Fußball-Bezirksliga: – Es gab sicher Momente in den vergangenen Tagen, da hätte nicht nur Thomas Indlekofer, sondern sein komplettes Team beim FC Erzingen sämtliche Ordner und Unterlagen zum 100. Geburtstag in die Ecke geworfen. Seit Monaten arbeitet ein Komitee unter der Federführung des Vorsitzenden ein großes Programm aus. Festbankett, Fußballspiele und Brass-Konzert stehen an – und dann wirft das Corona-Virus alles über den Haufen: „Es sind geschätzt etwa 2000 Stunden, die bislang fürs Jubiläum ehrenamtlich geleistet wurden“, so Indlekofer.

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Seit 2015 steht Indlekofer an der Spitze des Bezirksligisten, war Spieler und Trainer – ein echtes Urgestein also. Abgesehen vom Intermezzo zu Landesliga-Zeiten beim SV Jestetten und einem Engagement als Spielertrainer beim SV Gurtweil, wirkte der heute 60-Jährige stets in blau-weißen Diensten.

Mit entsprechendem Herzblut hat er sich mit seinem Team vor rund drei Jahren in die Vorarbeiten gestürzt, um nun – quasi das Ziel schon vor Augen – jäh gestoppt zu werden. Ende kommender Woche standen das Festbankett und das FCE-Brass auf dem Programm. Einladungen waren verschickt, Essen bestellt, Bands verpflichtet.

Vorsitzender Thomas Indlekofer (FC Erzingen): „Es sind geschätzt etwa 2000 Stunden, die bislang fürs Jubiläum ehrenamtlich geleistet wurden“
Vorsitzender Thomas Indlekofer (FC Erzingen): „Es sind geschätzt etwa 2000 Stunden, die bislang fürs Jubiläum ehrenamtlich geleistet wurden“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

„Wir haben uns mit den Beteiligten besprochen, dass wir nicht absagen, sondern auf einen unbestimmten Zeitpunkt – wohl im Spätherbst – verschieben“, ist Indlekofer wichtig, dass Mitglieder und Freunde des Vereins nicht im Regen stehen. Aber auch die Partner des Vereins bleiben so bei der Stange. Der finanzielle Verlust sollte sich somit im überschaubaren Rahmen halten.

„Es hätte alles super gepasst, wir waren im Zeitplan“, so Indlekofer, der in wenigen Tagen die Festchronik geliefert bekommt: „Die werden wir natürlich so schnell es geht verteilen.“ Etwas herunter gefahren wird dann die Intensität der Planungen, zumal die Wege ja eingeleitet sind: „Die Arbeit der 13, 14 Leute, die sich mit den Vorbereitungen beschäftigt haben, war ja nicht umsonst.“

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So fokussiert sich das Gremium nun auf den sportlichen Teil des Festjahres. Geplant ist am Wochenende vom 17. bis 19. Juli ein Fest im Ludwig-Desiderato-Stadion. Eröffnet werden die Feierlichkeiten mit dem traditionellen Klettgauturnier der Alten Herren aus Geißlingen, Grießen und Erzingen.

Juniorenspiele, mit internationaler und höherklassiger Beteiligung, stehen am Samstag und Sonntag auf dem Programm. Im Einsatz werden auch die Aktiven sein: „Achim Flum wird eine regionale Auswahl mit Spielern aus dem Raum Klettgau zusammenstellen“, so Indlekofer: „Dazu werden jetzt dann die betreffenden Spieler und vereine angeschrieben, sowie Genehmigungen eingeholt.“

Nach dem auf den Herbst verschobenen Festbankett und dem FCE-Brass schließt dann die House-Party am 26. Dezember ein – wie auch immer – denkwürdiges Jubiläumsjahr des 1920 gegründeten Vereins ab.

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Allerdings, und das betont Thomas Indlekofer ausdrücklich, hat das Jubiläum im Hinblick auf die aktuelle Lage durch die Verschiebung nicht oberste Priorität: „Wichtig ist, das wir gesund bleiben und die Krise einigermaßen überstanden wird – auch wirtschaftlich. Wir müssen uns abkapseln und die Anweisungen befolgen. Ich bin froh, dass die Politik jetzt an einem Strang zieht.“

Als Vorsitzender hat Thomas Indlekofer auch das Wohl seines Vereins im Blick: „Das Sportheim ist vorerst zu, also kommen keine Einnahmen herein. Allerdings können wir auch die Ausgaben bei Wasser und Strom senken. Trotzdem haben wir Fixkosten“, verweist er auf den Kunstrasenplatz, den der Verein vor zwei Jahren bekommen hat: „Zwei, drei Monate werden wir durchaus überbrücken können, dann wird es schwierig.“

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