Die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus sind in fast allen Bereichen des Lebens zu spüren. Auch der Postverkehr ist betroffen: Wer Pakete oder Briefe verschicken will, muss zum Teil mit Einschränkungen rechnen.

So sind laut der Schweizerischen Post Sendungen in die Schweiz zwar nach wie vor möglich, wegen eingeschränkten Transportmöglichkeiten könne jedoch bis auf Weiteres nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Verzögerungen kommt, teilt eine Sprecherin mit. Ebenso können die Laufzeiten von Zustellungen von der Schweiz nach Deutschland nicht eingehalten werden und eine Zustellung gegen Unterschrift ist nicht möglich.

Laut der Deutsche Post DHL Group (DPDHL) sollten Nachnahme-Sendungen derzeit außerdem nicht mehr in die Schweiz verschickt werden, da das Kassieren von Nachnahmegeldern in unserem Nachbarland eingestellt wird.

Verzögerungen und Annahmestopps

Auch bei der DPDHL hat das Coronavirus zu Einschränkungen geführt. DHL meldet mittlerweile steigende Paketzahlen, der Anstieg befinde sich auf Vorweihnachtsniveau und über Ostern werde die Menge voraussichtlich weiter steigen. Es könne dadurch auch vereinzelt zu Verzögerungen kommen, etwa bei Abholungen. Man sei aber dabei, Kollegen aus derzeit weniger gefragten Bereichen – etwa dem Brief- oder dem Landfrachtgeschäft – vermehrt für Pakete einzusetzen.

Auch bei internationalen Sendungen kann es zu Laufzeitverzögerungen kommen – verursacht etwa durch Grenzkontrollen, Wegfall von Flugverbindungen und Schutzbestimmungen oder Quarantänemaßnahmen im Zielland.

Auch der Paketdienstleister Hermes teilt mit, dass es aufgrund von Grenzkontrollen auf den innereuropäischen Transportwegen zu Zeitverzögerungen kommen kann. Zudem informiert die DPDHL, dass Pakete und Päckchen in einige Länder, darunter Australien, Neuseeland, Kanada, Japan und China, bis auf Weiteres nicht mehr angenommen werden können. Briefsendungen sollen davon jedoch nicht betroffen sein. Die Zustellung von DHL Europaketen ist in einige Gebiete von Italien, Österreich und Portugal derzeit nicht möglich.

Auch Frankreich betroffen

Weil außerdem die Französische La Poste laut der Deutschen Post „massive Einschränkungen im Paketnetz“ vorgenommen hat und „bis auf Weiteres nur noch an drei Tagen pro Woche“ zustellen wird, gilt zudem ein Annahmestopp für DHL Paket International für Sendungen mit einer Seitenlänge von über 60 Zentimetern. La Post habe die DPDHL auch darum gebeten, die Paketlieferungen in einigen Gebieten bis auf Weiteres ganz auszusetzen.

In andere Länder wie etwa Bolivien, Chile, Indien, Jamaika, die Philippinen oder Thailand sowie einige Staaten Afrikas, ist der Versand und die Zustellung von Sendungen derzeit gar nicht möglich.

Notfallplan der Post

Laut der „Welt am Sonntag„ soll die Deutsche Post zudem einen Notfallplan für den Fall erarbeitet haben, dass es zu weiteren Einschränkungen kommt. Demnach soll in extremen Situationen die Post nur noch an wichtige Einrichtungen wie Behörden oder das Gesundheitswesen ausgeliefert werden. Ab einem Krankenstand von 30 Prozent sollen laut Welt am Sonntag zudem Briefe und Pakete nur noch an drei Tagen ausgeliefert werden, ab 60 Prozent an zwei Tagen und ab 80 Prozent an einem Tag. Im schlimmsten Fall soll die Post laut der Zeitung einen Annahmestopp planen, dann müssten Millionen an Sendungen eingelagert werden. Aktuell aber besetzt die DPDHL „bedarfsgerecht“ freie Stellen, um Lieferketten und die Zustellung der Post aufrecht zu erhalten, so ein Sprecher.

Hermes dagegen hat andere Pläne, sollte es zu einer Verschärfung der Situation kommen: Sobald Infektionsfälle oder konkrete Verdachtsfälle an einem der Standpunkte des Unternehmens auftauchen, könne jeder Standort auf bereits ausgearbeitete Notfallpläne zurückgreifen, die kurzfristig auch ausgeweitet werden können, sofern nötig.

Sollte es außerdem „im Verlauf der Corona-Krise notwendig sein, Logistik Center oder Depots in Deutschland zu schließen, sind wir grundsätzlich so aufgestellt, dass wir auch weiterhin die Lieferfähigkeit gewährleisten können“, teilt ein Sprecher mit. In einem solchen Fall könnten Sendungsmengen flexibel umgeleitet und an anderen Standorten weiterverarbeitet werden. „Insofern wäre selbst in einem Szenario, in dem einzelne Standorte aufgrund eines Ausbruchs des Coronavirus vollständig geschlossen werden müssen, die Warenannahme und -sortierung weiterhin gewährleistet.“

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