Ob zum Arbeiten, der Liebe wegen oder zum Einkaufen; viele Schweizer zieht es immer wieder nach Deutschland. Die oft gepriesene Freundlichkeit lassen einige aber offenbar an der Grenze zurück. Auf vielfachen Wunsch haben wir nach dem Schweiz-Knigge für deutsche Grenzgänger auch einige (nicht immer ganz ernst gemeinte) Hilfestellungen für Schweizer in Deutschland gesammelt:

Freud und Leid beim Einkaufen

Ein heikles Thema gleich zu Beginn: der Einkaufstourismus. Wer sich im großen Auto mit der ebenso großen Einkaufstasche in deutsche Lande zum Wocheneinkauf aufmacht, sollte nicht überall auf helle Begeisterung hoffen. Zwar erfreuen sich viele Gastronomen und Einzelhändler an den Gästen aus dem Nachbarland.

Andere aber sehen vor allem lange Warteschlangen an der Kasse, verstopfte Gassen und Stau an den Grenzübergängen. Zur Beruhigung der Gemüter hilft es da schon, nach dem Einkauf nicht für jeden Kleinstbetrag zur Mehrwertsteuer-Rückerstattung ins Zollhäuschen zu rennen.

Für die Bewohner der Grenzregionen kein seltenes Bild: Stau vor dem Zoll, wie hier in Weil am Rhein.
Für die Bewohner der Grenzregionen kein seltenes Bild: Stau vor dem Zoll, wie hier in Weil am Rhein. | Bild: Patrick Seeger/dpa

Kein Treffen ohne Sinn

Brunch, Lunch und Apéro. Als Schweizer lässt man kaum eine Möglichkeit aus, sich zu Gespräch und Getränk zusammenzufinden. Deutsche sind da wesentlich pragmatischer: Wenn man nichts Essenzielles zu sagen hat, wird geschwiegen – und unnötige Treffen ohne praktischen Nutzen sollte es schon gar nicht geben.

Das lässt so manchen spontanen Schweizer etwas ratlos zurück. Wer also trotzdem einmal eine kleine Geselligkeit mit deutschen Bekannten veranstalten will, sollte deswegen einiges beachten: Mindestens einen Monat im Voraus ankündigen, Zusagen schriftlich festhalten und unbedingt den konkreten Anlass dazu angeben.

Auch wenn's schwierig ist: Hochdeutsch lernen

Das führt direkt zum nächsten Stichwort: Smalltalk. Wer nur in Deutschlands südlichen Gefilden unterwegs ist, kann sich vielleicht mit Schweizerdeutsch gerade noch durchwurschteln. Für alle anderen empfiehlt sich jedoch, den hochdeutschen Grundwortschatz aus der Schulzeit wieder hervorzukramen.

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Das kostet meist etwas Überwindung und fühlt sich im ersten Augenblick an wie das erste Mal Schlittschuhlaufen. Umso besser das klappt, desto mehr wächst auch die Schlagfertigkeit – bis man am Ende sogar den Sprüchen der Ruhrpottler Paroli bieten kann.

Papiere, Gesetze und Ämter

Wer schließlich sogar nach Deutschland umziehen will, bekommt es mit den Ämtern zu tun. Auswanderer aus der Schweiz brauchen dazu ein robustes Nervenkostüm und zwei Wochen Zeit. Die erste Woche für rund ein Dutzend Behördengänge, und die zweite dann zur Erholung bei einer geführten Alpaka-Wanderung. Dabei reift dann vielleicht auch die wichtigste Erkenntnis heran: In Deutschland sind selbst kleinste Dinge sorgsam geregelt – aber das braucht alles sehr viel Zeit.