Nach wochenlangen Verhandlungen ist ein handfester Streit zwischen Management und Arbeitnehmern beim Elektronikspezialisten Marquardt vom Tisch. Dieser war Anfang Januar eskaliert, weil die Geschäftsführung den Mitarbeitern, anders als vom Tarifvertrag vorgesehen, eine Wahlmöglichkeit zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit verwehrte. Marquardt-Betriebsratschef Antonino Piovano kündigte damals in dieser Zeitung massiven Widerstand gegen das Vorgehen an. Falls das Thema nicht neu aufgeschnürt werde, „raucht es im Karton“, sagte er dem SÜDKURIER. Jetzt ist offenbar ein tragfähiger Kompromiss gefunden.

Kompromiss ist in Kraft

Wie das Unternehmen mitteilte, erhalten besonders beanspruchte Arbeitnehmergruppen, etwa Beschäftigte mit Kindern bis zu acht Jahren oder mit pflegebedürftigen Angehörigen sowie ältere Schichtarbeiter, künftig eine Wahloption, durch die sie vier freie Tage extra pro Jahr einfordern können. Tariflich vorgesehen sind sogar acht freie Extra-Tage. Als Kompensation ist für Marquardt-Mitarbeiter nun allerdings eine Sonderzahlung vorgesehen.

IG Metall zeigt sich zufrieden

„Wir freuen uns, dass es in einem konstruktiven Dialog mit Marquardt und dem Betriebsrat gelungen ist, eine Lösung zu finden, von der Arbeitgeber und Beschäftigte profitieren. Gerade angesichts der hohen geschäftlichen Dynamik und des massiven Preisdrucks bei Marquardt wissen wir die hohe Flexibilität des Unternehmens zu schätzen“, sagte Klaus-Peter Manz, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Albstadt.

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Der Fall Marquardt hatte landesweit für Wirbel gesorgt, insbesondere weil Firmen-Chef Harald Marquardt auch im Vorstand der Arbeitgebervereinigung Südwestmetall sitzt, die Tarifverträge mit der IG Metall zusammen aushandelt.