Die Symbolik ist klar: Es herrscht Alarmstufe Rot. „Die Veranstaltungsbranche gehört mit einem Umsatz von knapp 130 Milliarden Euro jährlich zu den größten Sektoren der deutschen Wirtschaft“, sagt Helge Leinemann, Vorstandsvorsitzender des VPLT (Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik). Sie beschäftige allein im Bereich der Business-Events rund eine Million Menschen und habe damit einen wichtigen Anteil am Bruttoinlandsprodukt. „Seit Mitte Februar ist unserem kompletten Wirtschaftszweig jedoch faktisch die Arbeitsgrundlage entzogen“, so Leinemann weiter.

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Nun rief der Verband seine Mitglieder auf, sich einer bundesweiten Aktion anzuschließen, die darauf hinweisen soll, dass es der Branche richtig schlecht geht – der „Night of Light“. Die rote Beleuchtung bekannter Objekte steht dafür, dass sich die Veranstaltungswirtschaft auf der roten Liste der aussterbenden Branchen befindet, sie weist auch auf Alarmstufe Rot für einen Milliarden-Markt mit vielen hunderttausend Arbeitsplätzen hin. Zugleich steht sie für einen flammenden Appell an die Öffentlichkeit und dafür, dass die Mitglieder der Veranstaltungsbranche „für ihren Beruf brennen“.

Weihnachtszauber-Team ist dabei

Mehr als 7000 Verbandsmitglieder hätten sich der Aktion angeschlossen, darunter auch in Triberg die Veranstalter des Weihnachtszaubers, die mit ihren sechs Firmen geschlossen dort auftraten, wo sie auch sonst sehr aktiv sind, nämlich vor der atemberaubenden Kulisse des Wasserfalls.

Die Uhrmacher-Ketterer-Halle leuchtet rot – sie ist ein Veranstaltungsschwerpunkt in Schönwald.
Die Uhrmacher-Ketterer-Halle leuchtet rot – sie ist ein Veranstaltungsschwerpunkt in Schönwald. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Hier war federführend die TWZ Event GmbH vertreten, die sich gemeinsam mit ihren technischen Dienstleistern ELD Beleuchtungstechnik, Impuls Licht und Ton, Jokatec Licht und Tontechnik, Moritz Huber Videoproduktion, SAV Pyrotechnik und WVT Veranstaltungstechnik präsentierte.

Flagge zeigen

„Wir wollen uns mit den anderen Veranstaltern solidarisieren, dazu trifft auch uns diese Krise durchaus hart“, betonte Thomas Weisser als Kopf der TWZ Event GmbH. Sein Geschäftspartner Rainer Huber aus Schonach zeigte auf, dass drei der genannten Unternehmen ausschließlich von Events lebten. Er finde es sehr gut, Flagge zu zeigen und der Bevölkerung klar zu machen, was alles in Gefahr ist – nämlich nicht nur der diesjährige Weihnachtszauber.

Oebbecke findet es bedauerlich

250 Besucher solidarisierten sich damit – wobei Dolf-Peter Oebbecke aus Schonach, der stets das Konzert des Barockensembles der Wiener Symphoniker in der Triberger Wallfahrtskirche organisiert, sich dahingehend äußerte, dass er eine so kleine Besuchermenge doch sehr bedaure.

Weithin sichtbares Fanal

Noch weniger Gäste hatte die Aktion in Schönwald, wo Blasius Willmann (BW Licht & Ton) die Uhrmacher-Ketterer-Halle erröten ließ und dabei auch die passende Musik bereitstellte. Andreas Pfaff (PA-Audio-, Event- und Elektrotechnik) tauchte die Adlerschanze in glühendes Rot. Dieses Fanal war natürlich weithin sichtbar und die Aufstellung der Strahler auf der Schanze anstrengend und risikoreich.

Der Protest verleiht auch der Adlerschanze ein leuchtendes Rot.
Der Protest verleiht auch der Adlerschanze ein leuchtendes Rot. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Für beide sind die Veranstaltungen eines von mehreren Standbeinen. Wie sie übereinstimmend erklären, gehe es auch um die Solidarisierung mit ihren Kollegen, mit denen sie unter Umständen intensiv zusammen arbeiten. Außerdem investierten auch sie Jahr für Jahr gewaltige Summen in ihre Anlagen, die nun 2020 keinen Beitrag zur Refinanzierung leisten können. „Und wer im Nebenerwerb Anlagen finanzieren musste, hat in diesem Jahr ganz schlechte Karten“, ergänzten beide.

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