„Wir sind ein Laubholzbetrieb, das kommt uns gerade entgegen“, sagte Bürgermeister Manfred Weber einleitend gegenüber dem Gemeinderat, während der außerplanmäßigen Begehung des Gemeinderates im Küssaberger Wald. Hatte man vor kurzem noch gehofft, aufgrund des Mischwaldes, mit einem blauen Auge davon zu kommen, hat sich bis heute durch die Trockenheit der vergangenen Wochen die Situation deutlich verschlechtert, informierte der Bürgermeister zusammen mit Revierleiter Berthold Schmid weiter. Gemeinsam mit dem Gemeinderat wurden die markantesten Plätze des Gemeindewaldes inspiziert.

Zusammen mit Bürgermeister Manfred Weber und Revierleiter Berthold Schmid machte sich der Gemeinderat direkt vor Ort ein Bild über die aktuelle Situation des Gemeindewaldes.
Zusammen mit Bürgermeister Manfred Weber und Revierleiter Berthold Schmid machte sich der Gemeinderat direkt vor Ort ein Bild über die aktuelle Situation des Gemeindewaldes. | Bild: Tina Prause

Gut 600 Festmeter Käferholz wurden im vergangenen Jahr geschlagen, in diesem Jahr sind es bis jetzt circa 1400 Festmeter, „teilweise noch Bestände aus dem letzten Jahr“, merkte Berthold Schmid an. Insgesamt wurden Anfang des Jahres 4600 Festmeter als Hiebsatz in der Jahresplanung für den Gemeindewald festgelegt, von dem bisher insgesamt 2800 Meter geschlagen wurden. „Wir haben noch Luft“, erklärte der Revierleiter anhand der Zahlen die Situation in Küssaberg.

Relativ frisch befallen ist dieser Baum. Weiter unten ist ganz klein ein Borkenkäfer zu sehen.
Relativ frisch befallen ist dieser Baum. Weiter unten ist ganz klein ein Borkenkäfer zu sehen. | Bild: Tina Prause

Ähnlich wie in den Nachbargemeinden, ist auch in Küssaberg die zweite Population der Borkenkäfer raus und wird demnächst ausfliegen. Auch in Küssaberg rechnet man mit einer dritten Generation noch in diesem Sommer. Durch die Trockenheit in Mitleidenschaft gezogen sind mittlerweile auch Laubbaumsorten wie zum Beispiel Buchen. Einige Bäume sind bereits abgestorben.

Es sieht ein bisschen aus wie Kaffeesatz, ist aber das Bohrmehl des Borkenkäfers.
Es sieht ein bisschen aus wie Kaffeesatz, ist aber das Bohrmehl des Borkenkäfers. | Bild: Tina Prause

„Schon als Laie kann man die Spuren des Borkenkäfers und der Trockenheit deutlich sehen“, stellte Gemeinderatsmitglied Sascha Klubert (CDU) fest. Gleichermaßen betroffen resümierte Jürgen Fesser (Bündnis 90/Die Grünen) nach der Begehung die aktuelle Situation des Gemeindewaldes.

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„Die wichtigsten Aufgaben sind jetzt, Maßnahmen in die Wege zu leiten, die den Klimawandel stoppen. Ansonsten werden wir das Waldsterben nicht stoppen können“, sprach er.

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Für Berthold Schmid und seine Mannschaft, die seit Wochen versuchen, die Lage in den Griff zu bekommen, werden die nächsten Wochen nicht einfach. Das befallene Holz sollte schnellstmöglich aus dem Wald gebracht werden, was allein aufgrund der Menge problematisch wird. Clemens Stoll (CDU) bedankte sich abschließend im Namen des Gemeinderates für den engagierten Einsatz bei Berthold Schmid und den Forstmitarbeitern. Nach aktuellem Stand ist geplant, dass das Gremium im Oktober die weitere Vorgehensweise besprechen wird.