Einer Großbaustelle gleicht die Sanierung der Böschungsrutschung an der L 170 kurz vor der Einmündung in die B 315. Ein kompletter Straßenabschnitt von mehr als 70 Metern Länge wurde abgetragen, Hunderte Kubikmeter Erdreich und Gestein lagern an der B 315-Kreuzung und am Waldrand Fahrtrichtung Bonndorf.

  • Böschungsrutschung L 170: Die talseitige Böschungsrutschung, wie sie bei Starkregen immer vorkommen kann, wenn der Bankettbereich ausgespült wird und die augenscheinlich unspektakulär wirkte, zeigte sich Anfang März 2020 rund 500 Meter vor der Einmündung in die B 315.
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Saniert werden soll dieser Bereich durch am Straßenrand versetzte Betonfertigteile, die mit Mikropfählen in den anstehenden Fels verankert werden. Durch das Aufbringen von Spritzbeton auf der Böschung soll eine langfristige Stabilisierung erreicht werden, so die Einschätzung der Fachleute des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg im November 2020.

Die Wutachschlucht ist in Bewegung: Unterhalb des Bruderhofs bricht auf rund zehn Meter hangseitig die L 171-Fahrbahn weg.
Die Wutachschlucht ist in Bewegung: Unterhalb des Bruderhofs bricht auf rund zehn Meter hangseitig die L 171-Fahrbahn weg. | Bild: Stefan Limberger-Andris

Erfahrungen hatte das RP mit dieser Methode bei der Sanierung der L 170 zwischen Bonndorf und der Steinasäge bei einer ähnlichen Rutschung 2015/16 gesammelt. Eine ursprüngliche Kostenschätzung der jetzigen Sanierung von rund 300.000 Euro korrigierte das RP im vergangenen Mai zunächst auf rund 620.000 Euro.

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Die Maßnahme werde allerdings günstiger abgerechnet werden können, da auf einen Verbau verzichtet wird, der für eine halbseitige Sperrung nötig gewesen wäre, erläuterte Dieter Bollinger, Referatsleiter Straßenbau Süd des Regierungspräsidiums Freiburg, auf Anfrage. Die Sanierung soll bis zur Kalenderwoche 38 abgeschlossen sein. Planungen sehen einen Sanierungsbeginn der weiter Richtung Schattenmühle liegenden Straßenabsenkung der L 170 im September vor.

  • Straßenabsenkung L 170: Die Sanierung der Straßenabsenkung der L 170 zwischen dem Abzweig der K 6516 und der B 315 soll am 27. September beginnen. Ein rund 150 Meter langer Straßenabschnitt war nach einem Hangrutsch ab Herbst 2017 bis im Frühsommer 2018 saniert worden. Eine weitere Absenkung auf 50 Meter erfordert nun weitergehende Maßnahmen, um den Bereich besser zu entwässern.
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Vorgesehen ist der Einbau einer hangseitigen Drainagescheibenlösung aus überschnittenen Drainagebohrpfählen, die das im Hang anströmende Schichtenwasser abfangen und dann über eine Entwässerungsleitung im festen Fels des Untergrunds – unter der Rutschmasse des Oberbodens – talseitig schadlos abführen sollen.

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Die Kostenschätzung beläuft sich nach RP-Auskunft vom Mai auf etwa eine Million Euro. Dieter Bollinger rechnet sogar damit, dass diese Summe nicht ausreichen werde. Diese Kosten laufen zusätzlich zu den bereits bei der früheren Sanierung ausgegebenen 1,3 Millionen Euro auf.

  • Gabionenwand L 170: Maßnahmen zur Stabilisierung der Gabionenwand kurz oberhalb der Schattenmühle, die nach RP-Erkenntnissen in direktem Zusammenhang mit der Straßenabsenkung durch eine großflächige Rutschung oberhalb an der L 170 steht, soll erst nach der dortigen Sanierung mittels einer Drainagescheibe erfolgen. Die bisherige Planung des RP sieht einen Arbeitsbeginn an der Gabionenwand im Frühjahr 2022 vor.
  • Böschungssanierung L 171: Bei Ewattingen stehen Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Wutachschlucht an. Saniert werden soll ein Böschungsbereich auf 100 Metern entlang der L 171. Dort tritt aus einer steilen Hangböschung im Ortseingangsbereich von Ewattingen aus Richtung Wutachmühle Schichtenwasser aus, das den Bereich destabilisiert.
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In den Wintermonaten kommt es auf dem Gehweg und der Fahrbahn der L 171 teilweise zu Eisbildung. Um das Schichtenwasser zu fassen und schadlos abzuleiten, ist vorgesehen, oberhalb der Böschungskante eine etwa zwei bis drei Meter tiefe Drainageleitung zu verlegen. Die Arbeiten sind in der zweiten Jahreshälfte vorgesehen. Die Kostenschätzung liegt bei rund 170.000 Euro.