Grenzach-Wyhlen – In der Siedlung könnte bis Ende des nächsten Jahres ein Glasfaserkabel bis an jede Haustüre liegen. Voraussetzung dafür ist, dass genügend Bewohner Interesse daran anmelden. Der Zweckverband Breitbandversorgung hat bei einer Infoveranstaltung am Montagabend im Haus der Begegnung Anwohner über den aktuellen Stand der Dinge und Möglichkeiten in Sachen schnelles Internet informiert.

Hintergrund

In der Siedlung herrscht bekanntermaßen eine besondere Situation, da dort zwei Betreiber – die Telekom und der Zweckverband mit seinem Betreiber Pepcom – das Netz ausgebaut haben und Verträge anbieten. Anfang 2018 hatte der Zweckverband mit 60 Prozent der Siedlungsbewohner einen Hausanschlussvertrag abgeschlossen. Dann begann der erste Schritt eines zweistufigen Ausbaus: Zunächst wurden Glasfaserkabel bis an den Kabelverzweiger geführt, von dort wurde das Telefonkupferkabel für die Übertragung ins Haus ausgebaut. Hiermit sind im VDSL-Standard Bandbreiten von bis zu 50 MBit pro Sekunde (MBit) möglich.

Dieses Netz ist jetzt fertiggestellt und die Bewohner können Verträge mit Pepcom, der seine Dienste unter dem Namen „Pyur“ anbietet, abschließen. In einem zweiten Schritt sollen Glasfaserkabel bis an jede Tür gelegt werden. Wann das passiert, hängt vom Interesse der Anwohner ab.

Der Bedarf entscheidet

Mit der Veranstaltung am Montag verfolgte der Zweckverband zwei Ziele, erklärt dessen Geschäftsführer Paul Kempf. Zum einen war es eine Art „Vertriebsveranstaltung“, bei der Pepcom Verträge für das nun fertiggestellte VDSL-Netz verkaufen wollte. Die Zahl der so geschlossenen Verträge entscheidet dann darüber, wie schnell das Glasfasernetz an jede Haustür kommt. „Derzeit haben 83 Bewohner Interesse an Glasfaser bekundet“, erläutert Kempf. Wenn 40 Prozent von diesen nun einen VDSL-Vertrag bei Pepcom abschlössen – und damit Bedarf für eine schnelle Internetverbindung anmeldeten – würde der Zweckverband baldmöglichst mit dem Glasfaserausbau loslegen und das Netz könnte, wenn alles klappt, Ende nächsten Jahres fertig sein.

Wenn es weniger Interessenten gibt, rückt der Ausbau in die Zukunft. „Wir haben viele Gebiete im Landkreis, in denen wir künftig Glasfaseranschlüsse legen wollen. Irgendwie müssen wir die Arbeiten ja in eine zeitliche Reihenfolge bringen, und das machen wir auch vom Bedarf abhängig“, erläutert Kempf. Immerhin müsse der Zweckverband rund eine halbe Million Euro in den Ausbau des Glasfasernetzes in der Siedlung investieren und ist daher auch darauf angewiesen, dass die Bewohner Verträge abschließen.

Die Verträge

„Natürlich können die Anwohner auch bei anderen Betreibern bleiben“, sagt Kempf. Für sie bestehe dann jedoch keine Möglichkeit, künftig mehr als den VDSL-Standard mit 50MBit zu beziehen, da die Telekom das Netz nicht weiter ausbauen werde. Wer einen Vertrag bei Pepcom abschließen möchte, muss bedenken, dass dieser erst in Kraft tritt, sobald der Vertrag mit dem aktuellen Betreiber ausläuft. Die 50MBit-Verträge unter der Marke „Pyur“ laufen zwei Jahre und kosten im ersten Jahr 20 Euro pro Monat, im zweiten 40.

Wer sich entschließt, ein Glasfaserkabel bis zu seinem Haus legen zu lassen, zahlt dafür einmalig 600 Euro für die Bauarbeiten. „Wer es erst später machen lässt, kann mit Kosten von 3000 bis 4000 Euro rechnen“, so Kempf. Liegt die Glasfaser, kann der Vertrag mit Pepcom angepasst werden. Bei einer Übertragungsrate von dann 200 MBit blieben die Kosten mit 40 Euro im Monat gleich. Theoretisch können mit Glasfaser Übertragungsraten von 1000 MBit und mehr erreicht werden. „Das nutzt heute aber noch kaum jemand“, so Kempf. Ein solcher Vertrag wäre deutlich teurer.

Weitere Informationen zum Thema bieten Gemeinde und Zweckverband in drei Bürgersprechstunden: Freitag, 19. Juni, 13 bis 19 Uhr; Samstag, 20. Juni, 9 bis 14 Uhr und Mittwoch, 24. Juni, 13 bis 19 Uhr, im Büro der Wohnungs- und Grundstücks GmbH, Gartenstraße 18.