Ein ungewöhnlicher Vorstoß, der offensichtlich im Regierungspräsidium Freiburg (RP) für gewisse Aufmerksamkeit sorgt. Bonndorfs Bürgermeister Michael Scharf hatte im Frühjahr angeregt, sich Gedanken über den Bau einer Verkehrsbrücke übers Wutachtal zu machen, die die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut verbinden könnte. Die Stadt Bonndorf sei durchaus bereit, die Kosten einer Planungsstudie zu tragen.

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Nun kommt offenbar Fahrt in die Geschichte – es ist laut Michael Scharf ein erstes Treffen der Stadtverwaltung mit Vertretern des Regierungspräsidiums geplant. In den kommenden Tagen werde es einen Gesprächstermin der Stadtverwaltung mit den Planern des Regierungspräsidiums Freiburg geben, bestätigte Michael Scharf auf Anfrage.

Gutachten soll Grundsätzliches klären

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer habe Michael Scharf Wohlwollen in der Sache signalisiert, so der Bürgermeister. Zunächst müsse in einem Gutachten wohl Grundsätzlichem nachgegangen werden – etwa wo ein verkehrs- und/oder kostengünstiger Brückenschlag über die Wutach denkbar wäre oder, ob eine Brücke überhaupt Sinn mache.

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„Die Brücke, die Brücke muss kommen.“ Die Gemeinderatsfraktionen CDU und SPD hatten das Thema Brücke über die Wutachschlucht in ihren Haushaltsreden angesprochen (siehe auch Infokasten). Die Brücke wäre als wichtige Verkehrsverbindung zwischen den Bundesstraßen B 31 und B 315 von großer Bedeutung, außerdem ließen sich damit immer wiederkehrende enorme Kosten zur Sanierung und Stabilisierung der L 170 durch die Schlucht sparen.

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Die jüngsten Sanierungsarbeiten 2017/18 verschlangen rund 1,3 Millionen Euro – eine erneute Wellenbildung auf der Fahrbahn macht bereits deutlich, dass der Hang dennoch weiter rutscht. Die Instandhaltung der Straße – davon ist auszugehen – ist ein Fass ohne Boden. Dasselbe gilt für die L 171, die von Ewattingen durch die Schlucht in Richtung Donaueschingen führt.

Idee bereits in den 50er Jahren

Die Idee, die Wutachschlucht mit einer Brücke zu überspannen, ist nicht neu: Bereits in den 1950er Jahren wurde über ein Bauwerk nachgedacht, konkretere Pläne entstanden dann Ende der 70er, anfang der 1980er Jahre. Das geplante Brückenbauwerk hatte sogar Einzug in den Bundesverkehrswegeplan gefunden. Eine Realisierung dieser Querspange lag also im Bereich des Möglichen. Warum wurde das Projekt damals nicht weiterverfolgt?

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Ebenfalls in den 80er Jahren keimte in Bonndorf der Wunsch nach einem anderen Straßenprojekt auf. Die Stadt wollte eine Umgehungsstraße haben. Der Verkehr sollte raus aus der Innenstadt, damit diese attraktiver gestaltet werden könnte. Die Forderung nach einer Umgehungsstraße nahm Fahrt auf.

Thema nimmt in 90er wieder Fahrt auf

Im Jahr 1990, war damals in der Zeitung zu lesen, stellte der damalige Stadtbaumeister Kurt Rehwald als Vertreter von Bürgermeister Peter Folkerts klar: „Die Stadt will bis in zehn Jahren eine Umgehungsstraße haben.“ Dies war ein frommer Wunsch, war ein solches Projekt doch noch weit entfernt davon, in den Bedarfsplan des Bundes aufgenommen zu werden, der 1992 fortgeschrieben werden sollte.

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Was tun? Einen möglichen Weg zeigte Verbandsdirektor Schwendemann vom Regionalverband Hochrhein-Bodensee auf. Wenn man auf die Brücke über die Wutach, die bereits im Bedarfsplan enthalten ist, verzichtet, wäre zumindest eine Chance gegeben, die Umgehungsstraße in die Planung zu bekommen. Letztendlich verschwanden beide Projekte in der Schublade: Die Brücke war vom Tisch und die Umgehung wurde nie gebaut.