In Hauenstein fällt sogleich die dem heiligen Joseph geweihte Kapelle samt Glockentürmchen auf. Warum dort oben ein Kirchlein? Solche ungewöhnliche Standorte werden oft durch Sagen erklärt. So sollen etwa Ochsen und Pferde mit einem Wagen voller Steine bis dahin gelaufen sein, wo damit eine Kirche oder Kapelle errichtet wurde. Und dem heiligen Gallus zeigte sogar ein Bär den Platz, auf dem er sein Kloster bauen konnte. In Hauenstein soll es der kleine Sohn des Ritters Luithold gewesen sein, der beim Spielen von der Mauer der Burg Hauenstein hinunter fiel. Als der Vater das sah, gelobte er: Gott Vater im Himmel, wenn mein Kind diesen Sturz unbeschadet überlebt, so werde ich zum ewigen Dank eine Kapelle bauen. Und so geschah es. Man will sogar genau wissen, wann das gewesen ist: 1215. Diese Jahreszahl ist sicher erst später hinzugefügt worden, als bekannt war, dass der Ritter Luithold in jenem Jahr in St. Blasien als Zeuge einer Urkunde als Ritter von Howenstein genannt wird.

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Die räumliche Engstelle am Hochrhein bei Hauenstein und die gewaltige Burganlage auf der Hochfläche waren seit jeher ein wichtiger strategischer Punkt, den sowohl die Äbte des Klosters St. Blasien als die auch die Grafen von Habsburg in ihre Gewalt bringen wollten. Die Ritter – später Freiherren – von Hauenstein hatten sich unter den Schutz der Habsburger begeben und übten für sie als Ministerialien-Geschlecht herrschaftliche Aufgaben aus. Um 1290 war das ein Ulrich von Howenstein, später ein Hermann und 1402 eine Junker Hermann. Dann ist diese Familie des niederen Adels im Mannesstamm ausgestorben.

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Das Herrschergeschlecht der Habsburger blühte in Österreich weiter. Ihre Besitzungen im Hotzenwald – oberhalb ihrer Waldstädte Waldshut und Laufenburg – fasten sie zu einer Grafschaft zusammen, der sie nach dem Verwaltungssitz auf der Burg den Namen Hauenstein gaben. In dem meist von freien Bauern erschlossenen, das heißt gerodeten Gebiet bildeten sich acht Einungen heraus, vier oberhalb der Alb, vier unterhalb: Höchenschwand, Dogern, Birndorf, Wolpadingen, Görwihl, Rickenbach, Murg und Hochsal. Als im Herbst 1503 die Burg abbrannte, – ein Schmid hatte mit einem glühenden Eisen aus Versehen, als er eine Schlange treffen wollte, die Flachsbüschel in Brand gesetzt, die dort zum Trocknen auflagen – damals also verlegte man den Sitz des österreichischen Waldvogtes von Hauenstein nach Waldshut. Vermutlich hat sich im Laufe der Zeit der Name Grafschaft mit dem des Ritters unzulässig verbunden, so wurde aus dem Ritter Luithold ein Graf Luithold.