die großen Fußstapfen der Metzgerei Baumgartner zu treten und jedes Jahr am Vormittag des dritten Faißen den Zunftrat zur Wurstbrätprobe zu empfangen. Er hofft, dass er der harten und ausgiebigen Prüfung standhalten wird, sodass auch sein Brät, das er nach dem ihm übergebenen Rezept herstellen wird, das Prädikat „sehr gut“ erhalten und für die Zubereitung der Narrenwürste zugelassen wird. Mit einem Umtrunk und einem zünftigen Brät, das Rainer Stepanek mit Zwiebeln, Kräutern, Salz und Pfeffer auf frischem Bauernbrot servierte, waren die Mitglieder mit dem neuen Standort der Wurstbrätprobe vollauf zufrieden. Das Brät kam schon nahe an die streng gehütete Rezeptur der Narro-Altfischerzunft heran, war zu hören.