Die Saison in der Wutachschlucht ist vorbei, die Wanderbusse haben den Betrieb eingestellt. Es sei eine gute Saison gewesen, resümiert Ranger Martin Schwenninger. Er lobt die Wanderer, die sich beim Besuch des Naturschutzgebietes überwiegend korrekt verhalten haben.

Martin Schwenninger fiel trotzdem auf, dass Wanderer sich zunehmend nicht an das Wegegebot halten, teils in der Wutach baden und Vesperpausen am Ufer abhalten. Das Baden sei ohnehin verboten, gerastet werden könne an den ausgewiesenen Hütten. Durch die Unwissenheit der Besucher werden seltene Tierarten wie Gänsesäger und Eisvogel, aber auch Fische des Flachwasserbereichs gestört. Zudem nehme die Müllbelastung durch Wohnmobilisten in angrenzenden Schluchtbereichen zu.

Wutachranger Martin Schwenninger zieht Bilanz über die abgelaufene Wandersaison in der Wutachschlucht.
Wutachranger Martin Schwenninger zieht Bilanz über die abgelaufene Wandersaison in der Wutachschlucht. | Bild: Wolfgang Scheu

Er habe sich Gedanken über eine intensivere Überwachung der Schlucht gemacht, sagt Martin Schwenninger. Hierbei gehe es zum einen um Besucherlenkung (Absperrungen und Hinweisschilder), zum anderen aber auch um die Ausbildung weiterer Naturschutzwarte in Kooperation mit dem Naturpark Südschwarzwald, von denen es derzeit bis zu 25 gebe, die in Zweierteams auf Tour gehen. Die Stichworte hier seien: Information, Beratung und Aufklärung bei Fehlverhalten. Der letzte Schritt sei, Uneinsichtigen letztlich eine Ordnungswidrigkeit auszusprechen. Als richtungsweisend sieht Schwenninger die unter Federführung des Regierungspräsidiums Freiburg erarbeitete Rundwegekonzeption auf den Schluchtschultern, die 2020 starten wird. Dies sei aber auch ein zweischneidiges Schwert. Ziel sei es, Wanderer aus der Schlucht herauszulocken, nicht auszuschließen sei jedoch, dass die Belastung in der Schlucht letztlich zunehme.

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Besucherzahlen sind noch immer eine ungenaue Nummer – 2013 seien hochgerechnet zwischen 60.000 und 80.000 Besucher gezählt worden. Im nächsten Jahr sollen spezielle Zählgeräte an zwei Messstellen an der Wutach- und der Gauchachschlucht ein genaueres Bild ergeben, so Martin Schwenninger.

Die Infrastruktur in der Schlucht, also Brücken, Wege und Hütten, sei soweit in Ordnung. Hier trage der Schwarzwaldverein Bonndorf viel bei, freut sich Martin Schwenninger. Sorgen bereite ihm das Eschentriebsterben, über die Entmischung des Schluchtwaldes hinausgehend, auch wegen der Sicherheit der Wanderer. Zum Problem kristallisiere sich der zunehmende Individualverkehr der Schluchtbesucher heraus. Die öffentlichen Parkplätze an der Schatten- und an der Wutachmühle reichen nach Einschätzung des Wutachrangers nicht mehr aus. 2020 soll der Natura-2000-Managementplan Wutachschlucht abgeschlossen sein. Zudem, so Martin Schwenninger, gehe es um ein Mopsfledermaus-Projekt des Nabu, der Forstverwaltung und der Landesregierung. Erfasst werden sollen Population und Lebensraum, so soll der Bestand dieser seltenen Art gesichert werden.