Wer Weihnachten traditionell feiert, bei dem wird zur Bescherung auch das eine oder andere Päckchen unter dem Baum liegen. Die Idee des Schenkens gefällt nicht jedem – es gibt jedoch einiges, das dafür spricht.

Weihnachten ist das Fest der Liebe

Und nicht etwa des Konsumwahns, wird sich nun mancher denken. Und das ist ja auch richtig. Weihnachten sollte nicht zur Geschenkeschlacht verkommen, bei der der eigentliche Sinn des Christfests verloren geht. Hauptsache groß und teuer und schön verpackt – und mindestens so viel wert wie das Geschenk, das man selbst bekommt. Ein allzu oft praktizierter weihnachtlicher Geschenke-Irrsinn.

Aber eines sollte man bei aller Kritik am Konsum auch nicht vergessen: Schenken kann auch ein Akt der Liebe sein und der Wertschätzung. Man gibt etwas, um dem anderen eine Freude zu machen. Kann es ein größeres Glück geben?

Passanten stehen in Frankfurt vor einem weihnachtlich dekorierten Schaufenster.
Passanten stehen in Frankfurt vor einem weihnachtlich dekorierten Schaufenster. | Bild: Hannes P. Albert/dpa

Kleine Geschenke erhalten bekanntlich die Freundschaft

Weil man auch mit ihnen große Freude bereiten kann. Es kommt beim Schenken nicht auf den materiellen Wert an, jedenfalls nicht immer. Man muss sich also nicht in Unkosten stürzen, um seine Mitmenschen zu beglücken. Kleine Aufmerksamkeiten, über die man sich Gedanken gemacht hat, kommen manchmal besser an als teure Geschenke ohne Bezug zur Person. Auch für den kleinen Geldbeutel ist Schenken also machbar.

Man kann auch nachhaltig schenken

Weniger Konsum ist ein Akt des Klimaschutzes. Ein Grund, der für viele Menschen gegen Geschenke spricht. Besonders wenn diese am anderen Ende der Welt produziert werden, unter unwürdigen Arbeitsbedingungen und jenseits von allen Umweltstandards – um dann nach der Bescherung womöglich bald im Müll zu landen.

Alles richtig, aber es geht ja auch anders, wenn man nur will: regional, umweltbewusst, nachhaltig, recycelbar. Das Internet quillt über vor nützlichen Tipps, klimaneutral zu schenken. Öko, fair und möglicherweise auch noch mit enthaltener Spende.

Einkaufsstress muss nicht sein

Zugegeben, wer jetzt noch kein einziges Geschenk besorgt hat, sollte es vielleicht besser bleiben lassen. In der kurzen Zeit bis Heiligabend könnte sonst tatsächlich Hektik aufkommen – und davon haben wir im Alltag schließlich schon mehr als genug.

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Nach und nach besorgen, beim Stadtbummel eine Entdeckung machen und gleich einsammeln – das etwa wären die stressbefreiten Alternativen gewesen. Und dann kann man heutzutage auch online shoppen – ebenfalls sehr bequem. Oder man geht gleich zum Selbermachen über – das schont wiederum auch den Geldbeutel.

Auch Verpacken geht mit weniger Müll, zum Beispiel mit Bändern und Schleifen aus Stoff.
Auch Verpacken geht mit weniger Müll, zum Beispiel mit Bändern und Schleifen aus Stoff. | Bild: Bernd Wüstneck/dpa

Die Absage an den Konsumwahn ist manchmal vorgeschoben

Seien wir mal ehrlich: Wie oft steckt hinter dem „Wir schenken uns nichts“ der bloße Unwillen, sich Gedanken zu machen darüber, was dem anderen gefallen könnte? Sich die Mühe zu machen, loszuziehen und nach etwas Schönem, Nützlichen und Passenden zu suchen? „Wir schenken uns nichts“ klingt natürlich auch netter als „Ich bin echt zu faul, dir ein Geschenk zu kaufen“. Im besten weihnachtlichen Sinne spricht deshalb sicherlich vieles dafür, an dieser Formulierung festzuhalten.