Eishockey: Spitzenreiter und Tabellenzweiter – die Wild Wings stehen vor dem sportlich schwierigsten Wochenende der bisherigen Saison. Am Freitagabend (19.30 Uhr) gastiert das DEL-Schlusslicht bei Tabellenführer EHC Red Bull München. Am Sonntag (16.30 Uhr) kommt mit den Straubing Tigers die Überraschungsmannschaft in die Helios-Arena. Zu diesem Spiel werden 3500 Zuschauer erwartet.

Die Wild Wings haben schon etliche unruhige Wochen hinter sich. Was sich allerdings in den vergangenen Tagen abspielte, stellt alles Bisherige in den Schatten. Die Zeit der ebenso end- wie fruchtlosen Gespräche war vorbei, die Stunde des Handelns gekommen. Ein Spieler wurde suspendiert, zwei Neue verpflichtet. „Das war eine sehr anstrengende Woche“, sagte Schwenningens Trainer Paul Thompson. Ausgerechnet Topscorer Jamie MacQueen ist nicht mehr Teil der Mannschaft. „Es musste etwas passieren, und MacQueen war das Opfer“, sagte der Coach. Warum es ausgerechnet die personifizierte Tormaschine der Neckarstädter erwischte, diese Erklärung blieben die Verantwortlichen auch am Donnerstag schuldig. Der offizielle Verweis darauf, dass man in dieser Situation Spieler brauche, die sich „zu 100 Prozent mit den Wild Wings identifizieren und abseits sowie auf dem Eis als Leader und Vorbild vorangehen“, lässt jedoch darauf schließen, dass MacQueen diesen Ansprüchen nicht gerecht wurde.

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Zumindest zahlenmäßig hinterlässt der Kanadier bei den Wild Wings keine Lücke. Im Gegenteil: Kaum hatte das reinigende Gewitter den launischen Stürmer hinweggefegt, wurden zwei neue Spieler präsentiert: Verteidiger Colby Robak und Angreifer Jordan Caron (siehe Geschichte auf dieser Seite). Die Frage, ob die Verpflichtung der beiden Kanadier einem Neustart gleichkomme, beantwortete Thompson so: „Das ist kein Neubeginn, aber die zwei Spieler setzen neue Reize. Die personellen Änderungen waren sehr produktiv. Nach der Geschichte mit MacQueen waren die Spieler unter Schock. Doch nun herrscht bei uns eine andere Atmosphäre als in den vergangenen Wochen. Ich spüre frischen Wind und eine Aufbruchstimmung.“ Die Mannschaft habe mit dem Verzicht auf den Torjäger zwar an Qualität verloren, mit den beiden Neuzugängen aber auch eine Menge Qualität gewonnen. Thompson: „Das sind zwei gute Verstärkungen. Die Verpflichtungen sind ein beeindruckendes Statement des Vereins.“

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Läuft alles nach Plan, werden die Neuzugänge bereits gegen München das Trikot der Wild Wings tragen. Obwohl Robak und Caron, der die DEL bereits aus Krefelder Zeiten kennt, in dieser Saison noch nicht aktiv gespielt haben, hat Thompson einen guten Eindruck von den beiden. „Gleich nach ihrer Ankunft hatten sie ein Gespräch mit dem Trainerteam. Wir haben ihnen unser System erklärt. Was Robak und Caron anschließend im Training gezeigt haben, hat mir gut gefallen. Beide Spieler sind fit“, sagte der 51-Jährige. Manager Jürgen Rumrich beschreibt Carons Fähigkeiten so: „Er hat viel Zug zum Tor, kann sich in Zweikämpfen behaupten und vernachlässigt dabei auch nicht die Defensivarbeit.“ Zu Robak meint Rumrich: „Mit ihm bekommen wir einen läuferisch guten Spieler, der uns mehr Stabilität und Kreativität in der Offensive geben soll.“

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Obwohl die Erwartungen der Fans trotz der beiden Neuzugänge angesichts der turbulenten Woche und der beiden hochkarätigen Gegner nicht allzu hoch sein dürften, betrachtet Thompson das Wochenende nicht als Gelegenheit, um sich locker einzuspielen: „Der Druck, der auf uns lastet, ist enorm, auch wenn wir gegen die Topteams der Liga antreten. Wir sind nur sieben Punkte von Platz zehn entfernt, da ist jedes Spiel wichtig.“

Um München Paroli bieten zu können, verlangt der Trainer von der Mannschaft vor allem zwei Dinge: Disziplin und Geduld. „Wir dürfen nicht einfach unseren Spielplan verlassen, wie das in Nürnberg der Fall war.“ Zwischen den Pfosten steht Dustin Strahlmeier. Im Sturm steht Marcel Kurth nach überstandener Verletzung wieder zur Verfügung. Der Schwede Andreas Thuresson fällt dagegen weiter aus.

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