Verbreitet sind zwei Sprechweisen – mit hartem K-Laut am Anfang, oder auch mit einem weicheren Q, sprich „Kuarantäne“. Was aber ist richtig?

Beides! Es kommt darauf an, von welcher Sprache man dieses Fremdwort herleitet. Aus dem Französischen (“Quarantaine“) oder vom italienischen „quaranta“. Letzteres bedeutet 40 und meinte die Zahl der Tage, die Schiffe aus Gebieten, in denen eine ansteckende Krankheit grassierte, an eigens dafür vorgesehenen Plätzen anlegen mussten. Die Besatzung durfte in den italienischen Hafenstädten des 14. Jahrhunderts so lange nicht an Land gehen.

Es geht noch französischer

Aus beiden Sprachen fand die Quarantäne laut Duden im 17. Jahrhundert Eingang in die deutsche Sprache. Je nachdem, welcher Quelle Sie sich näher fühlen, dürfen Sie also „Kuarantäne“ oder auch „Karantäne“ sprechen. Wer‘s noch französischer mag: Das „an“ in der zweiten Silbe ganz nasal aussprechen!

Religiös aufgeladene Zahl

Übrigens: Die 40 Tage hatten keine wissenschaftliche Grundlage. Anders als heute, wo man sich an der Inkubationszeit des Virus orientiert. Die 40 galt als magische Zahl, in der Bibel kommt ihr häufig eine große Bedeutung zu: Bei der Sintflut regnet es 40 Tage und Nächte, Moses war 40 Tage auf dem Sinai, Jesus ging 40 Tage durch die Wüste und das Volk Israel wanderte nach seinem Auszug aus Ägypten gar 40 lange Jahre durch die Wüste.

Noch etwas: Allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz schaffte es die Pest schließlich doch von Venedig über den Brenner nach Mitteleuropa. So eine Quarantäne lässt sich eben auch umgehen.