„Wir sehen im Landkreis kulturell guten Zeiten entgegen“, hob Landrat Martin Kistler beim Vorstellen des Programms 2020 für das Schloss Bonndorf hervor, das von der Handschrift der Kulturreferentin Susanna Heim geprägt wurde. Mit dem neuen Programm sollen neue „Spots“ gesetzt werden. Dazu gehören nach den Worten der Verantwortlichen Formate, in denen Literatur erfahrbar und überraschend präsentiert wird, aber auch Ausstellungen, die für Gesprächsstoff sorgen sollen.

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Susanna Heim freute sich, dass zur Präsentation des neuen Schlossprogramms neben treuen Konzertbesuchern auch Kulturverantwortliche des Landkreises anwesend waren. Sie zeigte Verständnis, dass die eingeladenen Gastronomen, die eine wichtige Funktion bei der Unterbringung der Gäste haben, morgens um 11 Uhr nicht ins Schloss Bonndorf kommen könnten.

Blick in das Programm

Als klein und fein bezeichnete sie das Kulturzentrum des Landkreises in der Löwenstadt. Da keine Massenveranstaltungen angeboten würden, könne sich dies in den Corona-Zeiten positiv auswirken. Dennoch sei derzeit nicht absehbar, ob die diesjährigen Ausstellungen jeweils mit einer großen Vernissage eröffnet werden könnten. Dies müsse kurzfristig entschieden werden, die Ausstellungen selber aber sollen wie geplant stattfinden. Sie zeigte sich aber überzeugt, dass die Menschen auch „einen anderen Input brauchen, der durchaus von der Kultur, der Musik oder von der Literatur kommen kann“.

Ausstellungen

Zum ersten Mal wurde unter dem Titel „Ich und Du – Du und Ich“ ein Karikaturenwettstreit ausgeschrieben. „Karikatur kann jeder von uns verstehen“, betonte die Kulturreferentin, die sich die Devise „Kultur für breite Schichten in der Bevölkerung“ auf die Fahne geschrieben hat. 46 Einsendungen hat es aus Deutschland und der Schweiz gegeben. In der Jury war unter anderem der Chefredakteur der Schweizer Satirezeitschrift „Nebelspalter“. Neben dem Wettbewerb hat die Ausstellung nach den Worten von Susanna Heim einen zweiten Fokus: Die nachbarschaftlichen Beziehungen in Europa. Gezeigt werden Werke unter anderem von Peter Gaymann und Thomas Ungerer. Die Ausstellung wird vom 29. März bis zum 28. Juni zu betrachten sein.

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Mit „Essen in Stillleben der Gegenwartskunst und Fotografie“ befasst sich die zweite Ausstellung „Stil leben: Essen“, die vom 19. Juli bis zum 11. Oktober im Schloss gezeigt wird. Präsentiert werden Werke von Ralph Fleck, Heiner Meyer, András Pinczehelyi, Eun Hui Lee und den Fotografen Bernhard J. Widmann, Tina Sturzenegger und Fabian Häfeli. „Bei dieser Ausstellung steht mit dem Essen ein Alltagsthema, das aber in der Kunst schon immer präsent war, im Mittelpunkt“, sagte die Kulturreferentin. Mit dem Titel wurde bewusst mit der Doppeldeutigkeit gespielt, da Essen in der heutigen Zeit auch ein Lebensstil ausdrückt.

Lesungen und Vorträge

Im Rahmen der „Dahrendorf Lecture“ ist Professor Giovanni Maio zu Gast am 5. April. Er hat seinen Vortrag mit dem Titel „Krankheit als Einbruch in das Leben“ überschrieben. Lesen und genießen heißt es bei „einem Nachmittag voller Bücher“ am 26. April. Zu Gast sind der österreichische Autor und Journalist Christian Seiler sowie die Hamburger Krimiautorin Simone Buchholz. Die Lesungen werden moderiert von dem Hamburger Journalisten Harald Braun. Zwischen den Lesungen präsentieren sich Buchhandlungen aus Waldshut und Tiengen mit einer Auswahl an Neuerscheinungen. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen.

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Die Professorin für allgemeine Literaturwissenschaft und Romanische Philologie Barbara Vinken hält am 29. Mai einen Vortrag über und mit Mode. Im Anschluss an den Vortrag präsentiert das Kreiskulturamt zusammen mit Stulz-mode: genuss: leben aus Waldshut nach den Worten von Susanna Heim „eine etwas andere Modenschau, bei der nicht Models, sondern Menschen aus der Region Mode als Ausdrucksmittel ihrer selbst zeigen“.

Am 9. August wird Kurien-Erzbischof Georg Gänswein mit der Reihe „Ein Mensch und drei Bücher“ zu Gast im Schloss sein. Moderiert wird die Matinée von Johannes Bruggaier, Leiter der Kulturredaktion des SÜDKURIER Medienhauses. „Faszination Berlin“ heißt es bei der Lesung von Jens Bisky am 20. September. Bei seinem Berlin-Buch handele es sich um eine Erzählung, die „Geschichte packend nahe bringt“.

Neuerung bei Literaturstipendiaten

Die Vergabe von Stipendien ist für die Landesregierung Baden-Württemberg ein wichtiges Instrument zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses an der Schwelle zum Berufsleben. Im Mittelpunkt steht der Gedanke, zumeist jüngeren Künstlern die Möglichkeit zu geben, frei zu arbeiten und ihr Talent abzurunden und zu entfalten. Über die Vergabe der Stipendien entscheidet jeweils eine Jury aus fachkundigen Persönlichkeiten des kulturellen und geistigen Lebens, die vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst berufen werden.

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Die jeweiligen Stipendiaten erhalten jeweils 12.000 Euro für ein Jahr. Außerdem sind sie eingeladen zu einer Lesereise. Seit mehr als drei Jahrzehnten wurde diese im Kulturzentrum des Landkreises Waldshut, im Schloss Bonndorf, gestartet. Gemäß dem vorgelegten Jahresprogramm findet diese Lesung der Literaturstipendiaten nicht mehr in Bonndorf statt. Der Start der Lesereihe wurde nach Freiburg verlegt.

Kinderbetreuung

Die 2019 gestartete Kinderbetreuung bei Kulturveranstaltungen im Schloss wurde, wie Susanna Heim auf Nachfrage informierte, gut angenommen. Betreut werden die Kinder von einer Mitarbeiterin des Kulturamtes. „Einmal waren zehn Kinder auf einmal da“, freute sich Heim. Das Angebot wurde nicht nur von Familien, sondern auch von Großeltern in Anspruch genommen.

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