Die Impfkampagne gegen das Coronavirus nimmt allmählich Fahrt auf. Seit vergangener Woche dürfen auch Hausarztpraxen impfen. Nach Ostern begannen in Bonndorf drei Allgemeinmedizinischen Praxen sowie die Kinderarztpraxis Spitz-Valkoun damit, priorisierte Patienten zu impfen, und zwar mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer. 231 Menschen erhielten auf diese Weise bereits ihre erste Impfung. Am 30. April haben bei der nächsten interkommunalen Impfaktion in der Stadthalle Bonndorf weitere Bürger im Alter zwischen 70 und 80 Jahren die Chance, vor Ort geimpft zu werden.

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Jürgen Meyer impfte in den ersten Tagen nach Ostern 18 Patienten. Diese Woche wird er 24 weitere gegen das Covid-19-Virus impfen. Wie seine Berufskollegen wird auch er mit Anfragen förmlich überrannt. „Alle wollen sofort geimpft werden, aber ich halte mich konsequent an die Reihenfolge der Priorisierung. Betagte Patienten, die nicht mehr mobil sind, impfe ich auch zu Hause“, beantwortet der Allgemeinmediziner eine entsprechende Anfrage dieser Tageszeitung.

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Stringent an die Priorisierung hält sich auch das Kinderärztepaar Monika Spitz-Valkoun und Christian Spitz. 20 Dosen des Serums von Biontech/Pfizer verimpften sie in der zurückliegenden Woche an priorisierte Eltern oder auch Großeltern, die ein hoch gefährdetes Kind betreuen sowie solche, die in Pflegeberufen arbeiten. Diese Woche wird in der Kinderarztpraxis nicht geimpft. „Wir haben keine Zeit dafür“, sagt Monika Spitz-Valkoun im Hinblick auf den enormen administrativen sowie praktischen Zusatzaufwand, den das Impfen für die Praxen bedeutet. Zumal bereits die hohe Anzahl der Testungen das Praxisteam über alle Maßen beanspruche. „Die Situation ändert sich wöchentlich, und dementsprechend werden wir kurzfristig entscheiden, wann wir wieder impfen.“

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36 Impfdosen verabreichten in der vergangenen Woche die Allgemeinmedizinerinnen Martina Melcop-Pitsch und Sarah Schenck an ihre Patienten. In dieser Woche steigern sie dies auf 60 Impfdosen. „Das Testen und Impfen ist mit enormem Aufwand verbunden. Alle wollen jetzt auf die Liste. Es gibt Leute, die täglich anrufen oder E-Mails schicken, um nachzufragen, wann sie an der Reihe sind. Die ganze Situation ist echt anstrengend. So wie die Infektionszahlen steigen, werden auch die Leute immer fordernder“, beschreibt Sarah Schenck die Lage.

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In den Bonndorfer und Lenzkircher Praxen von Annika und Winfried Grohmann wurden seit Ostern 73 Impfungen vorgenommen. Gernot Binder und Wolfgang Pauli starteten ihre Impfkampagnen in dieser Woche, da ihre Praxen während der Osterferien geschlossen waren. Dort wurden jeweils zwölf Dosen von Biontech/Pfizer verabreicht.

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Das Prozedere, an den Impfstoff zu gelangen, ist für alle Ärzte dasselbe. Bis dienstags, 12 Uhr, müssen sie in der örtlichen Apotheke ihre Bestellung für die Folgewoche abgeben. Donnerstags erfahren sie, welchen Impfstoff und wie viel der georderten Menge sie tatsächlich erhalten. Die Zuteilung richtet sich nach der Anzahl der Ärzte in den jeweiligen Praxen.

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Montagnachmittags wird ihnen die Lieferung zugestellt, dienstags kann mit der Impfung begonnen und in dem Zeitrahmen vorgenommen werden, in dem die Haltbarkeit des Impfstoffs bei entsprechender Lagerung gewährleistet ist. Das Serum von Biontech/Pfizer beispielsweise ist aufgetaut und ungeöffnet maximal 120 Stunden bei einer Temperatur von zwei bis acht Grad haltbar.