Reinhard Grindel ein Rassist? Ein harter Vorwurf, den Mesut Özil dem DFB-Präsidenten macht. Umso erstaunlicher, dass der in Ruhe urlaubt, statt Stellung zu beziehen.

Und das, obwohl Grindel dieses unschöne Etikett auch schon zweimal während seiner Zeit als CDU-Bundestagsabgeordneter vom politischen Gegner ans Revers geheftet worden war – 2004, nachdem er Multikulti als Lebenslüge bezeichnet hatte, und 2013, als man ihm nach einer Debatte über Zuwanderung eine Haltung mit "rassistischen Elementen" attestierte.

Ob Özil weit übers Ziel hinaus geschossen hat, wird sich zeigen. Was auf jeden Fall bleibt, ist das Versagen des Präsidenten, mit einem frühen, zielgerichteten Krisenmanagement die Affäre um das Erdogan-Foto zu befrieden.

Wenn nun der frühere DFB-Pressesprecher Stenger Grindel als "schlechtesten Präsidenten der letzten Jahre" brandmarkt und Bayern-Boss Rummenigge ihn als Chef von Amateuren bezeichnet, dürfte es nicht mehr weit sein bis zum Rücktritt. Und der ist auch fällig.