Die Corona-Pandemie wirft ständig neue Fragen auf und stellt damit Mediziner, Gesellschaft und Verantwortliche in der Politik in immer kürzer werdenden Intervallen vor neue Herausforderungen. Neuerdings gibt es von der Ständigen Impfkommission (Stiko) eine Impfempfehlung für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit Vorerkrankungen sowie solche, die auf individuellen Wunsch nach ärztlicher Abklärung geimpft werden können.

Auch der Landkreis Waldshut bietet Impfmöglichkeiten für Kinder an. Diese sollen ein ergänzendes Angebot zu den im Kreis impfenden Kinderärzten sein, informiert die Pressestelle des Landratsamtes. Am heutigen Mittwoch, 22. Dezember, besteht im Mini-KIZ Bonndorf (Foyer der Stadthalle) von 14 bis 16 Uhr Gelegenheit, Kinder dieser Altersgruppe zu impfen. Bis Dienstag lagen dem Landratsamt bereits 60 Terminvereinbarungen vor, dies entspricht den maximal möglichen zu vergebenden Terminen. Geimpft wird ausschließlich mit dem speziellen Kinderimpfstoff von Biontech und nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten.

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Das Impfen von Kindern ist zeitaufwändig. Während die beiden Ärzte vor Ort bei Erwachsenen vier Impftermine binnen fünf Minuten vornehmen, plant man bei Kindern acht Minuten pro Impfung ein. Die Pressestelle weist darauf hin, dass sich das Impfangebot des Landkreises ausschließlich an Eltern richtet, die von einer notwendigen Impfung ihrer Kinder überzeugt sind. Wer unsicher ist und eine ausführliche Beratung möchte, sollte zu einem Kinderarzt gehen. Es wird gebeten, den Aufklärungsbogen ausgefüllt und unterschrieben mitzubringen. Ferner müssen Impfpass und Kinderausweis vorgelegt werden. Die Zweitimpfung erfolgt in einem Abstand von drei bis sechs Wochen.

Monika Spitz-Valkoun, die gemeinsam mit ihrem Mann Christian in Bonndorf die Kinderarztpraxis betreibt, sieht einige Unwägbarkeiten hinsichtlich der Kinderimpfkampagne. Zwar werden auch in ihrer Praxis Kinder dieser Altersgruppe geimpft, sofern chronische Erkrankungen oder entsprechende Belastungen im unmittelbaren Umfeld vorliegen, doch die neue Virusvariante Omikron wirft viele Fragen auf.

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„Es ist wie die Ruhe vor dem großen Sturm. Erst in ein paar Wochen werden wir wissen, wie die Pandemie-Situation mit der Omikron-Mutation aussieht. Es ist also absolute Vorsicht geboten“, warnt die Kinderärztin. Überdies verschärft die Tatsache, dass nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht, das Problem. „Die Telefone laufen heiß. Man kann nicht publizieren, dass wir jetzt alle impfen und nachher müssen vereinbarte Termine abgesagt werden, weil nicht genügend Impfstoff vorhanden ist.“

Die Bereitstellung von ausreichendem Impfstoff ist auch für die Impfkampagne des Landkreises Voraussetzung. Das Landratsamt weist darauf hin, dass das Angebot davon abhängt, wie viel Kinderimpfstoff geliefert wird. Es könne andernfalls auch zu kurzfristigen Absagen von Terminen kommen. Diese würden per E-Mail erfolgen. Umgekehrt schleiche sich leider die Unsitte ein, dass Impfwillige fest vereinbarte Termine nicht wahrnehmen.

Pause bis 2. Januar

„Vermutlich reservieren sich manche parallel Impftermine beim KIZ und beim Hausarzt. Wir weisen bei der Terminbestätigung ausdrücklich darauf hin, dass man uns rechtzeitig informieren sollte, wenn man einen Termin nicht wahrnehmen kann“, sagt Tobias Hermann, Pressesprecher des Landratsamtes zu diesem Thema. In Bonndorf finden heute die letzten Impfungen vor Weihnachten statt. Das Mini-KIZ bleibt dann bis 2. Januar geschlossen.

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