Jugendfußball: Das Wetter machte dem FC Ostrach einen dicken Strich durch die Turnierrechnung. Es kübelte am Samstag wie aus Eimern, der Buchbühlstadionrasen stand unter Wasser, sodass Turnierleiter Andreas Barth zum Notplan griff: Verschiebung des Beginns um drei Stunden und Streichung der Platzierungsspiele ab Platz fünf. Als dann endlich der Anpfiff ertönte, grummelte der Himmel zum prasselnden Regen. Den hochmotivierten Jungkickern bereitete dies keinen Verdruss.

Die Vorrundenspiele standen ganz im Zeichen von RB Leipzig. Die Ballbehandlung war eine Augenweide, in einem märchenhaft guten Lauf nahmen die jungen Bullen sämtliche Gegner auf ihre Hörner. Robust zeigte sich auch der FC Brügge, der problemlos unter die letzten vier gelangte. Titelverteidiger AC Sparta Prag ließ nur im ersten Gruppenspiel die Wucht seines Hundert-Tore-Sturms erahnen. Danach gelang den Tschechen nur mit Mühe der Einzug ins Halbfinale. Die faustdicke Überraschung heißt FC Watford. Die Engländer machten ihrem Kosenamen als The Hornets, als Hornissen im gelb-schwarz gestreiften Dress alle Ehre.

Gewissenhaft wollte sich der VfL Bochum der „Mission achter Pokaltitel in Ostrach“ widmen. Doch für die Revierkicker ging es nach drei mageren Teilerfolgen frühzeitig wieder auf Heimreise. Ähnliches erlebte der 1. FC Kaiserslautern. Für höhere Weihen langte es auch dem FC Utrecht nicht. Ordentlich zog sich der SC Pfullendorf in Anbetracht des Drei-Klassen-Unterschiedes aus der Affäre. „Mit zunehmender Dauer haben wir unseren Respekt abgelegt und uns gesteigert. Wir sind mutiger geworden und haben uns etwas getraut“, sagte SCP-Coach Hans Hermanutz. Gerade gegen Utrecht hätte es klappen können. Doch neben einem versagten Handstrafstoß versemmelte Jonas Keller einen Strafstoß zum 1:1.

Am Montag, als es um die Wurst ging, zitterten nicht nur die Teams auf dem Rasen, auch die Zuschauer froren. Als erste Mannschaft stand Prag im Finale, das sich 3:1 gegen Leipzig durchgesetzt hatte. Nachdem der Nachwuchs des Bundesliga-Aufsteigers in Führung gegangen war, drehte der Titelverteidiger die Partie. Weniger Höhepunkte gab es im zweiten Semifinale beim 0:0 zwischen Turnierneuling FC Watford und dem FC Brügge zu bestaunen. Im Elfmeterschießen setzte sich das Team aus England (!) mit 5:4 durch. Die Belgier durften sich mit Rang drei trösten, nachdem sie im kleinen Finale die Brauseboys aus Sachsen 2:0 besiegt hatten.

Dies waren bei der 46. Auflage des Pfingstturniers die letzten beiden Treffer aus dem Spiel heraus. Nach torlosen 50 Minuten gewann der tschechische U-19-Meister aus Prag, der mit elf Jugend-Nationalspielern angereist war, das Elfmeterschießen bei englischem Wetter gegen den früheren Elton-John-Verein aus Watford mit 4:2. Sparta-Trainer David Holobek war sich schon vor dem Endspiel sicher, dass sich seine Jungs für die 0:1-Niederlage aus dem Gruppenspiel revanchieren würden – und sie hielten Wort. So ging der Pott im zweiten Jahr in Folge an die Moldau.

Gruppe A: RB Leipzig – FC Utrecht 2:1, SC Pfullendorf – FC Brügge 0:2, FC Utrecht – FC Brügge 0:2, RB Leipzig – SC Pfullendorf 3:1, FC Utrecht – SC Pfullendorf 1:0, Brügge – Leipzig 0:2.

Gruppe B: Sparta Prag – 1. FC Kaiserslautern 2:0, FC Watford – VfL Bochum 0:0, Sparta Prag – FC Watford 0:1, 1. FC Kaiserslautern – VfL Bochum 1:1, VfL Bochum – Sparta Prag 1:1, FC Watford – 1. FC Kaiserslautern 2:1.

Halbfinale: RB Leipzig – Sparta Prag 1:3; Watford – Brügge 5:4 (0:0) n.E.

Spiel um Platz 3: RB Leipzig – FC Brügge 0:2.

Finale: Sparta Prag – FC Watford 4:2 (0:0) n.E.

Endstand

: 1. Sparta Prag, 2. FC Watford, 3. FC Brügge, 4. RB Leipzig, 5. VfL Bochum, 6. FC Utrecht, 7. 1. FC Kaiserlautern, 8. SC Pfullendorf.