Eishockey: Zwei auf einen Streich – das gab es bislang bei den Wild Wings eher selten. Unmittelbar nach der Freistellung von Jamie MacQueen stellen sich mit Colby Robak und Jordan Caron zwei Neuzugänge in Schwenningen vor.

„Guten Tag“, sagt der Kanadier Jordan Caron, als er den Presseraum in der Helios Arena betritt. Ein deutlicher Hinweis auf die DEL-Vergangenheit des neuen Stürmers der Wild Wings. Seinem ebenfalls neuen Landsmann Colby Robak bleibt da nur ein breites Grinsen. Beide machen einen erstaunlich entspannten Eindruck angesichts der anstrengenden Stunden, die hinter ihnen liegen. Um acht Uhr am Donnerstagmorgen landeten die zwei Neu-Schwenninger in Zürich, wurden dort von Manager Jürgen Rumrich in Empfang genommen und flugs zu ihrer neuen Wirkungsstätte verfrachtet. Dort erwartete sie bereits das Trainerteam um Paul Thompson zu einem einstündigen Meeting, bevor es anschließend mit den zum Teil nicht ganz so neuen Mitspielern aufs Eis ging.

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Eine Einführung im Schnelldurchlauf. Alles andere hätte zu diesen beiden Transfers auch nicht gepasst. Denn beide Verpflichtungen gingen mehr als zügig über die Bühne. „Ich habe quasi auf dem Weg zum Flughafen den Vertrag unterschrieben“, sagt Jordan Caron. Nur wenige Stunden zuvor hatte sein Agent ihm mitgeteilt, dass es die Option gäbe, in die Deutsche Eishockey Liga zurückzukehren. Der 29-Jährige hatte sich zuletzt in Portland an der US-Ostküste fit gehalten, war beim Training, als der Anruf kam. In der vergangenen Saison war der Flügelstürmer zunächst beim DEL-Konkurrenten Krefeld Pinguine unter Vertrag, bevor er in die KHL zu Sibir Novosibirsk wechselte. Einen neuen Klub fand er anschließend nicht. Ähnlich gelagert ist die Geschichte bei Colby Robak. Er verbrachte die letzte Saison in Finnland bei Vaasan Sport, wartete anschließend ebenfalls vergeblich auf ein passendes Angebot.

Nun also Schwenningen. „Es war für mich auch eine Entscheidung für die DEL“, sagt Robak. „Ich habe einige Freunde, die hier spielen oder gespielt haben. Sie haben mir viel Gutes erzählt. Die Klubs hier sind offenbar sehr familienfreundlich, was für mich wichtig ist, da ich eine junge Familie habe.“ Weitere Informationen hat sich der 29-Jährige von einem ehemaligen Schwenninger geholt. „Jon Matsumoto hat mir von seiner Zeit hier erzählt und meinte, dass er sich wirklich gerne daran erinnert“, so der Kanadier. Im neuen Team trifft Robak zwar auf keine weiteren Bekannten, aber mit Mark Fraser und Mike Blunden zumindest auf frühere Gegenspieler. „Was ich bisher in der Kabine gesehen und gehört habe, gefällt mir sehr. Das scheint eine tolle Truppe zu sein“, beschreibt der Verteidiger seine ersten Eindrücke.

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Für den zweiten Neuling war es etwas einfacher. Mit Pat Cannone hat Jordan Caron nicht nur einen ehemaligen Mitspieler, sondern auch einen guten Freund wieder an seiner Seite. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. „Jordan wird an der Seite von Pat spielen, sofern wir für das Spiel in München die Papiere beisammen haben und beide Spieler sich fit genug fühlen“, sagt Schwenningens Coach Paul Thompson. „In der Defensive werden wir sehen. Vermutlich werden wir mit sieben Verteidigern auflaufen. Beide Spieler entscheiden aber selbst, ob sie spielen können nach diesen zwei heftigen Tagen.“

Brauchen kann sie der Trainer natürlich sofort angesichts der derzeitigen sportlichen Krise, von der die beiden Neuen selbstverständlich wissen, die sie aber nicht schreckt. „Das gehört zum Sport, und ich habe das bereits mehrfach erlebt. Ein Team wächst mit solchen Aufgaben und rückt in diesen Situationen enger zusammen. Das hilft, um die Wende zu schaffen“, erklärt Colby Robak. Und verabschiedet sich anschließend gemeinsam mit Jürgen Rumrich und Jordan Caron, der selbstverständlich noch ein „Auf Wiedersehen“ hinterher schiebt, zum Essen. Dann geht es die Autos abholen, die neue Wohnung beziehen und vermutlich zeitnah ins Bett. Und dann, ja dann, geht es erst so richtig los.