Die Olympischen Sommerspiele in Tokio gehen mit einem Rekordprogramm an den Start. So viele Sportarten und Entscheidungen gab es noch nie wie diesmal in Japan. In 33 Disziplinen werden von 23. Juli bis 8. August 339 Entscheidungen fallen. Das sind noch einmal 33 Wettbewerbe mehr als 2016 in Rio de Janeiro.
Auch wenn sie wegen der Corona-pandemie nicht vor Zuschauern starten dürfen, sind die 32. Sommerspiele der Neuzeit, die eigentlich im vergangenen Jahr hätten stattfinden sollen, für acht Athleten aus dem Schwarzwald und vom Bodensee der Saisonhöhepunkt.

Die Starts der regionalen Athleten auf einen Blick

Julia Sude aus Friedrichshafen

Julia Sude
Julia Sude | Bild: dpa

Julia Sude ist 34 Jahre alt und eine der besten deutschen Beachvolleyballspielerinnen. Als Tochter des ehemaligen Volleyball-Nationalspielers Burkhard Sude wuchs sie in Friedrichshafen auf. Die Spiele in Tokio, wo Sude mit Karla Borger spielt, sind die olympische Premiere für die Zahnmedizin-Studentin. „Ich bin bereit und bin gespannt, was wir dort erreichen werden“, sagt die 34-Jährige über ihre Ziele.

Dominik Koepfer aus Furtwangen

Dominik Koepfer
Dominik Koepfer | Bild: dpa

Dominik Koepfer ist 27 Jahre und kommt aus Furtwangen. Mit der Olympia-Teilnahme erfüllte sich der Schwarzwälder einen Jugendtraum. Vor zwei Jahren war Koepfer im Tennis-Zirkus noch ein Unbekannter. Doch mit starken Auftritten bei Grand Slam-Turnieren machte er auf sich aufmerksam. Mittlerweile ist er die Nummer drei in Deutschland. Zudem zeigte Koepfer einige Male, dass er mit der absoluten Weltspitze mithalten kann.

Emanuel Buchmann aus Ravensburg

Emanuel Buchmann
Emanuel Buchmann | Bild: dpa

Emanuel Buchmann ist 28 Jahre alt und stammt aus Ravensburg. Er nahm 2016 bereits an den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro teil und wurde damals 14. im Straßenrennen. Seine Medaillenchancen in Tokio sind eher gering, allerdings soll Buchmann, der bei der Tour de France 2019 den vierten Gesamtrang belegte, seinen Teil dazu beitragen, dass Teamkollege Maximilian Schachmann zu Edelmetall fahren kann.

Anna-Maria Wagner aus Ravensburg

Anna-Maria Wagner
Anna-Maria Wagner | Bild: AFP

Anna-Maria Wagner ist 25 Jahre alt und stammt aus Ravensburg. Wagner gehört im Judo (bis 78 Kilogramm) zu einer der größten deutschen Medaillen-Hoffnungen. Die Judoka krönte sich Mitte Juni in Budapest zur Weltmeisterin. „Eigentlich sollte das hier nur Vorbereitung auf Olympia sein – und jetzt wird mir langsam klar, dass ich Weltmeisterin bin“, sagte die Ravensburgerin nach ihrem WM-Erfolg.

Liane Lippert aus Friedrichshafen

Liane Lippert
Liane Lippert | Bild: Mani Wollner

Liane Lippert ist 23 Jahre alt und kommt aus Friedrichshafen. Die Fahrerin des RSV Seerose Friedrichshafen wird bei den Spielen in Tokio im Einzelrennen auf der Straße an den Start gehen. Die Deutsche Straßenmeisterin von 2018 hat 2019 bereits an den Europaspielen in Minsk teilgenommen und freut sich nun auf Japan. „Das ist mein absolutes Highlight in diesem Jahr“, sagt die Juniorinnen-Europameisterin von 2016 über Olympia.

Aline Rotter-Focken aus Triberg

Aline-Rotter Focken
Aline-Rotter Focken | Bild: dpa

Aline Rotter-Focken ist 30 Jahre alt und wohnt in Triberg. Tokio soll der krönende Abschluss ihrer Ringer-Karriere werden. Bei Weltmeisterschaften hat die gebürtige Krefelderin bereits alles gewonnen, olympisches Edelmetall fehlt ihr aber noch. Vor vier Jahren wurde Rotter-Focken in Rio Neunte, gehört jedoch dieses mal zu den Medaillenkandidatinnen. Die 30-Jährige ist mit dem früheren Triberger Bundesliga-Ringer Jan Rotter verheiratet.

Domenic Weinstein aus Unterbaldingen

Domenic Weinstein
Domenic Weinstein | Bild: Jürgen Rössler

Domenic Weinstein ist 26 Jahre und kommt aus dem Bad Dürrheimer Teilort Unterbaldingen. Für den Bahnrad-Europameister von 2018 sind es bereits die zweiten Olympischen Spiele. 2016 belegte er in Rio mit seinen Teamkollegen in der Mannschaftsverfolgung Rang fünf. Weinstein hatte im Herbst vergangenen Jahres komplizierte Knieprobleme. Doch er kämpfte sich wieder zurück und löste dadurch sein zweites Olympia-Ticket.

Gregor Traber aus Tettnang

Gregor Traber
Gregor Traber | Bild: Iris Hensel

Gregor Traber ist 28 Jahre alt und kommt aus Tettnang am Bodensee. Der 110-Meter-Hürdenläufer war bereits 2016 in Rio am Start, wo er das Finale als Neunter nur um zwei Hundertstelsekunden verpasste. Für Traber wäre es ein Erfolg, wenn er in Japan das Finale erreichen würde. „An meinem großen Traum hat sich nichts geändert. Das Wettkampf-Gen in mir schlummert ja nur und wird, sobald es gilt, voll wieder ausbrechen“, sagte er.

Richard Ringer aus Unteruhldingen

Richard Ringer
Richard Ringer | Bild: dpa

Richard Ringer ist 32 Jahre alt und kommt aus Unteruhldingen am Bodensee. Der Starter des LC Rehlingen war 2016 bereits bei den Spielen in Rio am Start. Während Ringer in Brasilien im Vorlauf über 5000 Meter scheiterte, läuft er in Japan über die Marathondistanz. Probleme könnten ihm die hohen Temperaturen in Fernost bereiten. „Taktische Rennen kommen mir zwar eigentlich eher entgegen, aber ich bin kein Hitzeläufer“, sagt er.