Sie ist eine Königin am Konzertflügel. Gabriele König füllt Konzertsäle im In- und Ausland, und auch wenn sie in der Asklepios-Klinik antritt, sind die Zuhörerplätze besetzt.

An diesem lauen Sommerabend lud sie zu einem Konzert-Gespräch über die Musikstile der vergangenen vier Jahrhunderte ein. Es begann mit dem Barock und endete bei der Popmusik. Zu jedem Stücke und dessen Komponisten hatte Gabriele König einige Informationen, die sie eloquent vortrug.

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Virtuos spielte sie Werke, die von Arcangelo Corelli (VII. Pastorale aus dem Oratorium opus 6) über Johann Sebastian Bach (Schafe können sicher weiden), Georg Friedrich Händel (Fantasia), Joseph Haydn (Serenata für Streicher opus 3 Nr. 5), Wolfgang Amadeus Mozart (Rondo alla turca) bis hin zu George Gershwin (Summertime), Harold Arlen (Over the Rainbow) und Abba (Thank You For The Music) reichten.

Missachtere Bach und rebellischer Debussy

König erzählte, dass die Werke von Johann Sebastian Bach nach dessen Tod im Jahr 1750 fast ein Jahrhundert lang kaum gespielt wurden oder dass Claude Debussy (Claire de lune) zu seiner Zeit deshalb kaum Beachtung fand, weil ihn Kritiker als „rebellisch und ungestüm“ und seine Werke als „bizarr und unverständlich“ darstellten. Heutzutage kaum nachvollziehbar.

König wusste auch, dass Ludwig van Beethovens berühmtes Werk „Für Elise“ eigentlich „Für Therese“ hätte heißen müssen, es wurde 60 Jahre nach der Fertigstellung im Nachlass von Therese Malfatti gefunden, der er es wohl „zum Geburtstag“ schenkte.

Leichthändiger Chopin

Die Musik von Frédéric Chopin zeichne sich vor allem dadurch aus, dass sie für die Hand des Musikers immer leicht zu spielen sei, die schwächeren Finger lägen immer auf den weißen Tasten.

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Im zweiten Teil des kleinen Konzerts wurde es modern, König zeigte, dass sie nicht nur Klassik kann. So spielte sie das Gershwin-Stück „Summertime“, das wohl weltweit meistgecoverte Musikstück, das fast jeder namhafte Interpret gesungen hat. „Jenseits des Regenbogens“ im Original „Over the Rainbow“ leitete in die Gegenwart über.

Internationale Tastenkünstler gefördert

König ist eine feste Größe der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen. Unzähligen Schülern hat sie das Klavierspiel beigebracht. Unter anderem sorgt sie mit nationalen wie internationalen Wettbewerben für enorme Verbreitung des Namens der Musikschule. 1600 junge Pianisten aus 42 Ländern gaben sich in der Bergstadt ein Stelldichein. Da sind schon mal junge Tastenkünstler aus Russland, Japan, China oder Kasachstan da, um sich mit Pianisten aus Südkorea oder auch Deutschland zu messen. Dass dabei auch Nachwuchstalente der von ihr unterrichteten Schüler Preise erhalten, sagt viel aus über die Qualität ihres Unterrichts.

Musik bringt Freude

Ihren Dank an die Musik sprach König am Ende aus: „Danke für die Musik, für all die Freude die sie bringt …“. Der Song, den einst die vier schwedischen Musiker von Abba mit viel Enthusiasmus sangen, stellte auch eine Verbeugung der genialen Pianistin an die Musik im Allgemeinen dar. Auch in der Klinik kam das Konzert-Gespräch blendend an, minutenlanger Applaus ließ die Künstlerin strahlen.