Als Familie Hummel vor 15 Jahren startete, gab es wenige Berufskollegen in der Nähe, an denen sie sich orientieren konnten. Nebenerwerbsbäuerin Manuela Hummel erinnert sich: „Putenfleisch aßen wir gerne. Gesundheitlich galt es als wertvoll. Nur die Berichte über Putenhaltung gefielen uns nicht. Und da wir genug Fläche haben, informierten wir uns, lasen viele Bücher und fingen klein mit zehn Puten an.“ Inzwischen hält die Familie 120 Tiere auf 1000 Metern über dem Meeresspiegel.

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Wer gerne eine Pute kaufen möchte, muss sich auf die Warteliste setzen lassen. So groß ist die Nachfrage nach diesen tiergerecht gehaltenen Vögeln. „Wollen Sie nicht mehr Puten halten?“, wollte ein Besucher von Günter Hummel wissen. Doch der Nebenerwerbslandwirt verneinte. Die jetzt gehaltene Menge passe zu den Stallungen und auch der Durchlauf im Schlachtraum sei begrenzt.

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Die Teilnehmer bekamen laut Landratsamt alle Fragen beantwortet – egal ob Verbraucher oder Berufskollegen, die ähnliche Pläne haben. Mit selbst gemachtem Kuchen gestärkt, hatten die Besucher einen positiven Eindruck dieses Hofes und der Landwirtschaft im Nebenerwerb gewonnen.

  • Die Haltung: Insgesamt werden übers Jahr vier verschiedene Altersgruppen gehalten. Mit der Frühlingswärme Ende April kommen die ersten 30 Jungputen auf den Hof. Die letzten Puten kommen Ende Juli und bleiben bis Weihnachten. Nach der Eingewöhnungsphase wird morgens – unabhängig vom Wetter – der Stall geöffnet und die Tiere entscheiden selbst, wo sie sich aufhalten. Dadurch ist genügend Platz vorhanden. Dies ist sehr wichtig, damit die Tiere sich bei Streitigkeiten aus dem Weg gehen können. Abends müssen jedoch die Puten in den sicheren Stall, um nicht Opfer des Fuchses zu werden.
  • Das Futter: Die Jungputen bekommen in den ersten beiden Wochen ihr gewohntes Fertigfutter. Danach wird die Ernährung umgestellt, auf reichlich Gras und angequetschtes Getreide, das je nach Alter mit einem Bio-Mineralfutter ergänzt wird. Regelmäßig bekommen sie eine neue Weide und frisches Wasser. Im Vergleich zu Hühnern kratzen die Puten die Grasnarbe nicht auf. Ihnen reicht eine Sandkuhle zur Gefiederpflege. Nur im Herbst, wenn sie die gefräßigen Engerlinge der Junikäfer im Boden spüren, kratzen sie die bereits beschädigte Grasnarbe auf und fressen diese. Durch den Verzicht von Fertigmastfutter benötigt man nun etwa sechs Wochen länger, bis die Tiere ihr Schlachtgewicht erreichen.
  • Die Schlachtung: Ab Ende August beginnen dann, fast wöchentlich, die Schlachtungen der Puten im eigenen Schlachtraum. Vermarktet werden immer nur ganze Tiere. Diese werden zerlegt und nach Kundenwunsch vakuumiert und beschriftet. Die Kunden holen nach einer Terminvereinbarung ihren Jahresbedarf gefrierfertig ab.
  • Der Bauerngarten: Zusätzlich gab es an diesem Nachmittag im Rahmen der Bauerngartenroute eine Gartenführung. Manuela Hummel begeisterte die Teilnehmer mit ihrem Fachwissen zu Kräuterbeet, Nutz- und Zierpflanzen. So manche Anregung wollen die Besucher selbst umsetzen.

Anmeldung zu Frühstück und Brunch im umgebauten Kuhstall (nicht im Lockdown) im Internet: www.hummel-hof.com