Nach einer Amtszeit an der Spitze des Zulieferriesen ZF ist Schluss. ZF-Chef Wolf-Henning Scheider wird das Unternehmen auf eigenen Wunsch spätestens Anfang 2023 verlassen. Es ist zu früh, um eine Bilanz zu ziehen, denn vor Scheider, der das Vorstandsamt seit Anfang 2018 bekleidet, liegen entscheidende Monate.

Der Krieg in der Ukraine verschärft bestehende Probleme wie Energiepreissteigerungen und Risse in den Lieferketten massiv. Und China schwächelt. Mehr als noch in Zeiten der Corona-Krise muss der global ausgerichtete ZF-Konzern auf Sicht fahren.

Wolf-Henning Scheider, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG, spricht während der Online-Bilanzpressekonferenz im Forum des ...
Wolf-Henning Scheider, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG, spricht während der Online-Bilanzpressekonferenz im Forum des Unternehmens. | Bild: Felix Kästle/dpa

Der passionierte Segler Scheider hat die multiplen Krisen bislang abgewettert. Nach herben Einbrüchen 2020 kehrt ZF auf einen Wachstumskurs zurück. Dafür investiert das Unternehmen viel in neue Technologien und Geschäftsmodelle. Es hat aber auch einen hohen Schuldenberg angehäuft. Und in Deutschland werden Jobs gestrichen. Vor dem scheidenden Konzernchef liegen Monate harter Arbeit, will er das Schiff guten Gewissens verlassen.